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WZF GmbH / Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) |

ZZF lehnt die Haltung von Giftschlangen ab

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Mitglieder des Zentralverbandes Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF) sprechen sich seit 1991 gegen die Präsentation von gefährlichen Tieren im Zoofachhandel aus / Aufruf: Diskussion über "exotische" Tiere im Wohnzimmer versachlichen / Nachzuchten bevorzugen

Der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. (ZZF) kritisiert nach dem Giftschlangen-Vorfall in Mülheim an der Ruhr, bei dem eine hochgiftige Monokelkobra aus einem Terrarium entkommen war, den leichtfertigen Verkauf von giftigen Tieren - vor allem auf Börsen, Ausstellungen und im Internet. "Der Verkauf von Giftschlangen an private Tierhalter ist unverantwortlich", sagt ZZF-Präsident Klaus Oechsner.

Der Berufsverband des deutschen Zoofachhandels hat sich bereits 1991 in seinem Grundsatzprogramm gegen eine Haltung von gefährlichen und für die Heimtierhaltung ungeeigneten Tieren eingesetzt. In den "Heidelberger Beschlüssen" verpflichten sich die ZZF-Mitgliedsbetriebe, keine für den Menschen gefährlichen Tiere in ihren Geschäften anzubieten. Zu den vom ZZF als ungeeignet bezeichneten Heimtieren gehören nicht nur solche, die ein Sicherheitsrisiko für den Menschen darstellen, sondern auch jene Tiere, für deren Ansprüche der Fachhandel nicht zu jeder Jahreszeit das benötigte Zubehör und Futter in ausreichender Menge und Qualität liefern kann.

Heimtiere, die in ZZF-Mitgliedsbetrieben mit einem Roten Punkt gekennzeichnet werden, weisen die Kunden auf spezielle Haltungsbedingungen hin. Sie sollten nur nach besonders ausführlicher Beratung weitergegeben werden. Dazu gehören Tiere mit räuberischem Verhalten, ausgeprägten territorialen Ansprüchen oder besonderen Futteranforderungen.

Der ZZF war im September 2007 am Entwurf von § 43a des Hessischen Gesetzes über die öffentliche Sicherheit und Ordnung beteiligt und hat sich in diesem Rahmen für ein Verbot der Haltung eines gefährlichen Tieres einer wildlebenden Art eingesetzt. Gefährliche Tiere sind demnach solche, die in ausgewachsenem Zustand Menschen durch Körperkraft, Gifte oder Verhalten erheblich verletzen können.

Oechsner ruft dazu auf, die Diskussion über sogenannte "exotische" Tiere im Wohnzimmer zu versachlichen. Denn der Begriff "exotisch" sei durchaus problematisch. Die einen verstehen unter dem Begriff "exotisch" ungewöhnliche Heimtierarten oder Wildfänge, andere bezeichnen damit insbesondere gefährliche Tiere wie beispielsweise große Würge- und Giftschlangen. Der ZZF warnt vor dem irreführenden Missbrauch dieser Bezeichnung: "Eigentlich bedeutet ?exotisch" nur ?fremdländisch". So gesehen sind fast alle Heimtiere Exoten, denn ihre natürliche Heimat liegt meist auf anderen Kontinenten. Der Wellensittich beispielsweise stammt aus Australien, die Hauskatze stammt von der Falbkatze aus Nordafrika ab und die Heimat des Meerschweinchens ist Südamerika", erklärt ZZF-Präsident Klaus Oechsner.

Es gibt viele Reptilien, die tierschutzgerecht gehalten werden können, wie Eidechsenarten, Geckos, Anolis (baumlebende Echsen aus der Karibik), Stachelleguane, Halsbandleguane, Skinkarten (bodenlebende, baumlebende Echsen aus Asien, Amerika). Dazu gehören auch einige Schlangen- und Froscharten wie Königspython, die Strumpfbandnatter, der Färberfrosch oder verschiedene Laubfroscharten. Die Haltung von Reptilien und Amphibien generell zu verbieten, sei daher nicht der richtige Weg. "Manches Reptil lässt sich sogar einfacher halten als andere Tiere", sagt Klaus Oechsner. Artgerechte Unterbringung und Pflege sind dabei jedoch das A und O: Reptilien und Amphibien stellen bestimmte Anforderung an Temperatur, Lichtverhältnisse, Feuchtigkeit und Einrichtung.

Bei der Auswahl von geeigneten Heimtieren sollten Tierfreunde laut Oechsner nachgezüchtete Tiere bevorzugen: "Nachzuchten schonen die Bestände in der Natur und gewöhnen sich leichter an den Menschen. Sie sind an die Haltung gewöhnt und eine artgerechte Pflege ist möglich."



WZF GmbH / Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e.V. (ZZF)
Antje Schreiber
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