Frauen werden in Medizin und Versorgung oft nach einem Männer-Standard beurteilt. Das ist kein neues Thema, aber eines, das aktuell politisches Gewicht bekommt. Anfang 2026 kündigte das Bundesgesundheitsministerium eine Förderung von bis zu zehn Millionen Euro für die Forschung zur Frauengesundheit an, um bestehende Wissenslücken zu schließen. Frauen zeigen oft andere Beschwerden, Symptome und Krankheitsverläufe, die bisher in Forschung und Versorgung zu wenig berücksichtigt wurden.
Schlaf ist dafür ein besonders anschauliches Beispiel. Bei der obstruktiven Schlafapnoe etwa ist das Beschwerdebild bei Frauen nicht durch lautes Schnarchen und sichtbare Atemaussetzer geprägt: Häufiger stehen Erschöpfung, Kopfschmerzen oder Stimmungsschwankungen im Vordergrund. Auf einem Fachkongress im Frühjahr 2026 bestätigte eine Schlafmedizinerin des Universitätsklinikums Nürnberg genau dieses Muster – und machte deutlich, dass die Störung bei Frauen deshalb oft unerkannt bleibt, selbst wenn Betroffene wiederholt ärztliche Hilfe suchen.
Die Global Sleep Survey von Resmed zeigt: Frauen berichten im Durchschnitt häufiger von Schlafbelastungen im Alltag als Männer – bei familiären Verpflichtungen (15 % vs. 12 %) und finanziellen Sorgen (17 % vs. 13 %) fällt der Unterschied besonders deutlich aus. Das allein ist noch keine Diagnose, zeigt jedoch, dass Frauen ohnehin häufiger über schlechten Schlaf klagen. Genau das macht es schwerer, eine dahinterliegende, behandelbare Schlafstörung zu erkennen. Stattdessen geht sie leicht im allgemeinen Erschöpfungsbild unter. Wie groß dieser blinde Fleck sein kann, zeigt sich exemplarisch bei der obstruktiven Schlafapnoe: Eine Studie im European Respiratory Journal fand, dass betroffene Frauen deutlich häufiger zunächst fälschlich mit Depression oder Insomnie diagnostiziert werden.
„Gerade bei Frauen werden Veränderungen des Schlafs häufig zunächst auf Stress, hormonelle Veränderungen oder einen belastenden Alltag zurückgeführt. Dadurch bleiben mögliche Schlafstörungen oft lange unerkannt, sodass Betroffene mitunter erst nach Jahren, und nach wiederholten Arztbesuchen, die richtige Diagnose und Behandlung erhalten“, sagt Dr. Leonie Maurer, Schlafforscherin und Lead Manager Science bei Resmed.
Wenn der Auslöser verschwindet – das Problem aber bleibt?
Der Grund liegt selten an mangelnder Aufmerksamkeit, sondern an naheliegenden Erklärungen: Stress, ein voller Alltag, hormonelle Veränderungen rund um Schwangerschaft, Geburt und Wechseljahre. Solche Faktoren können tatsächlich der Auslöser sein, entscheidend ist jedoch, dass sich eine Schlafstörung davon lösen und verselbstständigen kann. Sie besteht dann weiter, auch wenn die ursprüngliche Belastung längst vorüber ist. Wird das nicht erkannt, bleibt eine eigentlich behandelbare Schlafstörung oft unbehandelt, weil sie weiterhin fälschlich als bloße Begleiterscheinung der Lebensumstände gedeutet wird.
Hinzu kommt, dass in Aus- und Weiterbildung vor allem die eher männlich geprägten Symptome wie lautes Schnarchen im Fokus stehen – wodurch das abweichende Beschwerdebild bei Frauen seltener mit der eigentlichen Ursache in Verbindung gebracht wird. Für Versorgungsteams heißt das: Der Weg zur richtigen Abklärung kann unnötig lang werden und von wiederholten Kontakten, wechselnden Verdachtsdiagnosen und anhaltender Beeinträchtigung im Alltag geprägt sein.
Checkliste: Vier Anzeichen, bei denen Schlafstörungen bei Frauen mitgedacht werden sollte
Weil sich Schlafstörungen bei Frauen oft anders zeigen als erwartet, lohnt sich im Versorgungsalltag ein zweiter Blick – vor allem bei diesen vier Mustern:
1. Der Schlaf verändert sich – aber es fällt erst spät auf
Schlafprobleme beginnen selten abrupt, sondern schleichen sich ein: Betroffene verzeichnen oft eine ähnlich lange Schlafdauer wie zuvor, aber spürbar weniger Erholung. Oder sie beobachten zunehmendes nächtliches Aufwachen ohne erkennbaren Auslöser. Weil es keinen klaren Bruch gibt, werden solche Veränderungen oft erst rückblickend wahrgenommen.
2. „Das liegt bestimmt am Stress" – Müdigkeit wirkt erklärbar
Ein voller Arbeitstag, familiäre Verpflichtungen oder mentale Belastung liefern eine naheliegende Erklärung – auch für Konzentrationsprobleme oder morgendliche Kopfschmerzen. Der Zusammenhang zu nicht erholsamem Schlaf wird dabei selten hergestellt, obwohl anhaltende Tagesmüdigkeit auch auf eine Schlafstörung hinweisen kann.
3. Nicht nur eine Frage des Geschlechts – wenn sich Anzeichen unterscheiden
Viele Schlafstörungen werden mit einem bestimmten, oft männlich geprägten Beschwerdebild assoziiert – etwa lautes Schnarchen bei Schlafapnoe. Bei Frauen äußern sich die Symptome aber oft anders: Neben Müdigkeit stehen häufiger Konzentrationsprobleme, morgendliche Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen oder Ein- und Durchschlafstörungen im Vordergrund. Dadurch wird die Verbindung zu einer möglichen Schlafapnoe seltener hergestellt.
4. „Das ist halt so in meinem Alter" – Veränderungen werden normalisiert
Rund um die Wechseljahre werden Schlafveränderungen häufig als normaler Teil dieser Lebensphase eingeordnet. Der Impuls, sie abklären zu lassen, bleibt dadurch oft aus.
Wenn Selbsthilfe zum Dauerzustand wird
Dieses Muster – Beschwerden lange mittragen, statt früh Hilfe zu suchen – bestätigt auch eine aktuelle Studie zur Patient Journey bei Insomnie (via Somnio; mementor by Resmed): Fast jede zweite betroffene Person (47,8 %) leidet länger als fünf Jahre unter Schlafproblemen, bevor sie professionelle Hilfe sucht. Über 90 Prozent (92,2 %) versuchen zunächst, sich selbst zu helfen. Viele Betroffene wenden sich erst dann an medizinisches Fachpersonal, wenn der Leidensdruck sehr hoch ist: Rund 81 Prozent bewerten ihre Schlafprobleme unmittelbar vor der ersten Konsultation als (sehr) belastend (Mittelwert 4,2 von 5). Der Schritt zur Abklärung erfolgt häufig erst an einem Krisenpunkt.
Was sich hinter anhaltenden Schlafproblemen verbergen kann
Nicht jede Schlafstörung zeigt sich gleich und nicht jede lässt sich mit „einfach mal früher ins Bett gehen" lösen. Zu den häufigsten behandelbaren Ursachen zählen:
Insomnie – Ein- und/oder Durchschlafstörungen über einen längeren Zeitraum, oft verbunden mit Grübeln, spürbaren Beeinträchtigungen am Tag und Anspannung rund um den Schlaf.
Obstruktive Schlafapnoe – eine Schlafstörung mit nächtlichen Atemaussetzern, die bei Frauen seltener mit lautem Schnarchen, dafür häufiger mit Erschöpfung, Kopfschmerzen und Stimmungsschwankungen einhergeht.
Restless-Legs-Syndrom – unangenehmer Bewegungsdrang in den Beinen, der vor allem abends und nachts auftritt und den Schlaf empfindlich stört.
Schlafbezogene Beschwerden rund um Schwangerschaft und Wechseljahre – hormonell bedingte Veränderungen, die sich mit anderen Schlafstörungen überlagern und dadurch schwerer einzuordnen sind.
Eine ärztliche Abklärung bleibt der wichtigste nächste Schritt, um diese Ursachen zu unterscheiden und passende Optionen zu prüfen. Für eine erste Orientierung können strukturierte, wissenschaftlich fundierte Selbsttests unterstützen, das persönliche Risiko besser einzuschätzen.
Frauen werden in Medizin und Versorgung oft nach einem Männer-Standard beurteilt. Das ist kein neues Thema, aber eines, das aktuell politisches Gewicht bekommt. Anfang 2026 kündigte das Bundesgesundheitsministerium eine Förderung von bis zu zehn Millionen Euro für die Forschung zur Frauengesundheit an, um bestehende Wissenslücken zu schließen. Frauen zeigen oft andere Beschwerden, Symptome und Krankheitsverläufe, die bisher in Forschung und Versorgung zu wenig berücksichtigt wurden.
Schlaf ist dafür ein besonders anschauliches Beispiel. Bei der obstruktiven Schlafapnoe etwa ist das Beschwerdebild bei Frauen nicht durch lautes Schnarchen und sichtbare Atemaussetzer geprägt: Häufiger stehen Erschöpfung, Kopfschmerzen oder Stimmungsschwankungen im Vordergrund. Auf einem Fachkongress im Frühjahr 2026 bestätigte eine Schlafmedizinerin des Universitätsklinikums Nürnberg genau dieses Muster – und machte deutlich, dass die Störung bei Frauen deshalb oft unerkannt bleibt, selbst wenn Betroffene wiederholt ärztliche Hilfe suchen.
Die Global Sleep Survey von Resmed zeigt: Frauen berichten im Durchschnitt häufiger von Schlafbelastungen im Alltag als Männer – bei familiären Verpflichtungen (15 % vs. 12 %) und finanziellen Sorgen (17 % vs. 13 %) fällt der Unterschied besonders deutlich aus. Das allein ist noch keine Diagnose, zeigt jedoch, dass Frauen ohnehin häufiger über schlechten Schlaf klagen. Genau das macht es schwerer, eine dahinterliegende, behandelbare Schlafstörung zu erkennen. Stattdessen geht sie leicht im allgemeinen Erschöpfungsbild unter. Wie groß dieser blinde Fleck sein kann, zeigt sich exemplarisch bei der obstruktiven Schlafapnoe: Eine Studie im European Respiratory Journal fand, dass betroffene Frauen deutlich häufiger zunächst fälschlich mit Depression oder Insomnie diagnostiziert werden.
„Gerade bei Frauen werden Veränderungen des Schlafs häufig zunächst auf Stress, hormonelle Veränderungen oder einen belastenden Alltag zurückgeführt. Dadurch bleiben mögliche Schlafstörungen oft lange unerkannt, sodass Betroffene mitunter erst nach Jahren, und nach wiederholten Arztbesuchen, die richtige Diagnose und Behandlung erhalten“, sagt Dr. Leonie Maurer, Schlafforscherin und Lead Manager Science bei Resmed.
Wenn der Auslöser verschwindet – das Problem aber bleibt?
Der Grund liegt selten an mangelnder Aufmerksamkeit, sondern an naheliegenden Erklärungen: Stress, ein voller Alltag, hormonelle Veränderungen rund um Schwangerschaft, Geburt und Wechseljahre. Solche Faktoren können tatsächlich der Auslöser sein, entscheidend ist jedoch, dass sich eine Schlafstörung davon lösen und verselbstständigen kann. Sie besteht dann weiter, auch wenn die ursprüngliche Belastung längst vorüber ist. Wird das nicht erkannt, bleibt eine eigentlich behandelbare Schlafstörung oft unbehandelt, weil sie weiterhin fälschlich als bloße Begleiterscheinung der Lebensumstände gedeutet wird.
Hinzu kommt, dass in Aus- und Weiterbildung vor allem die eher männlich geprägten Symptome wie lautes Schnarchen im Fokus stehen – wodurch das abweichende Beschwerdebild bei Frauen seltener mit der eigentlichen Ursache in Verbindung gebracht wird. Für Versorgungsteams heißt das: Der Weg zur richtigen Abklärung kann unnötig lang werden und von wiederholten Kontakten, wechselnden Verdachtsdiagnosen und anhaltender Beeinträchtigung im Alltag geprägt sein.
Checkliste: Vier Anzeichen, bei denen Schlafstörungen bei Frauen mitgedacht werden sollte
Weil sich Schlafstörungen bei Frauen oft anders zeigen als erwartet, lohnt sich im Versorgungsalltag ein zweiter Blick – vor allem bei diesen vier Mustern:
1. Der Schlaf verändert sich – aber es fällt erst spät auf
Schlafprobleme beginnen selten abrupt, sondern schleichen sich ein: Betroffene verzeichnen oft eine ähnlich lange Schlafdauer wie zuvor, aber spürbar weniger Erholung. Oder sie beobachten zunehmendes nächtliches Aufwachen ohne erkennbaren Auslöser. Weil es keinen klaren Bruch gibt, werden solche Veränderungen oft erst rückblickend wahrgenommen.
2. „Das liegt bestimmt am Stress" – Müdigkeit wirkt erklärbar
Ein voller Arbeitstag, familiäre Verpflichtungen oder mentale Belastung liefern eine naheliegende Erklärung – auch für Konzentrationsprobleme oder morgendliche Kopfschmerzen. Der Zusammenhang zu nicht erholsamem Schlaf wird dabei selten hergestellt, obwohl anhaltende Tagesmüdigkeit auch auf eine Schlafstörung hinweisen kann.
3. Nicht nur eine Frage des Geschlechts – wenn sich Anzeichen unterscheiden
Viele Schlafstörungen werden mit einem bestimmten, oft männlich geprägten Beschwerdebild assoziiert – etwa lautes Schnarchen bei Schlafapnoe. Bei Frauen äußern sich die Symptome aber oft anders: Neben Müdigkeit stehen häufiger Konzentrationsprobleme, morgendliche Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen oder Ein- und Durchschlafstörungen im Vordergrund. Dadurch wird die Verbindung zu einer möglichen Schlafapnoe seltener hergestellt.
4. „Das ist halt so in meinem Alter" – Veränderungen werden normalisiert
Rund um die Wechseljahre werden Schlafveränderungen häufig als normaler Teil dieser Lebensphase eingeordnet. Der Impuls, sie abklären zu lassen, bleibt dadurch oft aus.
Wenn Selbsthilfe zum Dauerzustand wird
Dieses Muster – Beschwerden lange mittragen, statt früh Hilfe zu suchen – bestätigt auch eine aktuelle Studie zur Patient Journey bei Insomnie (via Somnio; mementor by Resmed): Fast jede zweite betroffene Person (47,8 %) leidet länger als fünf Jahre unter Schlafproblemen, bevor sie professionelle Hilfe sucht. Über 90 Prozent (92,2 %) versuchen zunächst, sich selbst zu helfen. Viele Betroffene wenden sich erst dann an medizinisches Fachpersonal, wenn der Leidensdruck sehr hoch ist: Rund 81 Prozent bewerten ihre Schlafprobleme unmittelbar vor der ersten Konsultation als (sehr) belastend (Mittelwert 4,2 von 5). Der Schritt zur Abklärung erfolgt häufig erst an einem Krisenpunkt.
Was sich hinter anhaltenden Schlafproblemen verbergen kann
Nicht jede Schlafstörung zeigt sich gleich und nicht jede lässt sich mit „einfach mal früher ins Bett gehen" lösen. Zu den häufigsten behandelbaren Ursachen zählen:
Insomnie – Ein- und/oder Durchschlafstörungen über einen längeren Zeitraum, oft verbunden mit Grübeln, spürbaren Beeinträchtigungen am Tag und Anspannung rund um den Schlaf.
Obstruktive Schlafapnoe – eine Schlafstörung mit nächtlichen Atemaussetzern, die bei Frauen seltener mit lautem Schnarchen, dafür häufiger mit Erschöpfung, Kopfschmerzen und Stimmungsschwankungen einhergeht.
Restless-Legs-Syndrom – unangenehmer Bewegungsdrang in den Beinen, der vor allem abends und nachts auftritt und den Schlaf empfindlich stört.
Schlafbezogene Beschwerden rund um Schwangerschaft und Wechseljahre – hormonell bedingte Veränderungen, die sich mit anderen Schlafstörungen überlagern und dadurch schwerer einzuordnen sind.
Eine ärztliche Abklärung bleibt der wichtigste nächste Schritt, um diese Ursachen zu unterscheiden und passende Optionen zu prüfen. Für eine erste Orientierung können strukturierte, wissenschaftlich fundierte Selbsttests unterstützen, das persönliche Risiko besser einzuschätzen.
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Frau Stefanie Künstner Campaign Director, PR stefanie.kunstner@te... +49 89 17301931 |
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Frau Jana Schwarzbach Senior Campaign Executive jana.schwarzbach@tea... |
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