Pressemitteilung von: DPP-Flash
Nico Bergstreiser ist Unternehmer, Autor und Mitgründer von DPP-Flash. Bereits in jungen Jahren baute er Social-Media-Projekte mit Millionenreichweiten auf, veröffentlichte mehrere Bücher und gründete mit Adlerquell Verlag ein eigenes Verlagsunternehmen. Heute beschäftigt er sich mit digitalen Geschäftsmodellen, künstlicher Intelligenz und der Entwicklung einer Software für den europäischen Markt des Digital Product Passport.
Im Interview spricht er über seinen ungewöhnlichen Karriereweg, finanzielle Freiheit, den Umgang mit Kritik, seine Haltung zum deutschen Unternehmertum und seine langfristigen Ambitionen.
Nico, wenn man deinen bisherigen Lebenslauf betrachtet, fällt auf, dass du schon relativ früh verschiedene unternehmerische Projekte gestartet hast. Wie würdest du dich selbst jemandem beschreiben, der dich bisher noch nicht kennt?
Ich würde mich als jemanden beschreiben, der ungern darauf wartet, dass sich Dinge von selbst verändern. Ich habe relativ früh angefangen, eigene Projekte aufzubauen, unterschiedliche Geschäftsmodelle auszuprobieren und mir Gedanken darüber zu machen, wie man aus einer Idee etwas Wirtschaftliches entwickeln kann. Dabei war ich nie besonders darauf aus, einen vorgezeichneten Weg zu verfolgen. Mich interessiert viel eher, welche Möglichkeiten sich außerhalb dessen ergeben, was gesellschaftlich üblicherweise als normaler Karriereweg angesehen wird.
Ich bin durchaus ehrgeizig, manchmal wahrscheinlich auch ziemlich direkt, und habe einen starken Drang nach Unabhängigkeit. Gleichzeitig bin ich jemand, der sich gerne mit neuen Themen beschäftigt, Zusammenhänge verstehen möchte und versucht, Chancen zu erkennen, bevor sie für die breite Masse offensichtlich werden.
Was treibt dich persönlich an? Geht es dir um Geld, Anerkennung oder darum, etwas Eigenes aufzubauen?
Es ist tatsächlich eine Mischung aus finanzieller Freiheit, Anerkennung und Unabhängigkeit. Ich würde nicht behaupten, dass Geld für mich keine Rolle spielt. Im Gegenteil. Finanzielle Freiheit ist ein wesentlicher Bestandteil dessen, was ich erreichen möchte. Allerdings geht es mir dabei weniger darum, möglichst viel Geld auf einem Konto liegen zu haben, sondern darum, Entscheidungen treffen zu können, ohne dass finanzielle Einschränkungen ständig im Hintergrund stehen.
Ich möchte nicht irgendwann auf eine berufliche Situation angewiesen sein, nur weil ich meine laufenden Kosten decken muss. Ich möchte selbst entscheiden können, woran ich arbeite, mit wem ich zusammenarbeite und welche Projekte ich verfolge.
Anerkennung spielt ebenfalls eine Rolle. Ich finde es durchaus interessant, wenn Menschen wahrnehmen, was man aufgebaut hat. Ich glaube auch nicht, dass man sich dafür schämen muss. Wer viel Zeit, Energie und Arbeit in etwas investiert, darf sich darüber freuen, wenn das Ergebnis sichtbar wird.
Letztlich ist es aber die Unabhängigkeit, die für mich alles miteinander verbindet. Geld ermöglicht Möglichkeiten, Anerkennung bestätigt eine gewisse Leistung und unternehmerische Tätigkeit schafft im Idealfall die Freiheit, das eigene Leben selbst zu gestalten.
Du hast einmal gesagt, dass du bereits mit etwa 14 Jahren wusstest, dass du kein gewöhnliches Arbeitsleben führen möchtest. Woher kam dieser Gedanke?
Ich kann mich nicht an einen einzigen konkreten Moment erinnern, an dem mir das bewusst geworden ist. Es war eher eine Entwicklung. Mit ungefähr 14 Jahren habe ich angefangen, mich intensiver damit auseinanderzusetzen, wie das spätere Leben eigentlich aussehen soll. Und irgendwann war für mich klar, dass ich mir diesen klassischen Weg nicht wirklich vorstellen kann.
Schule, Ausbildung, anschließend ein Arbeitsplatz mit festen Arbeitszeiten und dann jahrzehntelang denselben Ablauf – das war einfach nicht das, was ich mir für mein Leben gewünscht habe.
Das bedeutet nicht, dass ich klassische Beschäftigungsverhältnisse grundsätzlich schlecht finde. Für viele Menschen ist das ein sinnvoller und passender Weg. Ich habe nur relativ früh gemerkt, dass ich persönlich andere Vorstellungen habe. Ich wollte etwas aufbauen, eigene Entscheidungen treffen und nicht ausschließlich meine Arbeitszeit gegen ein festgelegtes Einkommen tauschen.
Ich glaube, dass dieser Gedanke auch meinen späteren Einstieg in Social Media und andere unternehmerische Tätigkeiten beeinflusst hat. Ich habe relativ früh nach Möglichkeiten gesucht, mit denen sich unabhängig von einem klassischen Beschäftigungsverhältnis etwas aufbauen lässt.
Wie würdest du deine Kindheit beschreiben? Gab es bereits damals Anzeichen für deinen späteren Unternehmergeist?
Meine Kindheit würde ich insgesamt als relativ unbeschwert beschreiben. Natürlich war nicht immer alles vollkommen geradlinig. Ich war zeitweise sicherlich kein besonders unkomplizierter Schüler und würde mich rückblickend durchaus als jemanden beschreiben, der gelegentlich aus dem Rahmen gefallen ist.
Ich war nicht unbedingt derjenige, der immer alles so gemacht hat, wie es von ihm erwartet wurde. Das hatte nicht zwangsläufig etwas mit einem ausgeprägten unternehmerischen Denken zu tun, aber ich hatte schon früh meine eigenen Vorstellungen.
Rückblickend würde ich sagen, dass sich mein Wunsch nach Selbstbestimmung relativ früh entwickelt hat. Ich wollte nicht unbedingt gegen alles sein, aber ich wollte verstehen, warum bestimmte Dinge so gemacht werden und ob es nicht auch andere Möglichkeiten gibt.
Dein Ehrgeiz scheint ein ziemlich zentraler Bestandteil deiner Persönlichkeit zu sein. Woher kommt dieser Antrieb?
Ich glaube, dass ich schon immer einen gewissen Ehrgeiz hatte. Das ist nichts, was erst durch meine unternehmerischen Projekte entstanden ist. Ich wollte grundsätzlich Ergebnisse sehen und hatte nie besonders viel Freude daran, Dinge nur anzufangen, ohne anschließend etwas daraus zu machen.
Was sich mit der Zeit verändert hat, ist wahrscheinlich die Größenordnung meiner Ziele. Wenn man einmal erlebt hat, dass man mit einer eigenen Idee tatsächlich etwas erreichen kann, verschiebt sich die eigene Vorstellung davon, was möglich ist.
Man beginnt, größer zu denken. Ein Projekt wird zum nächsten Projekt, aus einer kleinen Reichweite werden Millionenaufrufe und aus einer ersten Geschäftsidee entsteht irgendwann ein Unternehmen.
Ich glaube, dass man sich selbst relativ schnell begrenzt, wenn man ausschließlich das für realistisch hält, was man in seinem unmittelbaren Umfeld beobachten kann.
Du hast bereits in jungen Jahren öffentliche Sichtbarkeit aufgebaut. Wie gehst du mit Kritik und teilweise sehr persönlichen Angriffen um?
Kritik gehört dazu. Ich habe grundsätzlich überhaupt kein Problem damit, wenn jemand eine begründete Kritik äußert. Im Gegenteil: Wenn mir jemand nachvollziehbar erklärt, was ich besser machen könnte oder wo ein Fehler liegt, kann das durchaus wertvoll sein.
Was ich allerdings wenig sinnvoll finde, ist reines Bashing. Es gibt einen Unterschied zwischen einer sachlichen Auseinandersetzung und persönlichen Angriffen, bei denen es überhaupt nicht mehr um die Sache geht.
Gerade wenn man öffentlich sichtbar ist, begegnet man zwangsläufig Menschen, die sich ein Urteil bilden, ohne die Hintergründe zu kennen. Manche reduzieren unternehmerische Leistungen beispielsweise auf den Einsatz von künstlicher Intelligenz und behaupten, die eigentliche Arbeit habe ohnehin die Technologie übernommen.
Das halte ich für eine ziemlich verkürzte Betrachtungsweise. KI ist ein Werkzeug. Entscheidend ist, wer es wie einsetzt, welche Idee dahintersteht, welche Entscheidungen getroffen werden und ob daraus tatsächlich ein funktionierendes Geschäftsmodell entsteht.
Wenn zwei Menschen Zugang zu denselben Werkzeugen haben, aber nur einer davon ein erfolgreiches Projekt aufbaut, dann liegt der Unterschied offensichtlich nicht allein im Werkzeug. Die Umsetzung, die Strategie und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, spielen eine erhebliche Rolle.
Ich habe deshalb irgendwann aufgehört, mich mit jeder einzelnen negativen Äußerung auseinanderzusetzen. Man muss nicht jede Meinung ernst nehmen, nur weil sie öffentlich geäußert wurde.
Macht Unternehmertum einsam, insbesondere wenn man noch relativ jung ist?
Ja, das kann es durchaus. Vor allem dann, wenn man in seinem unmittelbaren Umfeld kaum Menschen hat, die ähnliche Ziele verfolgen oder sich mit vergleichbaren Themen beschäftigen.
Wenn man sich mit Unternehmensaufbau, Geschäftsmodellen, Skalierung oder strategischen Entscheidungen auseinandersetzt, während andere Menschen ganz andere Prioritäten haben, entstehen natürlich unterschiedliche Lebensrealitäten.
Ich empfinde das allerdings nicht ausschließlich negativ. Manchmal ist es sogar angenehm, wenn man sich auf seine eigenen Projekte konzentrieren kann, ohne ständig von außen beeinflusst zu werden.
Ich glaube, dass man lernen muss, mit dieser Situation umzugehen. Nicht jeder muss verstehen, was man vorhat. Und nicht jede unternehmerische Entscheidung muss im eigenen Umfeld nachvollziehbar sein.
Wie hat deine unternehmerische Reise eigentlich begonnen?
Meine ersten ernsthaften Schritte waren im Bereich Social Media und Reselling. Das waren zwei unterschiedliche Ansätze, aber beide haben mir relativ früh gezeigt, dass sich mit digitalen Geschäftsmodellen und eigenständigem Handeln wirtschaftliche Möglichkeiten ergeben können.
Besonders Social Media hat sich für mich zu einem größeren Projekt entwickelt. Ich habe verschiedene Accounts aufgebaut, Inhalte veröffentlicht und mich intensiv damit beschäftigt, wie Plattformen funktionieren und weshalb bestimmte Beiträge eine besonders hohe Reichweite erzielen.
Dabei ging es mir relativ schnell nicht mehr nur darum, Inhalte zu veröffentlichen. Mich hat vor allem die dahinterliegende Mechanik interessiert: Wie schafft man es, dass Menschen ein Video nicht nach wenigen Sekunden wegwischen? Welche Faktoren sorgen dafür, dass jemand kommentiert, den Beitrag teilt oder sich das Video mehrfach ansieht?
Aus diesen Beobachtungen habe ich mit der Zeit eine eigene Strategie entwickelt. Das war letztlich eine wichtige Grundlage für meine späteren unternehmerischen Aktivitäten.
Du hast mit Social Media Millionenreichweiten aufgebaut, teilweise mit sogenannten Faceless Accounts. Was war dein Erfolgsrezept?
Ich habe mich relativ früh auf die Frage konzentriert, wie Aufmerksamkeit im digitalen Raum funktioniert. Bei einem Video entscheiden häufig die ersten Sekunden darüber, ob jemand überhaupt weiterschaut. Danach geht es darum, die Aufmerksamkeit möglichst lange aufrechtzuerhalten und eine Interaktion auszulösen.
Das klingt zunächst relativ einfach, aber dahinter steckt einiges an Analyse. Man muss verstehen, welche Inhalte Menschen interessieren, welche Erzählweisen funktionieren und wie man Informationen so präsentiert, dass sie nicht sofort wieder vergessen werden.
Ich habe dabei auch bewusst mit Faceless Accounts gearbeitet. Man muss nicht zwingend selbst vor der Kamera stehen, um eine große Reichweite aufzubauen oder eine Marke zu entwickeln.
Über verschiedene Accounts hinweg konnte ich mehr als 200 Millionen organische Aufrufe erzielen. Insgesamt habe ich 13 Social-Media-Accounts betrieben, von denen neun die Marke von 100.000 Followern überschritten haben.
Was ich daraus vor allem mitgenommen habe, ist ein Verständnis für digitale Aufmerksamkeit, Content-Strategien und skalierbare Prozesse. Diese Erfahrungen sind auch heute noch für meine Arbeit im Marketing und in der Unternehmenskommunikation relevant.
Später hast du begonnen, Bücher zu veröffentlichen. Was war deine Motivation dahinter?
Bei meinen ersten beiden Büchern standen unterschiedliche Gedanken im Mittelpunkt.
Mit „Rede weniger. Mach mehr!“ wollte ich vor allem eine Beobachtung aufgreifen, die mir schon länger aufgefallen ist: Viele Menschen sprechen sehr viel über ihre Ziele, ihre Ideen und ihre Zukunft, setzen aber vergleichsweise wenig davon tatsächlich um.
Ich wollte die Gedanken, die ich mir über Eigeninitiative, Umsetzung und persönliche Entwicklung gemacht hatte, in einer kompakten Form zusammenführen. Es ging mir darum, Menschen dazu zu bringen, weniger Zeit mit dem bloßen Reden über Vorhaben zu verbringen und stattdessen tatsächlich anzufangen.
„Skalierung durch Rhetorik“ ist stärker durch meine eigenen Erfahrungen im Vertrieb geprägt. Ich war selbst mehrere Monate im Vertrieb tätig und konnte dort relativ konkrete Erfahrungen sammeln. Im Durchschnitt habe ich täglich zwei bis drei Menschen akquirieren können. An besonders erfolgreichen Tagen waren es auch einmal sechs, während es vereinzelt natürlich Tage gab, an denen kein Abschluss zustande kam.
Dabei habe ich gemerkt, wie entscheidend Kommunikation, Argumentation und die richtige Ansprache für wirtschaftliche Ergebnisse sein können. Genau diese Erfahrungen wollte ich in dem Buch aufarbeiten.
Du hast mit Adlerquell Verlag sogar ein eigenes Verlagsunternehmen gegründet. Was steckt dahinter?
Adlerquell Verlag ist ein weiteres unternehmerisches Projekt von mir. Die Motivation dahinter war tatsächlich zunächst relativ pragmatisch: Ich habe ein Geschäftsmodell gesehen, mit dem sich Bücher veröffentlichen und wirtschaftlich verwerten lassen.
Ich finde es interessant, unterschiedliche Märkte auszuprobieren und Geschäftsmodelle nicht nur theoretisch zu betrachten, sondern selbst umzusetzen.
Der Verlag arbeitet unter anderem mit Print-on-Demand. Dadurch lassen sich Veröffentlichungen realisieren, ohne dass zunächst große Auflagen produziert und finanziert werden müssen. Das ermöglicht eine vergleichsweise flexible Veröffentlichung unterschiedlicher Titel.
Mittlerweile ist daraus ein eigenes Verlagsprojekt mit einem stetig wachsenden Publikationsbestand geworden. Ich sehe darin vor allem ein Geschäftsmodell, das sich mit entsprechenden Prozessen und einer langfristigen Veröffentlichungsstrategie weiterentwickeln lässt.
Gab es auf deinem bisherigen Weg einen Moment, in dem du besonders deutlich gemerkt hast, dass aus deinen Projekten tatsächlich etwas Größeres entstehen kann?
Ich glaube, das war weniger ein einzelner Moment als vielmehr die Summe verschiedener Erfahrungen.
Wenn man zum ersten Mal merkt, dass ein selbst aufgebauter Social-Media-Account tatsächlich Millionen Menschen erreicht, ist das natürlich etwas anderes, als wenn man lediglich eine Idee im Kopf hat. Ähnlich ist es, wenn aus einer eigenen Veröffentlichung echte Buchverkäufe entstehen oder ein Geschäftsmodell beginnt, regelmäßig Einnahmen zu generieren.
Solche Erfahrungen verändern die eigene Perspektive. Man erkennt, dass man nicht zwangsläufig auf eine klassische berufliche Laufbahn angewiesen ist, um wirtschaftlich etwas aufzubauen.
Gleichzeitig habe ich dadurch gelernt, dass ein einzelner Erfolg noch lange keine langfristige unternehmerische Stabilität bedeutet. Viel entscheidender ist, ob man wiederholt Projekte aufbauen, weiterentwickeln und wirtschaftlich tragfähig gestalten kann.
Was bedeutet Erfolg für dich persönlich? Würdest du dich selbst bereits als erfolgreich bezeichnen?
Für mich bedeutet Erfolg in erster Linie finanzielle Unabhängigkeit. Ich möchte in einer Situation sein, in der ich Entscheidungen nicht danach treffen muss, ob ich mir etwas leisten kann oder nicht.
Das bedeutet nicht, dass ich irgendwann nichts mehr machen möchte. Ich glaube sogar, dass ich weiterhin unternehmerisch tätig wäre, selbst wenn ich finanziell vollkommen unabhängig wäre. Allerdings wäre es dann eine bewusste Entscheidung und keine wirtschaftliche Notwendigkeit.
Wenn ich meinen bisherigen Weg betrachte, würde ich sagen, dass ich für mein Alter bereits einiges erreicht habe. Trotzdem wäre es vermessen, mich selbst schon dort einzuordnen, wo ich eigentlich hinmöchte.
Ich habe noch sehr viel vor. Die bisherigen Projekte sind für mich eher eine Grundlage als ein Endergebnis.
Kommen wir zu deinem aktuellen Projekt: DPP-Flash. Wie ist die Idee entstanden und was hat dich daran überzeugt?
Mich hat vor allem das Marktpotenzial überzeugt. Der digitale Produktpass wird durch die europäischen Regulierungsanforderungen für viele Unternehmen zunehmend relevant. Gleichzeitig ist die praktische Umsetzung für zahlreiche Hersteller mit erheblichem Aufwand verbunden.
Als Julian auf die entsprechende EU-Regulierung aufmerksam geworden ist, haben wir uns mit dem Thema intensiver beschäftigt und schließlich entschieden, das Projekt aufzubauen.
Was mich besonders interessiert hat, war die Möglichkeit, einen Markt zu erschließen, der sich noch stark entwickelt und in den kommenden Jahren erheblich an Bedeutung gewinnen dürfte.
Man kann mit einer solchen Lösung tatsächlich ein konkretes Problem von Unternehmen adressieren. Gleichzeitig ist das Geschäftsmodell grundsätzlich skalierbar, weil sich die zugrunde liegende Software für unterschiedliche Hersteller, Produktgruppen und Märkte einsetzen lässt.
Ich fand die Kombination aus regulatorischer Notwendigkeit, einem konkreten Kundenproblem und einem skalierbaren Softwaregeschäft besonders interessant.
Welche Rolle übernimmst du bei DPP-Flash?
Ich bin Co-CEO und CMO von DPP-Flash. Meine Verantwortung liegt insbesondere in den Bereichen Marketing, Vertrieb, PR, Unternehmenskommunikation, strategische Positionierung und Partnerschaften.
Das bedeutet, dass ich mich nicht ausschließlich um die Vermarktung der Software kümmere. Es geht auch darum, wie wir das Unternehmen nach außen positionieren, welche Zielgruppen wir ansprechen, welche Partnerschaften sinnvoll sind und wie wir langfristig eine erkennbare Marke im Markt aufbauen.
Gerade in einem noch jungen Markt ist die Positionierung entscheidend. Unternehmen müssen verstehen, welches Problem eine Software löst und weshalb sie sich überhaupt mit einem bestimmten Anbieter beschäftigen sollten.
Wir wollen nicht einfach nur eine weitere Software anbieten, sondern eine Lösung entwickeln, die den tatsächlichen Aufwand bei der Vorbereitung und Erstellung digitaler Produktpässe reduziert.
Was unterscheidet DPP-Flash deiner Meinung nach von anderen Anbietern?
Ich würde vor allem die Kombination unserer Funktionen hervorheben.
Ein wesentliches Merkmal ist unsere KI-gestützte Datenextraktion. Unternehmen können umfangreiche PDF-Dokumente mit relevanten Produktinformationen verarbeiten lassen, anstatt sämtliche Daten manuell zusammensuchen und übertragen zu müssen.
Hinzu kommt unser Self-Onboarding. Wir wollen, dass auch Menschen ohne ausgeprägte technische Kenntnisse mit der Plattform arbeiten können. Es sollte nicht notwendig sein, zunächst ein umfangreiches IT-Projekt zu starten, nur um einen digitalen Produktpass erstellen zu können.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist unser automatisierter Lieferanten-Outreach. Wenn bestimmte Informationen fehlen, soll die Plattform die Nachforderung bei den entsprechenden Lieferanten unterstützen. Das ist besonders relevant, weil Unternehmen häufig nicht selbst über sämtliche benötigten Produktinformationen verfügen.
Anschließend werden die Informationen für die Erstellung des digitalen Produktpasses genutzt. Wir versuchen also, mehrere Arbeitsschritte miteinander zu verbinden, die andernfalls häufig getrennt voneinander stattfinden.
Unser Anspruch ist es, den gesamten Prozess so einfach und wirtschaftlich wie möglich zu gestalten.
Wo soll DPP-Flash in fünf Jahren stehen?
Das größtmögliche Szenario ist für mich ganz klar die Marktführerschaft im Bereich Digital Product Passport Software.
Natürlich ist das ein ambitioniertes Ziel. Aber ich finde, dass man sich als Unternehmer nicht ausschließlich mit kleinen, kurzfristig erreichbaren Zielen beschäftigen sollte.
Wir wollen eine Plattform aufbauen, die für Hersteller unterschiedlicher Größenordnungen relevant ist und sich langfristig auch international etablieren kann.
Der digitale Produktpass betrifft nicht nur einen einzelnen Markt oder ein einzelnes Land. Die europäischen Anforderungen schaffen einen Bedarf, der sich über zahlreiche Branchen erstreckt. Daraus ergeben sich entsprechende Wachstumsmöglichkeiten.
Ich würde gerne sehen, dass DPP-Flash in einigen Jahren zu den Anbietern gehört, die Unternehmen als Erstes in Betracht ziehen, wenn sie eine Software für den digitalen Produktpass suchen.
Was ist dir bei der Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern besonders wichtig?
Ehrlichkeit. Das ist für mich wahrscheinlich der wichtigste Punkt.
Ich finde, man sollte in einer geschäftlichen Zusammenarbeit offen miteinander umgehen können. Wenn etwas nicht funktioniert, sollte man das direkt ansprechen können. Wenn man mit einer Entscheidung nicht einverstanden ist, sollte man das ebenfalls sagen können.
Ich halte wenig davon, Dinge künstlich schönzureden oder Probleme hinter freundlichen Formulierungen zu verstecken.
Natürlich muss man dabei respektvoll bleiben. Aber ich glaube, dass eine Zusammenarbeit langfristig nur funktioniert, wenn sich alle Beteiligten darauf verlassen können, dass offen kommuniziert wird.
Triffst du unternehmerische Entscheidungen eher intuitiv oder analytisch?
Es ist eine Mischung aus beidem.
Bei manchen Entscheidungen verlasse ich mich durchaus auf mein Gefühl, insbesondere wenn es darum geht, ob eine Geschäftsidee grundsätzlich interessant sein könnte oder ob eine bestimmte Gelegenheit Potenzial hat.
Sobald es allerdings um konkrete strategische oder wirtschaftliche Entscheidungen geht, spielen Zahlen und nachvollziehbare Überlegungen eine wichtige Rolle.
Ich glaube nicht, dass man als Unternehmer ausschließlich analytisch oder ausschließlich intuitiv arbeiten sollte. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung. Wichtig ist, dass man weiß, wann man sich auf welche Grundlage verlassen kann.
Du hast eine durchaus kritische Haltung gegenüber dem klassischen Bildungs- und Karriereweg. Ist ein guter Schulabschluss deiner Meinung nach überhaupt notwendig, um erfolgreich zu werden?
Ich glaube, dass viele Menschen den Zusammenhang zwischen Bildung und wirtschaftlichem Erfolg falsch verstehen.
Ein guter Schulabschluss kann durchaus hilfreich sein. Er kann Türen öffnen und ist für bestimmte berufliche Laufbahnen eine wichtige Voraussetzung. Aber ich halte es für falsch, daraus abzuleiten, dass man zwingend gute schulische Leistungen benötigt, um wirtschaftlich erfolgreich zu werden.
Wenn man innerhalb eines klassischen Nine-to-five-Arbeitsverhältnisses Karriere machen möchte, kann ein guter Bildungsabschluss sicherlich einen erheblichen Unterschied machen.
Wenn man allerdings außerhalb dieser Strukturen ein eigenes Unternehmen aufbauen möchte, verschieben sich die Anforderungen. Dann zählen unternehmerisches Denken, Umsetzungskompetenz, Marktverständnis, Vertrieb, Netzwerke und die Fähigkeit, wirtschaftliche Chancen zu erkennen.
Ein Abschluss allein baut kein Unternehmen auf. Und ein gutes Zeugnis bedeutet nicht automatisch, dass jemand ein erfolgreicher Unternehmer wird.
Ich würde deshalb nicht sagen, dass Schule grundsätzlich unwichtig ist. Ich würde vielmehr sagen, dass schulische Leistungen und unternehmerischer Erfolg zwei unterschiedliche Dinge sind, die nicht zwangsläufig miteinander zusammenhängen.
Du hast auch deutliche Kritik am Wirtschaftsstandort Deutschland geäußert. Was stört dich besonders?
Ich finde, dass Deutschland es Selbstständigen und Unternehmern in vielen Bereichen unnötig schwer macht.
Es gibt eine enorme Bürokratie, zahlreiche administrative Verpflichtungen und teilweise Prozesse, die gerade kleinere Unternehmen unverhältnismäßig stark belasten. Wenn man ein Unternehmen aufbauen möchte, sollte man möglichst viel Zeit in das eigentliche Geschäft investieren können. Stattdessen beschäftigt man sich häufig mit Formularen, Nachweisen, Meldungen und anderen organisatorischen Anforderungen.
Was mich besonders stört, ist das Verhältnis zwischen dem Aufwand, den man als Selbstständiger betreiben muss, und den tatsächlichen Möglichkeiten, sich auf das eigene Unternehmen zu konzentrieren.
Ich habe manchmal den Eindruck, dass die Rahmenbedingungen in Deutschland eher darauf ausgelegt sind, bestehende Strukturen zu verwalten, als neue unternehmerische Initiativen zu erleichtern.
Dabei sollte man gerade diejenigen unterstützen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, Arbeitsplätze zu schaffen und wirtschaftliche Risiken einzugehen.
Ich würde mir deutlich weniger Bürokratie, einfachere Gründungsprozesse und mehr Vertrauen in unternehmerische Eigenverantwortung wünschen.
Kannst du dir vorstellen, Deutschland langfristig zu verlassen?
Ja, ich kann mir das durchaus vorstellen. Ich beschäftige mich schon länger mit dem Gedanken, meinen Lebensmittelpunkt ins Ausland zu verlagern.
Mich interessieren insbesondere Länder, in denen ich mehr persönliche und unternehmerische Freiheit sehe. Für mich ist dabei entscheidend, dass ich meine beruflichen Projekte unabhängig vom Wohnort weiterführen kann.
Ich möchte langfristig dort leben, wo die Rahmenbedingungen zu meinen Vorstellungen passen. Das muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass ich sämtliche geschäftlichen Verbindungen nach Deutschland abbreche. Gerade bei digitalen Geschäftsmodellen ist man nicht zwingend an einen einzigen Standort gebunden.
Ich sehe einen internationalen Lebensmittelpunkt deshalb eher als Möglichkeit, neue Perspektiven zu gewinnen und mein Leben selbstbestimmter zu gestalten.
Was möchtest du in den kommenden fünf Jahren erreichen?
Ein konkretes Ziel ist für mich, auf der Forbes 30 Under 30-Liste zu stehen. Das ist natürlich eine ambitionierte Vorstellung, aber ich finde es wichtig, sich auch Ziele zu setzen, die nicht selbstverständlich erreichbar sind.
Darüber hinaus möchte ich ein umfangreiches Portfolio erfolgreicher Projekte aufbauen. Ich möchte nicht nur ein einzelnes Unternehmen gründen und mich ausschließlich darauf konzentrieren, sondern langfristig verschiedene Geschäftsmodelle entwickeln, Beteiligungen aufbauen und unterschiedliche Märkte erschließen.
Dabei geht es mir nicht darum, möglichst viele Projekte gleichzeitig anzufangen. Vielmehr möchte ich Unternehmen und Geschäftsmodelle entwickeln, die tatsächlich wirtschaftlich funktionieren und langfristig Bestand haben.
Ich glaube, dass man unternehmerisch viel erreichen kann, wenn man bereit ist, sich immer wieder mit neuen Themen auseinanderzusetzen und nicht ausschließlich an dem festhält, was man bereits kennt.
Wenn du auf deinen bisherigen Weg zurückblickst: Gibt es etwas, das du deinem jüngeren Ich mitgeben würdest?
Wahrscheinlich, dass man sich weniger davon beeinflussen lassen sollte, was andere Menschen für möglich oder unmöglich halten.
Ich glaube, dass viele Menschen ihre eigenen Möglichkeiten unterschätzen, weil sie sich zu stark an ihrem unmittelbaren Umfeld orientieren. Wenn niemand in der eigenen Umgebung ein Unternehmen gegründet hat, erscheint Unternehmertum schnell wie etwas, das nur anderen Menschen vorbehalten ist.
Dabei muss man irgendwann einfach anfangen. Man wird Fehler machen, Projekte werden nicht funktionieren und manche Entscheidungen wird man rückblickend anders treffen.
Aber das gehört dazu. Man kann nicht erwarten, dass alles von Anfang an funktioniert.
Ich würde meinem jüngeren Ich deshalb sagen, dass es sich weniger mit den Meinungen anderer beschäftigen und mehr Zeit in die tatsächliche Umsetzung investieren sollte.
Und was soll man in einigen Jahren mit deinem Namen verbinden?
Ich würde gerne mit Unternehmertum, erfolgreichen Geschäftsmodellen und dem Aufbau nachhaltiger Unternehmen in Verbindung gebracht werden.
Mir wäre wichtig, dass man nicht nur einzelne Projekte mit meinem Namen verbindet, sondern eine gewisse Kontinuität erkennt. Dass ich verschiedene Unternehmen und Ideen aufgebaut habe, die tatsächlich einen wirtschaftlichen Wert geschaffen haben.
Ich möchte nicht nur jemand sein, der über Unternehmertum spricht. Ich möchte jemand sein, der es praktisch umsetzt.
Wenn ich in einigen Jahren auf meine bisherige Laufbahn zurückblicke, möchte ich sagen können, dass ich nicht einfach nur Möglichkeiten erkannt, sondern sie auch genutzt habe.
Nico, wenn man deinen bisherigen Lebenslauf betrachtet, fällt auf, dass du schon relativ früh verschiedene unternehmerische Projekte gestartet hast. Wie würdest du dich selbst jemandem beschreiben, der dich bisher noch nicht kennt?
Ich würde mich als jemanden beschreiben, der ungern darauf wartet, dass sich Dinge von selbst verändern. Ich habe relativ früh angefangen, eigene Projekte aufzubauen, unterschiedliche Geschäftsmodelle auszuprobieren und mir Gedanken darüber zu machen, wie man aus einer Idee etwas Wirtschaftliches entwickeln kann. Dabei war ich nie besonders darauf aus, einen vorgezeichneten Weg zu verfolgen. Mich interessiert viel eher, welche Möglichkeiten sich außerhalb dessen ergeben, was gesellschaftlich üblicherweise als normaler Karriereweg angesehen wird.
Ich bin durchaus ehrgeizig, manchmal wahrscheinlich auch ziemlich direkt, und habe einen starken Drang nach Unabhängigkeit. Gleichzeitig bin ich jemand, der sich gerne mit neuen Themen beschäftigt, Zusammenhänge verstehen möchte und versucht, Chancen zu erkennen, bevor sie für die breite Masse offensichtlich werden.
Was treibt dich persönlich an? Geht es dir um Geld, Anerkennung oder darum, etwas Eigenes aufzubauen?
Es ist tatsächlich eine Mischung aus finanzieller Freiheit, Anerkennung und Unabhängigkeit. Ich würde nicht behaupten, dass Geld für mich keine Rolle spielt. Im Gegenteil. Finanzielle Freiheit ist ein wesentlicher Bestandteil dessen, was ich erreichen möchte. Allerdings geht es mir dabei weniger darum, möglichst viel Geld auf einem Konto liegen zu haben, sondern darum, Entscheidungen treffen zu können, ohne dass finanzielle Einschränkungen ständig im Hintergrund stehen.
Ich möchte nicht irgendwann auf eine berufliche Situation angewiesen sein, nur weil ich meine laufenden Kosten decken muss. Ich möchte selbst entscheiden können, woran ich arbeite, mit wem ich zusammenarbeite und welche Projekte ich verfolge.
Anerkennung spielt ebenfalls eine Rolle. Ich finde es durchaus interessant, wenn Menschen wahrnehmen, was man aufgebaut hat. Ich glaube auch nicht, dass man sich dafür schämen muss. Wer viel Zeit, Energie und Arbeit in etwas investiert, darf sich darüber freuen, wenn das Ergebnis sichtbar wird.
Letztlich ist es aber die Unabhängigkeit, die für mich alles miteinander verbindet. Geld ermöglicht Möglichkeiten, Anerkennung bestätigt eine gewisse Leistung und unternehmerische Tätigkeit schafft im Idealfall die Freiheit, das eigene Leben selbst zu gestalten.
Du hast einmal gesagt, dass du bereits mit etwa 14 Jahren wusstest, dass du kein gewöhnliches Arbeitsleben führen möchtest. Woher kam dieser Gedanke?
Ich kann mich nicht an einen einzigen konkreten Moment erinnern, an dem mir das bewusst geworden ist. Es war eher eine Entwicklung. Mit ungefähr 14 Jahren habe ich angefangen, mich intensiver damit auseinanderzusetzen, wie das spätere Leben eigentlich aussehen soll. Und irgendwann war für mich klar, dass ich mir diesen klassischen Weg nicht wirklich vorstellen kann.
Schule, Ausbildung, anschließend ein Arbeitsplatz mit festen Arbeitszeiten und dann jahrzehntelang denselben Ablauf – das war einfach nicht das, was ich mir für mein Leben gewünscht habe.
Das bedeutet nicht, dass ich klassische Beschäftigungsverhältnisse grundsätzlich schlecht finde. Für viele Menschen ist das ein sinnvoller und passender Weg. Ich habe nur relativ früh gemerkt, dass ich persönlich andere Vorstellungen habe. Ich wollte etwas aufbauen, eigene Entscheidungen treffen und nicht ausschließlich meine Arbeitszeit gegen ein festgelegtes Einkommen tauschen.
Ich glaube, dass dieser Gedanke auch meinen späteren Einstieg in Social Media und andere unternehmerische Tätigkeiten beeinflusst hat. Ich habe relativ früh nach Möglichkeiten gesucht, mit denen sich unabhängig von einem klassischen Beschäftigungsverhältnis etwas aufbauen lässt.
Wie würdest du deine Kindheit beschreiben? Gab es bereits damals Anzeichen für deinen späteren Unternehmergeist?
Meine Kindheit würde ich insgesamt als relativ unbeschwert beschreiben. Natürlich war nicht immer alles vollkommen geradlinig. Ich war zeitweise sicherlich kein besonders unkomplizierter Schüler und würde mich rückblickend durchaus als jemanden beschreiben, der gelegentlich aus dem Rahmen gefallen ist.
Ich war nicht unbedingt derjenige, der immer alles so gemacht hat, wie es von ihm erwartet wurde. Das hatte nicht zwangsläufig etwas mit einem ausgeprägten unternehmerischen Denken zu tun, aber ich hatte schon früh meine eigenen Vorstellungen.
Rückblickend würde ich sagen, dass sich mein Wunsch nach Selbstbestimmung relativ früh entwickelt hat. Ich wollte nicht unbedingt gegen alles sein, aber ich wollte verstehen, warum bestimmte Dinge so gemacht werden und ob es nicht auch andere Möglichkeiten gibt.
Dein Ehrgeiz scheint ein ziemlich zentraler Bestandteil deiner Persönlichkeit zu sein. Woher kommt dieser Antrieb?
Ich glaube, dass ich schon immer einen gewissen Ehrgeiz hatte. Das ist nichts, was erst durch meine unternehmerischen Projekte entstanden ist. Ich wollte grundsätzlich Ergebnisse sehen und hatte nie besonders viel Freude daran, Dinge nur anzufangen, ohne anschließend etwas daraus zu machen.
Was sich mit der Zeit verändert hat, ist wahrscheinlich die Größenordnung meiner Ziele. Wenn man einmal erlebt hat, dass man mit einer eigenen Idee tatsächlich etwas erreichen kann, verschiebt sich die eigene Vorstellung davon, was möglich ist.
Man beginnt, größer zu denken. Ein Projekt wird zum nächsten Projekt, aus einer kleinen Reichweite werden Millionenaufrufe und aus einer ersten Geschäftsidee entsteht irgendwann ein Unternehmen.
Ich glaube, dass man sich selbst relativ schnell begrenzt, wenn man ausschließlich das für realistisch hält, was man in seinem unmittelbaren Umfeld beobachten kann.
Du hast bereits in jungen Jahren öffentliche Sichtbarkeit aufgebaut. Wie gehst du mit Kritik und teilweise sehr persönlichen Angriffen um?
Kritik gehört dazu. Ich habe grundsätzlich überhaupt kein Problem damit, wenn jemand eine begründete Kritik äußert. Im Gegenteil: Wenn mir jemand nachvollziehbar erklärt, was ich besser machen könnte oder wo ein Fehler liegt, kann das durchaus wertvoll sein.
Was ich allerdings wenig sinnvoll finde, ist reines Bashing. Es gibt einen Unterschied zwischen einer sachlichen Auseinandersetzung und persönlichen Angriffen, bei denen es überhaupt nicht mehr um die Sache geht.
Gerade wenn man öffentlich sichtbar ist, begegnet man zwangsläufig Menschen, die sich ein Urteil bilden, ohne die Hintergründe zu kennen. Manche reduzieren unternehmerische Leistungen beispielsweise auf den Einsatz von künstlicher Intelligenz und behaupten, die eigentliche Arbeit habe ohnehin die Technologie übernommen.
Das halte ich für eine ziemlich verkürzte Betrachtungsweise. KI ist ein Werkzeug. Entscheidend ist, wer es wie einsetzt, welche Idee dahintersteht, welche Entscheidungen getroffen werden und ob daraus tatsächlich ein funktionierendes Geschäftsmodell entsteht.
Wenn zwei Menschen Zugang zu denselben Werkzeugen haben, aber nur einer davon ein erfolgreiches Projekt aufbaut, dann liegt der Unterschied offensichtlich nicht allein im Werkzeug. Die Umsetzung, die Strategie und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, spielen eine erhebliche Rolle.
Ich habe deshalb irgendwann aufgehört, mich mit jeder einzelnen negativen Äußerung auseinanderzusetzen. Man muss nicht jede Meinung ernst nehmen, nur weil sie öffentlich geäußert wurde.
Macht Unternehmertum einsam, insbesondere wenn man noch relativ jung ist?
Ja, das kann es durchaus. Vor allem dann, wenn man in seinem unmittelbaren Umfeld kaum Menschen hat, die ähnliche Ziele verfolgen oder sich mit vergleichbaren Themen beschäftigen.
Wenn man sich mit Unternehmensaufbau, Geschäftsmodellen, Skalierung oder strategischen Entscheidungen auseinandersetzt, während andere Menschen ganz andere Prioritäten haben, entstehen natürlich unterschiedliche Lebensrealitäten.
Ich empfinde das allerdings nicht ausschließlich negativ. Manchmal ist es sogar angenehm, wenn man sich auf seine eigenen Projekte konzentrieren kann, ohne ständig von außen beeinflusst zu werden.
Ich glaube, dass man lernen muss, mit dieser Situation umzugehen. Nicht jeder muss verstehen, was man vorhat. Und nicht jede unternehmerische Entscheidung muss im eigenen Umfeld nachvollziehbar sein.
Wie hat deine unternehmerische Reise eigentlich begonnen?
Meine ersten ernsthaften Schritte waren im Bereich Social Media und Reselling. Das waren zwei unterschiedliche Ansätze, aber beide haben mir relativ früh gezeigt, dass sich mit digitalen Geschäftsmodellen und eigenständigem Handeln wirtschaftliche Möglichkeiten ergeben können.
Besonders Social Media hat sich für mich zu einem größeren Projekt entwickelt. Ich habe verschiedene Accounts aufgebaut, Inhalte veröffentlicht und mich intensiv damit beschäftigt, wie Plattformen funktionieren und weshalb bestimmte Beiträge eine besonders hohe Reichweite erzielen.
Dabei ging es mir relativ schnell nicht mehr nur darum, Inhalte zu veröffentlichen. Mich hat vor allem die dahinterliegende Mechanik interessiert: Wie schafft man es, dass Menschen ein Video nicht nach wenigen Sekunden wegwischen? Welche Faktoren sorgen dafür, dass jemand kommentiert, den Beitrag teilt oder sich das Video mehrfach ansieht?
Aus diesen Beobachtungen habe ich mit der Zeit eine eigene Strategie entwickelt. Das war letztlich eine wichtige Grundlage für meine späteren unternehmerischen Aktivitäten.
Du hast mit Social Media Millionenreichweiten aufgebaut, teilweise mit sogenannten Faceless Accounts. Was war dein Erfolgsrezept?
Ich habe mich relativ früh auf die Frage konzentriert, wie Aufmerksamkeit im digitalen Raum funktioniert. Bei einem Video entscheiden häufig die ersten Sekunden darüber, ob jemand überhaupt weiterschaut. Danach geht es darum, die Aufmerksamkeit möglichst lange aufrechtzuerhalten und eine Interaktion auszulösen.
Das klingt zunächst relativ einfach, aber dahinter steckt einiges an Analyse. Man muss verstehen, welche Inhalte Menschen interessieren, welche Erzählweisen funktionieren und wie man Informationen so präsentiert, dass sie nicht sofort wieder vergessen werden.
Ich habe dabei auch bewusst mit Faceless Accounts gearbeitet. Man muss nicht zwingend selbst vor der Kamera stehen, um eine große Reichweite aufzubauen oder eine Marke zu entwickeln.
Über verschiedene Accounts hinweg konnte ich mehr als 200 Millionen organische Aufrufe erzielen. Insgesamt habe ich 13 Social-Media-Accounts betrieben, von denen neun die Marke von 100.000 Followern überschritten haben.
Was ich daraus vor allem mitgenommen habe, ist ein Verständnis für digitale Aufmerksamkeit, Content-Strategien und skalierbare Prozesse. Diese Erfahrungen sind auch heute noch für meine Arbeit im Marketing und in der Unternehmenskommunikation relevant.
Später hast du begonnen, Bücher zu veröffentlichen. Was war deine Motivation dahinter?
Bei meinen ersten beiden Büchern standen unterschiedliche Gedanken im Mittelpunkt.
Mit „Rede weniger. Mach mehr!“ wollte ich vor allem eine Beobachtung aufgreifen, die mir schon länger aufgefallen ist: Viele Menschen sprechen sehr viel über ihre Ziele, ihre Ideen und ihre Zukunft, setzen aber vergleichsweise wenig davon tatsächlich um.
Ich wollte die Gedanken, die ich mir über Eigeninitiative, Umsetzung und persönliche Entwicklung gemacht hatte, in einer kompakten Form zusammenführen. Es ging mir darum, Menschen dazu zu bringen, weniger Zeit mit dem bloßen Reden über Vorhaben zu verbringen und stattdessen tatsächlich anzufangen.
„Skalierung durch Rhetorik“ ist stärker durch meine eigenen Erfahrungen im Vertrieb geprägt. Ich war selbst mehrere Monate im Vertrieb tätig und konnte dort relativ konkrete Erfahrungen sammeln. Im Durchschnitt habe ich täglich zwei bis drei Menschen akquirieren können. An besonders erfolgreichen Tagen waren es auch einmal sechs, während es vereinzelt natürlich Tage gab, an denen kein Abschluss zustande kam.
Dabei habe ich gemerkt, wie entscheidend Kommunikation, Argumentation und die richtige Ansprache für wirtschaftliche Ergebnisse sein können. Genau diese Erfahrungen wollte ich in dem Buch aufarbeiten.
Du hast mit Adlerquell Verlag sogar ein eigenes Verlagsunternehmen gegründet. Was steckt dahinter?
Adlerquell Verlag ist ein weiteres unternehmerisches Projekt von mir. Die Motivation dahinter war tatsächlich zunächst relativ pragmatisch: Ich habe ein Geschäftsmodell gesehen, mit dem sich Bücher veröffentlichen und wirtschaftlich verwerten lassen.
Ich finde es interessant, unterschiedliche Märkte auszuprobieren und Geschäftsmodelle nicht nur theoretisch zu betrachten, sondern selbst umzusetzen.
Der Verlag arbeitet unter anderem mit Print-on-Demand. Dadurch lassen sich Veröffentlichungen realisieren, ohne dass zunächst große Auflagen produziert und finanziert werden müssen. Das ermöglicht eine vergleichsweise flexible Veröffentlichung unterschiedlicher Titel.
Mittlerweile ist daraus ein eigenes Verlagsprojekt mit einem stetig wachsenden Publikationsbestand geworden. Ich sehe darin vor allem ein Geschäftsmodell, das sich mit entsprechenden Prozessen und einer langfristigen Veröffentlichungsstrategie weiterentwickeln lässt.
Gab es auf deinem bisherigen Weg einen Moment, in dem du besonders deutlich gemerkt hast, dass aus deinen Projekten tatsächlich etwas Größeres entstehen kann?
Ich glaube, das war weniger ein einzelner Moment als vielmehr die Summe verschiedener Erfahrungen.
Wenn man zum ersten Mal merkt, dass ein selbst aufgebauter Social-Media-Account tatsächlich Millionen Menschen erreicht, ist das natürlich etwas anderes, als wenn man lediglich eine Idee im Kopf hat. Ähnlich ist es, wenn aus einer eigenen Veröffentlichung echte Buchverkäufe entstehen oder ein Geschäftsmodell beginnt, regelmäßig Einnahmen zu generieren.
Solche Erfahrungen verändern die eigene Perspektive. Man erkennt, dass man nicht zwangsläufig auf eine klassische berufliche Laufbahn angewiesen ist, um wirtschaftlich etwas aufzubauen.
Gleichzeitig habe ich dadurch gelernt, dass ein einzelner Erfolg noch lange keine langfristige unternehmerische Stabilität bedeutet. Viel entscheidender ist, ob man wiederholt Projekte aufbauen, weiterentwickeln und wirtschaftlich tragfähig gestalten kann.
Was bedeutet Erfolg für dich persönlich? Würdest du dich selbst bereits als erfolgreich bezeichnen?
Für mich bedeutet Erfolg in erster Linie finanzielle Unabhängigkeit. Ich möchte in einer Situation sein, in der ich Entscheidungen nicht danach treffen muss, ob ich mir etwas leisten kann oder nicht.
Das bedeutet nicht, dass ich irgendwann nichts mehr machen möchte. Ich glaube sogar, dass ich weiterhin unternehmerisch tätig wäre, selbst wenn ich finanziell vollkommen unabhängig wäre. Allerdings wäre es dann eine bewusste Entscheidung und keine wirtschaftliche Notwendigkeit.
Wenn ich meinen bisherigen Weg betrachte, würde ich sagen, dass ich für mein Alter bereits einiges erreicht habe. Trotzdem wäre es vermessen, mich selbst schon dort einzuordnen, wo ich eigentlich hinmöchte.
Ich habe noch sehr viel vor. Die bisherigen Projekte sind für mich eher eine Grundlage als ein Endergebnis.
Kommen wir zu deinem aktuellen Projekt: DPP-Flash. Wie ist die Idee entstanden und was hat dich daran überzeugt?
Mich hat vor allem das Marktpotenzial überzeugt. Der digitale Produktpass wird durch die europäischen Regulierungsanforderungen für viele Unternehmen zunehmend relevant. Gleichzeitig ist die praktische Umsetzung für zahlreiche Hersteller mit erheblichem Aufwand verbunden.
Als Julian auf die entsprechende EU-Regulierung aufmerksam geworden ist, haben wir uns mit dem Thema intensiver beschäftigt und schließlich entschieden, das Projekt aufzubauen.
Was mich besonders interessiert hat, war die Möglichkeit, einen Markt zu erschließen, der sich noch stark entwickelt und in den kommenden Jahren erheblich an Bedeutung gewinnen dürfte.
Man kann mit einer solchen Lösung tatsächlich ein konkretes Problem von Unternehmen adressieren. Gleichzeitig ist das Geschäftsmodell grundsätzlich skalierbar, weil sich die zugrunde liegende Software für unterschiedliche Hersteller, Produktgruppen und Märkte einsetzen lässt.
Ich fand die Kombination aus regulatorischer Notwendigkeit, einem konkreten Kundenproblem und einem skalierbaren Softwaregeschäft besonders interessant.
Welche Rolle übernimmst du bei DPP-Flash?
Ich bin Co-CEO und CMO von DPP-Flash. Meine Verantwortung liegt insbesondere in den Bereichen Marketing, Vertrieb, PR, Unternehmenskommunikation, strategische Positionierung und Partnerschaften.
Das bedeutet, dass ich mich nicht ausschließlich um die Vermarktung der Software kümmere. Es geht auch darum, wie wir das Unternehmen nach außen positionieren, welche Zielgruppen wir ansprechen, welche Partnerschaften sinnvoll sind und wie wir langfristig eine erkennbare Marke im Markt aufbauen.
Gerade in einem noch jungen Markt ist die Positionierung entscheidend. Unternehmen müssen verstehen, welches Problem eine Software löst und weshalb sie sich überhaupt mit einem bestimmten Anbieter beschäftigen sollten.
Wir wollen nicht einfach nur eine weitere Software anbieten, sondern eine Lösung entwickeln, die den tatsächlichen Aufwand bei der Vorbereitung und Erstellung digitaler Produktpässe reduziert.
Was unterscheidet DPP-Flash deiner Meinung nach von anderen Anbietern?
Ich würde vor allem die Kombination unserer Funktionen hervorheben.
Ein wesentliches Merkmal ist unsere KI-gestützte Datenextraktion. Unternehmen können umfangreiche PDF-Dokumente mit relevanten Produktinformationen verarbeiten lassen, anstatt sämtliche Daten manuell zusammensuchen und übertragen zu müssen.
Hinzu kommt unser Self-Onboarding. Wir wollen, dass auch Menschen ohne ausgeprägte technische Kenntnisse mit der Plattform arbeiten können. Es sollte nicht notwendig sein, zunächst ein umfangreiches IT-Projekt zu starten, nur um einen digitalen Produktpass erstellen zu können.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist unser automatisierter Lieferanten-Outreach. Wenn bestimmte Informationen fehlen, soll die Plattform die Nachforderung bei den entsprechenden Lieferanten unterstützen. Das ist besonders relevant, weil Unternehmen häufig nicht selbst über sämtliche benötigten Produktinformationen verfügen.
Anschließend werden die Informationen für die Erstellung des digitalen Produktpasses genutzt. Wir versuchen also, mehrere Arbeitsschritte miteinander zu verbinden, die andernfalls häufig getrennt voneinander stattfinden.
Unser Anspruch ist es, den gesamten Prozess so einfach und wirtschaftlich wie möglich zu gestalten.
Wo soll DPP-Flash in fünf Jahren stehen?
Das größtmögliche Szenario ist für mich ganz klar die Marktführerschaft im Bereich Digital Product Passport Software.
Natürlich ist das ein ambitioniertes Ziel. Aber ich finde, dass man sich als Unternehmer nicht ausschließlich mit kleinen, kurzfristig erreichbaren Zielen beschäftigen sollte.
Wir wollen eine Plattform aufbauen, die für Hersteller unterschiedlicher Größenordnungen relevant ist und sich langfristig auch international etablieren kann.
Der digitale Produktpass betrifft nicht nur einen einzelnen Markt oder ein einzelnes Land. Die europäischen Anforderungen schaffen einen Bedarf, der sich über zahlreiche Branchen erstreckt. Daraus ergeben sich entsprechende Wachstumsmöglichkeiten.
Ich würde gerne sehen, dass DPP-Flash in einigen Jahren zu den Anbietern gehört, die Unternehmen als Erstes in Betracht ziehen, wenn sie eine Software für den digitalen Produktpass suchen.
Was ist dir bei der Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern besonders wichtig?
Ehrlichkeit. Das ist für mich wahrscheinlich der wichtigste Punkt.
Ich finde, man sollte in einer geschäftlichen Zusammenarbeit offen miteinander umgehen können. Wenn etwas nicht funktioniert, sollte man das direkt ansprechen können. Wenn man mit einer Entscheidung nicht einverstanden ist, sollte man das ebenfalls sagen können.
Ich halte wenig davon, Dinge künstlich schönzureden oder Probleme hinter freundlichen Formulierungen zu verstecken.
Natürlich muss man dabei respektvoll bleiben. Aber ich glaube, dass eine Zusammenarbeit langfristig nur funktioniert, wenn sich alle Beteiligten darauf verlassen können, dass offen kommuniziert wird.
Triffst du unternehmerische Entscheidungen eher intuitiv oder analytisch?
Es ist eine Mischung aus beidem.
Bei manchen Entscheidungen verlasse ich mich durchaus auf mein Gefühl, insbesondere wenn es darum geht, ob eine Geschäftsidee grundsätzlich interessant sein könnte oder ob eine bestimmte Gelegenheit Potenzial hat.
Sobald es allerdings um konkrete strategische oder wirtschaftliche Entscheidungen geht, spielen Zahlen und nachvollziehbare Überlegungen eine wichtige Rolle.
Ich glaube nicht, dass man als Unternehmer ausschließlich analytisch oder ausschließlich intuitiv arbeiten sollte. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung. Wichtig ist, dass man weiß, wann man sich auf welche Grundlage verlassen kann.
Du hast eine durchaus kritische Haltung gegenüber dem klassischen Bildungs- und Karriereweg. Ist ein guter Schulabschluss deiner Meinung nach überhaupt notwendig, um erfolgreich zu werden?
Ich glaube, dass viele Menschen den Zusammenhang zwischen Bildung und wirtschaftlichem Erfolg falsch verstehen.
Ein guter Schulabschluss kann durchaus hilfreich sein. Er kann Türen öffnen und ist für bestimmte berufliche Laufbahnen eine wichtige Voraussetzung. Aber ich halte es für falsch, daraus abzuleiten, dass man zwingend gute schulische Leistungen benötigt, um wirtschaftlich erfolgreich zu werden.
Wenn man innerhalb eines klassischen Nine-to-five-Arbeitsverhältnisses Karriere machen möchte, kann ein guter Bildungsabschluss sicherlich einen erheblichen Unterschied machen.
Wenn man allerdings außerhalb dieser Strukturen ein eigenes Unternehmen aufbauen möchte, verschieben sich die Anforderungen. Dann zählen unternehmerisches Denken, Umsetzungskompetenz, Marktverständnis, Vertrieb, Netzwerke und die Fähigkeit, wirtschaftliche Chancen zu erkennen.
Ein Abschluss allein baut kein Unternehmen auf. Und ein gutes Zeugnis bedeutet nicht automatisch, dass jemand ein erfolgreicher Unternehmer wird.
Ich würde deshalb nicht sagen, dass Schule grundsätzlich unwichtig ist. Ich würde vielmehr sagen, dass schulische Leistungen und unternehmerischer Erfolg zwei unterschiedliche Dinge sind, die nicht zwangsläufig miteinander zusammenhängen.
Du hast auch deutliche Kritik am Wirtschaftsstandort Deutschland geäußert. Was stört dich besonders?
Ich finde, dass Deutschland es Selbstständigen und Unternehmern in vielen Bereichen unnötig schwer macht.
Es gibt eine enorme Bürokratie, zahlreiche administrative Verpflichtungen und teilweise Prozesse, die gerade kleinere Unternehmen unverhältnismäßig stark belasten. Wenn man ein Unternehmen aufbauen möchte, sollte man möglichst viel Zeit in das eigentliche Geschäft investieren können. Stattdessen beschäftigt man sich häufig mit Formularen, Nachweisen, Meldungen und anderen organisatorischen Anforderungen.
Was mich besonders stört, ist das Verhältnis zwischen dem Aufwand, den man als Selbstständiger betreiben muss, und den tatsächlichen Möglichkeiten, sich auf das eigene Unternehmen zu konzentrieren.
Ich habe manchmal den Eindruck, dass die Rahmenbedingungen in Deutschland eher darauf ausgelegt sind, bestehende Strukturen zu verwalten, als neue unternehmerische Initiativen zu erleichtern.
Dabei sollte man gerade diejenigen unterstützen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, Arbeitsplätze zu schaffen und wirtschaftliche Risiken einzugehen.
Ich würde mir deutlich weniger Bürokratie, einfachere Gründungsprozesse und mehr Vertrauen in unternehmerische Eigenverantwortung wünschen.
Kannst du dir vorstellen, Deutschland langfristig zu verlassen?
Ja, ich kann mir das durchaus vorstellen. Ich beschäftige mich schon länger mit dem Gedanken, meinen Lebensmittelpunkt ins Ausland zu verlagern.
Mich interessieren insbesondere Länder, in denen ich mehr persönliche und unternehmerische Freiheit sehe. Für mich ist dabei entscheidend, dass ich meine beruflichen Projekte unabhängig vom Wohnort weiterführen kann.
Ich möchte langfristig dort leben, wo die Rahmenbedingungen zu meinen Vorstellungen passen. Das muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass ich sämtliche geschäftlichen Verbindungen nach Deutschland abbreche. Gerade bei digitalen Geschäftsmodellen ist man nicht zwingend an einen einzigen Standort gebunden.
Ich sehe einen internationalen Lebensmittelpunkt deshalb eher als Möglichkeit, neue Perspektiven zu gewinnen und mein Leben selbstbestimmter zu gestalten.
Was möchtest du in den kommenden fünf Jahren erreichen?
Ein konkretes Ziel ist für mich, auf der Forbes 30 Under 30-Liste zu stehen. Das ist natürlich eine ambitionierte Vorstellung, aber ich finde es wichtig, sich auch Ziele zu setzen, die nicht selbstverständlich erreichbar sind.
Darüber hinaus möchte ich ein umfangreiches Portfolio erfolgreicher Projekte aufbauen. Ich möchte nicht nur ein einzelnes Unternehmen gründen und mich ausschließlich darauf konzentrieren, sondern langfristig verschiedene Geschäftsmodelle entwickeln, Beteiligungen aufbauen und unterschiedliche Märkte erschließen.
Dabei geht es mir nicht darum, möglichst viele Projekte gleichzeitig anzufangen. Vielmehr möchte ich Unternehmen und Geschäftsmodelle entwickeln, die tatsächlich wirtschaftlich funktionieren und langfristig Bestand haben.
Ich glaube, dass man unternehmerisch viel erreichen kann, wenn man bereit ist, sich immer wieder mit neuen Themen auseinanderzusetzen und nicht ausschließlich an dem festhält, was man bereits kennt.
Wenn du auf deinen bisherigen Weg zurückblickst: Gibt es etwas, das du deinem jüngeren Ich mitgeben würdest?
Wahrscheinlich, dass man sich weniger davon beeinflussen lassen sollte, was andere Menschen für möglich oder unmöglich halten.
Ich glaube, dass viele Menschen ihre eigenen Möglichkeiten unterschätzen, weil sie sich zu stark an ihrem unmittelbaren Umfeld orientieren. Wenn niemand in der eigenen Umgebung ein Unternehmen gegründet hat, erscheint Unternehmertum schnell wie etwas, das nur anderen Menschen vorbehalten ist.
Dabei muss man irgendwann einfach anfangen. Man wird Fehler machen, Projekte werden nicht funktionieren und manche Entscheidungen wird man rückblickend anders treffen.
Aber das gehört dazu. Man kann nicht erwarten, dass alles von Anfang an funktioniert.
Ich würde meinem jüngeren Ich deshalb sagen, dass es sich weniger mit den Meinungen anderer beschäftigen und mehr Zeit in die tatsächliche Umsetzung investieren sollte.
Und was soll man in einigen Jahren mit deinem Namen verbinden?
Ich würde gerne mit Unternehmertum, erfolgreichen Geschäftsmodellen und dem Aufbau nachhaltiger Unternehmen in Verbindung gebracht werden.
Mir wäre wichtig, dass man nicht nur einzelne Projekte mit meinem Namen verbindet, sondern eine gewisse Kontinuität erkennt. Dass ich verschiedene Unternehmen und Ideen aufgebaut habe, die tatsächlich einen wirtschaftlichen Wert geschaffen haben.
Ich möchte nicht nur jemand sein, der über Unternehmertum spricht. Ich möchte jemand sein, der es praktisch umsetzt.
Wenn ich in einigen Jahren auf meine bisherige Laufbahn zurückblicke, möchte ich sagen können, dass ich nicht einfach nur Möglichkeiten erkannt, sondern sie auch genutzt habe.
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