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Alte Computer der Kommunen verhindern besseren Bürgerservice

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Fiducia-Befragung von über 1.400 Stadtverordneten: Verwaltungen ohne Geld für EDV-Modernisierungen


Kommunalpolitiker befürworten Zusammenarbeit mit privaten Computer-Dienstleistern

(Karlsruhe, 21.07.2003) Der Bürgerservice in den Städten und Gemeinden ist auch deshalb so schlecht, weil die Ämter über keine moderne Computerausstattung verfügen. Nach einer Studie der Karlsruher FIDUCIA IT AG unter mehr als 1.400 Stadtverordneten urteilen zwei Drittel der befragten Lokalpolitiker, dass es mit der EDV in ihrer Verwaltung nicht zum Besten gestellt ist und deshalb längere Warte- und Bearbeitungszeiten entstehen. Auch die Zusammenarbeit der Ämter untereinander und Online-Angebote werden dadurch eingeschränkt.

Nach den Einschätzungen der Kommunalpolitiker verursachen die veralteten Computer eine deutliche Mehrbelastung bei der Verwaltungsorganisation, indem ein höherer manueller Aufwand und unnötige Mehrfachtätigkeiten bei der Bearbeitung von Bürgeranliegen entstehen. Gleichzeitig können mögliche Ersparnispotenziale bei den Verwaltungskosten nicht genutzt werden. Zusätzlich beklagen die Lokalpolitiker parteiübergreifend, dass durch die unzureichende EDV politische Vorgaben von den Ämtern schwerfälliger umgesetzt werden und die Arbeit der Behörden weder den Lokalpolitikern noch den Bürgern ausreichend transparent wird.

Eine Besserung ist nach dem Urteil der befragten Stadtverordneten vorläufig nicht in Sicht, weil den Kommunen das Geld für Investitionen fehlt. So hat nur jede Siebte von ihnen eine Modernisierung der Computer in ihren Amtsstuben fest eingeplant.

Unzufrieden zeigen sich die Gemeindevertreter auch mit den Leistungen der kommunalen Rechenzentren. Jeder Zweite bezeichnet sie als unzureichend. Für die Mehrheit von ihnen ist aber auch hier mangels Investitionsmöglichkeiten der Städte und Gemeinden vorläufig keine Besserung in Sicht. Etwa zwei Drittel befürworten deshalb, sie unter bestimmten Voraussetzungen in die Verantwortung privater Dienstleister zu geben. Als wesentliche Voraussetzung für diesen Schritt nennen sie neben politisch akzeptablen Verträgen, dass eine höhere Leistungsfähigkeit und technische Sicherheit gewährleistet wird sowie Erfahrungen in den Prozessen der öffentlichen Verwaltung bestehen müssen.

„Der hohe Modernisierungsstau in den Kommunen zwingt dazu, vorbehaltlos nach neuen Wege Ausschau zu halten“, verweist Siegfried Metzger, Leiter Account Management im FIDUCIA-Konzern darauf, dass die Haushaltsprobleme den Städte und Gemeinden kaum noch eigene Möglichkeiten lassen, ihre computertechnischen Probleme mit herkömmlichen Mitteln zu lösen. „Es entsteht eine immer größere Kluft zwischen den steigenden Serviceansprüchen der Bürger und örtlichen Firmen auf der einen Seite und den Servicemöglichkeiten der Kommunen auf der anderen Seite. Und da die Verwaltungen auch nach Auffassung der Politik ihren Dienstleistungscharakter steigern müssen, werden sie mittelfristig kaum umhin können, als Problemlösung einen sinnvollen Schulterschluss mit der privaten Wirtschaft zu suchen.“

Die FIDUCIA befragte insgesamt 1.469 Lokalpolitiker aller Parteien aus 143 der insgesamt 515 Kommunen mit über 25.000 Einwohnern.


Befragungsergebnisse
Realisierung: Mai 2003
Methode: Online-Befragung
Zielgruppe: Ratsmitglieder Kommunen über 25.000 Einwohner
Anzahl Kommunen: 143 (28% der 515 Kommunen dieser
Größenordnung)
Befragte: 1.469 (6,6% der ca. 22.200 Ratsmitglieder)
Aufschlüsselung
nach Parteien:
CDU/CSU 582
SPD 494
FDP 137
Grüne/Bündnis 90 158
andere 98



Wie bewerten Sie die Leistungsfähigkeit der kommunalen Computeranwendungen?
· sehr leistungsfähig: 8%
· angemessen: 23%
· gewisse Leistungsschwächen: 38%
· große Leistungsschwächen: 31%


Sofern Leistungsschwächen bestehen:
Wo schlagen sie sich hauptsächlich in den Bürgerservices negativ nieder?
· zu lange Sachbearbeitungszeiten bei
Bürgeranliegen: 62%
· zu lange Wartezeiten der Bürger in den Ämtern: 61%
· unzureichende Zusammenarbeit der
verschiedenen kommunalen Ämter: 57%
· kein zeitgemäßes Online-Serviceangebot: 54%
· geringe Transparenz der kommunalen Services: 49%
(Mehrfachnennungen möglich)

Welche hauptsächlichen Nachteile entstehen dadurch in der Verwaltungsorganisation?
· zu hoher manueller Aufwand in der
Sachbearbeitung: 63%
· Doppel- und Mehrfacharbeit durch unzureichende
Zusammenarbeit der verschiedenen kommunalen
Ämter: 57%
· geringe Ersparnispotenziale bei den Verwaltungs-
kosten: 61%
· schwerfälligere Umsetzung politischer Vorgaben: 49%
· unzureichende Transparenz der Verwaltungs-
leistungen: 56%
(Mehrfachnennungen möglich)


Sofern Leistungsschwächen bestehen:
Lassen die gegenwärtigen Möglichkeiten des kommunalen Haushalts technische Innovationen zu?
· ja, sie sind fest geplant: 14%
· in begrenztem Umfang: 29%
· sehr geringe Möglichkeiten: 26%


Wie bewerten Sie die Anwendungsunterstützung durch ihr kommunales Rechenzentrum?
· sehr leistungsfähig: 17%
· angemessen: 32%
· gewisse Leistungsschwächen: 28%
· große Leistungsschwächen: 23%


Sofern Leistungsschwächen bestehen: Verfügt Ihrer Einschätzung nach das kommunale Rechenzentrum über Investitionsmöglichkeiten für erforderliche Innovationen?
· ja: 9%
· in begrenztem Umfang: 23%
· sehr geringe Möglichkeiten: 19%


Würden Sie es befürworten, wenn das kommunale Rechenzentrum durch einen spezialisierten Dienstleister des freien Marktes betrieben würde?
· ja: 17%
· nur unter bestimmten Umständen: 44%
· nein: 39%


Sofern ja oder unter bestimmten Umständen: Welche sind die drei wichtigsten Voraussetzungen, die dafür erfüllt werden müssten?
· reale Kostenentlastung: 59%
· Erfahrung in der öffentlichen Verwaltung: 64%
· deutliche Leistungssteigerung: 77%
· hohe technische Sicherheit: 71%
· sichere Marktposition des Dienstleisters: 62%
· politisch akzeptable Verträge:78%
· lokale Nähe: 39%



Ansprechpartner
Petra Goseberg
Tel. 0721 / 4004 – 2655
Fax 0721 / 4004 – 2687
eMail: pgoseberg@orga.de
FIDUCIA AG
Wachhausstr. 4
76227 Karlsruhe
Web: www.fiducia.de


Web: http://www.fiducia.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Wassink, verantwortlich.

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