Öl-Schock, Zinsangst und teure KI-Wetten drücken die Börsen. Doch Gold hält die 4.000,- USD, Kupfer bleibt knapp und Energieaktien zeigen: Die Rohstoffrotation läuft.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
eigentlich sollten die Märkte langsam in das ruhige August-Fahrwasser einschwenken. Doch von Sommerfrieden kann keine Rede sein. Die Eskalation im Nahen Osten, zeitweise über 100,- USD gestiegenes Brent-Öl, höhere Anleiherenditen und enttäuschte Reaktionen auf starke Technologiezahlen sorgten für eine äußerst turbulente Börsenwoche.

Quelle: Onvsta.de
Zum Wochenschluss entspannte sich die Lage etwas. Der S&P 500 verlor auf Wochensicht dennoch um die 1 %, der Nasdaq gab deutlicher nach.
Energieaktien gehörten dagegen zu den Gewinnern. Das zeigt: Das Kapital verlässt die Börse nicht vollständig, sondern rotiert erneut aus hoch bewerteten Technologietiteln in Energie, Industrie, Rohstoffe und ausgewählte Substanzwerte.
Die Spannungen zwischen den USA und Iran werden zunehmend durch die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen im Jemen verschärft. Angriffe im Roten Meer erhöhen das Risiko, dass Schiffe die Passage durch die Meerenge Bab al-Mandab meiden müssen.
Die alternative Route um das Kap der Guten Hoffnung ist deutlich länger und teurer. Steigende Fracht-, Versicherungs- und Treibstoffkosten könnten damit erneut auf die Verbraucherpreise durchschlagen. Über die Verbindung aus Bab al-Mandab, Rotem Meer und Suezkanal liefen zuletzt rund 12 % des weltweiten seewärtigen Ölhandels.
Genau hier liegt die größte Gefahr für die Märkte: Nicht allein die militärische Eskalation belastet, sondern das Risiko eines erneuten Inflationsschubs. Brent-Öl stieg zeitweise über 100,- USD je Barrel und beendete die Woche trotz einer Entspannung am Freitag noch deutlich im Plus.
Der Ölpreisanstieg setzt die Notenbanken unter Druck. Die Europäische Zentralbank ließ ihren Leitzins in dieser Woche zwar unverändert bei 2,25 %, hielt sich eine erneute Anhebung im September jedoch ausdrücklich offen. Entscheidend wird sein, ob höhere Energiepreise auch Löhne, Dienstleistungen und Inflationserwartungen nach oben treiben.
Auch in den USA haben sich die Erwartungen verschoben. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte zeitweise auf rund 4,70 % und damit auf den höchsten Stand seit Anfang 2025. Hohe Renditen verteuern Kredite, erhöhen die Finanzierungskosten der Unternehmen und drücken besonders auf die Bewertungen wachstumsstarker Technologiekonzerne.
Die Berichtssaison zeigt, wie anspruchsvoll der Markt inzwischen geworden ist. Alphabet meldete starkes Wachstum im Cloudgeschäft. Dennoch brach die Aktie ein, weil der Konzern seine geplanten Investitionen für 2026 auf bis zu 205 Mrd. USD anhob und erstmals einen negativen freien Cashflow von 5,9 Mrd. USD auswies. Anleger stellen zunehmend die Frage, wann sich die gewaltigen KI-Ausgaben tatsächlich auszahlen.
Tesla verfehlte dagegen die Gewinnerwartungen und meldete erstmals seit mehr als zwei Jahrenwieder einen negativen freien Cashflow. Auch hier belasteten hohe Investitionen in künstliche Intelligenz, Robotik und neue Produktionskapazitäten.
Damit ist die Botschaft ist klar: Eine gute Wachstumsgeschichte allein reicht nicht mehr. Die Unternehmen müssen inzwischen gleichzeitig Wachstum, steigende Margen und einen überzeugenden Mittelzufluss liefern.
Gold konnte aus der geopolitischen Unsicherheit zunächst keinen starken Ausbruch entwickeln. Höhere Anleiherenditen und die Aussicht auf länger hohe Leitzinsen begrenzen die Attraktivität des unverzinsten Edelmetalls.
Trotz dieses Gegenwinds behauptete sich Gold jedoch oberhalb der wichtigen Marke von 4.000,- USD. Der Preis beendete die Woche bei rund 4.056,- je Unze sogar mit einem leichten Wochengewinn. Das ist ein Zeichen bemerkenswerter Widerstandskraft.

Quelle: MinerDeck auf X
Auch Silber erholte sich kräftig. Neben seiner Rolle als Edelmetall profitiert es langfristig von der industriellen Nachfrage aus Elektronik, Solartechnik und Stromnetzen. Sollten die Renditen ihren Anstieg beenden oder die geopolitischen Risiken weiter zunehmen, könnten Gold und Silber schnell wieder stärker in den Mittelpunkt rücken.
Kupfer beendete die Woche trotz starkem US-Dollar, hoher Ölpreise und einer allgemein schwächeren Risikobereitschaft im positiven Bereich. Der Dreimonatskontrakt an der London Metal Exchange bewegte sich um 13.600,- USD je Tonne.
Unterstützt wird der Markt durch niedrige Lagerbestände und eine robuste chinesische Nachfrage. Chinas Einfuhren von raffiniertem Kupfer erreichten im Juni ein Neunmonatshoch. Gleichzeitig sind die Lagerbestände an der Börse in Shanghai seit Mitte März um mehr als 80 % gesunken.
Das ist für Rohstoffanleger eine wichtige Entwicklung: Selbst in einem schwierigen makroökonomischen Umfeld bleibt Kupfer knapp. Der Ausbau von Rechenzentren, Stromnetzen,erneuerbaren Energien und Elektromobilität trifft auf ein Angebot, das sich nicht beliebig schnell erhöhen lässt.
In der kommenden Woche legt rund ein Drittel der Unternehmen aus dem S&P 500 seine Zahlen vor. Im Mittelpunkt stehen Microsoft, Meta, Apple und Amazon. Die entscheidende Frage lautet nicht mehr nur, wie stark deren KI-Geschäft wächst, sondern wie viel Kapital dafür eingesetzt werden muss und wann daraus dauerhaft höhere Mittelzuflüsse entstehen.
Meta veröffentlicht am Mittwoch, dem 29. Juli, seine Ergebnisse. Apple und Amazon folgen am Donnerstag, dem 30. Juli.
Am Mittwoch entscheidet zudem die US-Notenbank über ihre Geldpolitik. Die Sitzung findet am 28. und 29. Juli statt. Anschließend tritt Fed-Chef Kevin Warsh vor die Presse. Der Markt rechnet überwiegend mit unveränderten Zinsen, eine Überraschung ist angesichts der neuen Inflationsrisiken jedoch nicht mehr vollständig ausgeschlossen.
Die Börsen steuern in das August-Loch – aber von Ruhe ist wenig zu spüren. Öl, Anleiherenditen und die Reaktion auf die Ergebnisse der Technologieriesen dürften die Schwankungen hochhalten.
Für Rohstoffanleger ist das Umfeld dennoch keineswegs negativ. Energieaktien profitieren von höheren Preisen, Gold verteidigt trotz massiven Zinsgegenwinds die Marke von 4.000,- USD, Silber zeigt neue Stärke und Kupfer wird von knappen Lagerbeständen sowie struktureller Nachfrage getragen.
Die Technologiebranche muss nun beweisen, dass ihre Milliardeninvestitionen nachhaltige Erträge erzeugen. Die Rohstoffe müssen diesen Beweis nicht mehr antreten: Ohne Energie, Kupfer, Silber und leistungsfähige Stromnetze kann die digitale Zukunft gar nicht gebaut werden.
Der August mag ruhiger werden. Die strategische Rohstoffgeschichte bleibt jedoch in vollem Gange, wie Sie auch in unseren Beiträgen der vergangenen Woche nachlesen können.
Euqinox Gold

Banken, Finanzdienstleister und Notenbanken vertrauen ebenso wie viele Anleger auf das Edelmetall.
Vizsla Silver

Auch wenn der Silberpreis derzeit schwächelt, lang- und mittelfristig sind die Einschätzungen vieler positiv.
Zusätzlicher Rohstoffpfad...

Neue Bohrergebnisse bei ‚Eau Claire‘, ein gestartetes Programm bei ‚Committee Bay‘ und aussichtsreiche Labortests für Ninaaskumuwin unterstreichen das Potenzial von Fury Gold Mines.
Sehr gut....

La Guitarra generiert operativen Cashflow, Del Toro erweitert das Portfolio und im East District ist ein 30.000 Meter-Bohrprogramm budgetiert. Sierra Madre stellt damit mehrere Weichen für weiteres Wachstum.
Aurania Resources / Canada Nickel Company

Die grüne Mobilität braucht Rohstoffe und nicht nur Rohstoffe, sondern auch stabile Stromnetze sind notwendig.
Gelegenheit

Uran rückt in den USA wieder ins Zentrum von Energie- und Sicherheitspolitik. Top-Firma startet Burke Hollow, verfügt über hohe Liquidität, physisches Uran und eine ungehedgte Strategie.
Goldpotenzial wächst weiter

Hochgradige Bohrabschnitte im traditionsreichen Camp unterstreichen das Explorationspotenzial. Laufende Produktion, Infrastruktur und umfangreiches Bohrprogramm für weiteres organisches Wachstum.
U.S. GoldMining / Osisko Gold

Turbulenzen führen nicht automatisch zu höheren Goldpreisen. Aber Gold bleibt der ultimative Reservewert.
Amex Gold Mining / Fury Gold Mines

Momentan bemüht sich der Goldpreis um eine Bodenbildung. Noch beeinflussen die Querelen zwischen den USA und dem Iran den Preis des Edelmetalls.
Niedrige Kosten, mega Ökonomie

‚São Jorges‘ vorläufige ‚PEA‘ weist einen geschätzten Kapitalwert nach Steuern von 532,5 Mio. USD, eine Jahresproduktion von 51.250 Unzen Gold und 202,2 Mio. USD Anfangskapital aus.
Uranium Royalty / IsoEnergy

Die Kernkraft besitzt gegenüber fossilen Brennstoffen zahlreiche Vorteile.
Hier bewegt sich was...

Vier Unternehmensmeldungen in nur zwei Wochen: Blue Moon Metals treibt mehrere Projekte voran und schärft sein Profil als Entwickler kritischer Rohstoffe in Norwegen und den USA.
Genehmigung erteilt

Mit Umweltgenehmigung, endgültiger Machbarkeitsstudie und laufenden Vorarbeiten hat Fortuna Mining im Juni und Juli wichtige Meilensteine erreicht. Diamba Sud könnte ab 2028 zum zentralen Wachstumstreiber werden.
Weiter geht´s…

Osisko Gold Group setzt mit Cariboo und Tintic auf zwei Goldprojekte in Nordamerika. Neue Bohrergebnisse stärken das Potenzial des vollständig genehmigten Cariboo-Projekts.Finanzierung und Bauentscheidung bleiben zentral.
Kräftiges Momentum

Mit 3,4 Millionen Unzen Silberäquivalent setzt der Silber- und Goldproduzent seinen operativen Kurs fort. ‚Terronera‘ und ‚Kolpa‘ treiben das Wachstum.
Viele Grüße
Ihr
Jörg Schulte
Quellen: Marketscreener.com, onvista.de, Reuters.de, eigener Research, Bildquellen: tradingeconomics.com, onvista.de, MinerDeck, Intro Bild: stock.adobe.com,
Gemäß §34 WpHG weise ich darauf hin, dass Jörg Schulte, JS Research GmbH oder Mitarbeiter des Unternehmens jederzeit eigene Geschäfte in den Aktien der vorgestellten Unternehmen erwerben oder veräußern (z.B. Long- oder Shortpositionen) können. Das gilt ebenso für Optionen und Derivate, die auf diesen Wertpapieren basieren. Die daraus eventuell resultierenden Transaktionen können unter Umständen den jeweiligen Aktienkurs des Unternehmens beeinflussen. Die auf den „Webseiten“, dem Newsletter oder den Research-Berichten veröffentlichten Informationen, Empfehlungen, Interviews und Unternehmenspräsentationen werden von den jeweiligen Unternehmen oder Dritten (sogenannte „third parties“) bezahlt. Zu den „third parties“ zählen z.B. Investor Relations- und Public Relations-Unternehmen, Broker oder Investoren. JS Research GmbH oder dessen Mitarbeiter können teilweise direkt oder indirekt für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und andere Dienstleistungen von den besprochenen Unternehmen oder sogenannten „third parties“ mit einer Aufwandsentschädigung entlohnt werden. Auch wenn wir jeden Bericht nach bestem Wissen und Gewissen erstellen, raten wir Ihnen bezüglich Ihrer Anlageentscheidungen noch weitere externe Quellen, wie z.B. Ihre Hausbank oder einen Berater Ihres Vertrauens, hinzuzuziehen. Deshalb ist auch die Haftung für Vermögensschäden, die aus der Heranziehung der hier behandelten Ausführungen für die eigenen Anlageentscheidungen möglicherweise resultieren können, kategorisch ausgeschlossen. Die Depotanteile einzelner Aktien sollten gerade bei Rohstoff- und Explorationsaktien und bei gering kapitalisierten Werten nur so viel betragen, dass auch bei einem Totalverlust das Gesamtdepot nur marginal an Wert verlieren kann. Besonders Aktien mit geringer Marktkapitalisierung (sogenannte "Small Caps") und speziell Explorationswerte sowie generell alle börsennotierten Wertpapiere sind zum Teil erheblichen Schwankungen unterworfen. Die Liquidität in den Wertpapieren kann entsprechend gering sein. Bei Investments im Rohstoffsektor (Explorationsunternehmen, Rohstoffproduzenten, Unternehmen die Rohstoffprojekte entwickeln) sind unbedingt zusätzliche Risiken zu beachten. Nachfolgend einige Beispiele für gesonderte Risiken im Rohstoffsektor: Länderrisiken, Währungsschwankungen, Naturkatastrophen und Unwetter (z.B. Überschwemmungen, Stürme), Veränderungen der rechtlichen Situation (z.B. Ex- und Importverbote, Strafzölle, Verbot von Rohstoffförderung bzw. Rohstoffexploration, Verstaatlichung von Projekten), umweltrechtliche Auflagen (z.B. höhere Kosten für Umweltschutz, Benennung neuer Umweltschutzgebiete, Verbot von diversen Abbaumethoden), Schwankungen der Rohstoffpreise und erhebliche Explorationsrisiken.
Disclaimer: Alle im Bericht veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche. Die Informationen stellen weder ein Verkaufsangebot für die besprochenen Aktien noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Dieser Bericht gibt nur die persönliche Meinung von Jörg Schulte wieder und ist auf keinen Fall mit einer Finanzanalyse gleichzustellen. Bevor Sie irgendwelche Investments tätigen, ist eine professionelle Beratung durch ihre Bank unumgänglich. Den Ausführungen liegen Quellen zugrunde, die der Herausgeber und seine Mitarbeiter für vertrauenswürdig erachten. Für die Richtigkeit des Inhalts kann trotzdem keine Haftung übernommen werden. Für die Richtigkeit der dargestellten Charts und Daten zu den Rohstoff-, Devisen- und Aktienmärkten wird keine Gewähr übernommen. Die Ausgangssprache (in der Regel Englisch), in der der Originaltext veröffentlicht wird, ist die offizielle, autorisierte und rechtsgültige Version. Diese Übersetzung wird zur besseren Verständigung mitgeliefert. Die deutschsprachige Fassung kann gekürzt oder zusammengefasst sein. Es wird keine Verantwortung oder Haftung: für den Inhalt, für die Richtigkeit, der Angemessenheit oder der Genauigkeit dieser Übersetzung übernommen. Aus Sicht des Übersetzers stellt die Meldung keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar! Lesen Sie hier https://www.js-research.de/disclaimer-agb/.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
eigentlich sollten die Märkte langsam in das ruhige August-Fahrwasser einschwenken. Doch von Sommerfrieden kann keine Rede sein. Die Eskalation im Nahen Osten, zeitweise über 100,- USD gestiegenes Brent-Öl, höhere Anleiherenditen und enttäuschte Reaktionen auf starke Technologiezahlen sorgten für eine äußerst turbulente Börsenwoche.

Quelle: Onvsta.de
Zum Wochenschluss entspannte sich die Lage etwas. Der S&P 500 verlor auf Wochensicht dennoch um die 1 %, der Nasdaq gab deutlicher nach.
Energieaktien gehörten dagegen zu den Gewinnern. Das zeigt: Das Kapital verlässt die Börse nicht vollständig, sondern rotiert erneut aus hoch bewerteten Technologietiteln in Energie, Industrie, Rohstoffe und ausgewählte Substanzwerte.
Die Spannungen zwischen den USA und Iran werden zunehmend durch die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen im Jemen verschärft. Angriffe im Roten Meer erhöhen das Risiko, dass Schiffe die Passage durch die Meerenge Bab al-Mandab meiden müssen.
Die alternative Route um das Kap der Guten Hoffnung ist deutlich länger und teurer. Steigende Fracht-, Versicherungs- und Treibstoffkosten könnten damit erneut auf die Verbraucherpreise durchschlagen. Über die Verbindung aus Bab al-Mandab, Rotem Meer und Suezkanal liefen zuletzt rund 12 % des weltweiten seewärtigen Ölhandels.
Genau hier liegt die größte Gefahr für die Märkte: Nicht allein die militärische Eskalation belastet, sondern das Risiko eines erneuten Inflationsschubs. Brent-Öl stieg zeitweise über 100,- USD je Barrel und beendete die Woche trotz einer Entspannung am Freitag noch deutlich im Plus.
Der Ölpreisanstieg setzt die Notenbanken unter Druck. Die Europäische Zentralbank ließ ihren Leitzins in dieser Woche zwar unverändert bei 2,25 %, hielt sich eine erneute Anhebung im September jedoch ausdrücklich offen. Entscheidend wird sein, ob höhere Energiepreise auch Löhne, Dienstleistungen und Inflationserwartungen nach oben treiben.
Auch in den USA haben sich die Erwartungen verschoben. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte zeitweise auf rund 4,70 % und damit auf den höchsten Stand seit Anfang 2025. Hohe Renditen verteuern Kredite, erhöhen die Finanzierungskosten der Unternehmen und drücken besonders auf die Bewertungen wachstumsstarker Technologiekonzerne.
Die Berichtssaison zeigt, wie anspruchsvoll der Markt inzwischen geworden ist. Alphabet meldete starkes Wachstum im Cloudgeschäft. Dennoch brach die Aktie ein, weil der Konzern seine geplanten Investitionen für 2026 auf bis zu 205 Mrd. USD anhob und erstmals einen negativen freien Cashflow von 5,9 Mrd. USD auswies. Anleger stellen zunehmend die Frage, wann sich die gewaltigen KI-Ausgaben tatsächlich auszahlen.
Tesla verfehlte dagegen die Gewinnerwartungen und meldete erstmals seit mehr als zwei Jahrenwieder einen negativen freien Cashflow. Auch hier belasteten hohe Investitionen in künstliche Intelligenz, Robotik und neue Produktionskapazitäten.
Damit ist die Botschaft ist klar: Eine gute Wachstumsgeschichte allein reicht nicht mehr. Die Unternehmen müssen inzwischen gleichzeitig Wachstum, steigende Margen und einen überzeugenden Mittelzufluss liefern.
Gold konnte aus der geopolitischen Unsicherheit zunächst keinen starken Ausbruch entwickeln. Höhere Anleiherenditen und die Aussicht auf länger hohe Leitzinsen begrenzen die Attraktivität des unverzinsten Edelmetalls.
Trotz dieses Gegenwinds behauptete sich Gold jedoch oberhalb der wichtigen Marke von 4.000,- USD. Der Preis beendete die Woche bei rund 4.056,- je Unze sogar mit einem leichten Wochengewinn. Das ist ein Zeichen bemerkenswerter Widerstandskraft.

Quelle: MinerDeck auf X
Auch Silber erholte sich kräftig. Neben seiner Rolle als Edelmetall profitiert es langfristig von der industriellen Nachfrage aus Elektronik, Solartechnik und Stromnetzen. Sollten die Renditen ihren Anstieg beenden oder die geopolitischen Risiken weiter zunehmen, könnten Gold und Silber schnell wieder stärker in den Mittelpunkt rücken.
Kupfer beendete die Woche trotz starkem US-Dollar, hoher Ölpreise und einer allgemein schwächeren Risikobereitschaft im positiven Bereich. Der Dreimonatskontrakt an der London Metal Exchange bewegte sich um 13.600,- USD je Tonne.
Unterstützt wird der Markt durch niedrige Lagerbestände und eine robuste chinesische Nachfrage. Chinas Einfuhren von raffiniertem Kupfer erreichten im Juni ein Neunmonatshoch. Gleichzeitig sind die Lagerbestände an der Börse in Shanghai seit Mitte März um mehr als 80 % gesunken.
Das ist für Rohstoffanleger eine wichtige Entwicklung: Selbst in einem schwierigen makroökonomischen Umfeld bleibt Kupfer knapp. Der Ausbau von Rechenzentren, Stromnetzen,erneuerbaren Energien und Elektromobilität trifft auf ein Angebot, das sich nicht beliebig schnell erhöhen lässt.
In der kommenden Woche legt rund ein Drittel der Unternehmen aus dem S&P 500 seine Zahlen vor. Im Mittelpunkt stehen Microsoft, Meta, Apple und Amazon. Die entscheidende Frage lautet nicht mehr nur, wie stark deren KI-Geschäft wächst, sondern wie viel Kapital dafür eingesetzt werden muss und wann daraus dauerhaft höhere Mittelzuflüsse entstehen.
Meta veröffentlicht am Mittwoch, dem 29. Juli, seine Ergebnisse. Apple und Amazon folgen am Donnerstag, dem 30. Juli.
Am Mittwoch entscheidet zudem die US-Notenbank über ihre Geldpolitik. Die Sitzung findet am 28. und 29. Juli statt. Anschließend tritt Fed-Chef Kevin Warsh vor die Presse. Der Markt rechnet überwiegend mit unveränderten Zinsen, eine Überraschung ist angesichts der neuen Inflationsrisiken jedoch nicht mehr vollständig ausgeschlossen.
Die Börsen steuern in das August-Loch – aber von Ruhe ist wenig zu spüren. Öl, Anleiherenditen und die Reaktion auf die Ergebnisse der Technologieriesen dürften die Schwankungen hochhalten.
Für Rohstoffanleger ist das Umfeld dennoch keineswegs negativ. Energieaktien profitieren von höheren Preisen, Gold verteidigt trotz massiven Zinsgegenwinds die Marke von 4.000,- USD, Silber zeigt neue Stärke und Kupfer wird von knappen Lagerbeständen sowie struktureller Nachfrage getragen.
Die Technologiebranche muss nun beweisen, dass ihre Milliardeninvestitionen nachhaltige Erträge erzeugen. Die Rohstoffe müssen diesen Beweis nicht mehr antreten: Ohne Energie, Kupfer, Silber und leistungsfähige Stromnetze kann die digitale Zukunft gar nicht gebaut werden.
Der August mag ruhiger werden. Die strategische Rohstoffgeschichte bleibt jedoch in vollem Gange, wie Sie auch in unseren Beiträgen der vergangenen Woche nachlesen können.
Euqinox Gold

Banken, Finanzdienstleister und Notenbanken vertrauen ebenso wie viele Anleger auf das Edelmetall.
Vizsla Silver

Auch wenn der Silberpreis derzeit schwächelt, lang- und mittelfristig sind die Einschätzungen vieler positiv.
Zusätzlicher Rohstoffpfad...

Neue Bohrergebnisse bei ‚Eau Claire‘, ein gestartetes Programm bei ‚Committee Bay‘ und aussichtsreiche Labortests für Ninaaskumuwin unterstreichen das Potenzial von Fury Gold Mines.
Sehr gut....

La Guitarra generiert operativen Cashflow, Del Toro erweitert das Portfolio und im East District ist ein 30.000 Meter-Bohrprogramm budgetiert. Sierra Madre stellt damit mehrere Weichen für weiteres Wachstum.
Aurania Resources / Canada Nickel Company

Die grüne Mobilität braucht Rohstoffe und nicht nur Rohstoffe, sondern auch stabile Stromnetze sind notwendig.
Gelegenheit

Uran rückt in den USA wieder ins Zentrum von Energie- und Sicherheitspolitik. Top-Firma startet Burke Hollow, verfügt über hohe Liquidität, physisches Uran und eine ungehedgte Strategie.
Goldpotenzial wächst weiter

Hochgradige Bohrabschnitte im traditionsreichen Camp unterstreichen das Explorationspotenzial. Laufende Produktion, Infrastruktur und umfangreiches Bohrprogramm für weiteres organisches Wachstum.
U.S. GoldMining / Osisko Gold

Turbulenzen führen nicht automatisch zu höheren Goldpreisen. Aber Gold bleibt der ultimative Reservewert.
Amex Gold Mining / Fury Gold Mines

Momentan bemüht sich der Goldpreis um eine Bodenbildung. Noch beeinflussen die Querelen zwischen den USA und dem Iran den Preis des Edelmetalls.
Niedrige Kosten, mega Ökonomie

‚São Jorges‘ vorläufige ‚PEA‘ weist einen geschätzten Kapitalwert nach Steuern von 532,5 Mio. USD, eine Jahresproduktion von 51.250 Unzen Gold und 202,2 Mio. USD Anfangskapital aus.
Uranium Royalty / IsoEnergy

Die Kernkraft besitzt gegenüber fossilen Brennstoffen zahlreiche Vorteile.
Hier bewegt sich was...

Vier Unternehmensmeldungen in nur zwei Wochen: Blue Moon Metals treibt mehrere Projekte voran und schärft sein Profil als Entwickler kritischer Rohstoffe in Norwegen und den USA.
Genehmigung erteilt

Mit Umweltgenehmigung, endgültiger Machbarkeitsstudie und laufenden Vorarbeiten hat Fortuna Mining im Juni und Juli wichtige Meilensteine erreicht. Diamba Sud könnte ab 2028 zum zentralen Wachstumstreiber werden.
Weiter geht´s…

Osisko Gold Group setzt mit Cariboo und Tintic auf zwei Goldprojekte in Nordamerika. Neue Bohrergebnisse stärken das Potenzial des vollständig genehmigten Cariboo-Projekts.Finanzierung und Bauentscheidung bleiben zentral.
Kräftiges Momentum

Mit 3,4 Millionen Unzen Silberäquivalent setzt der Silber- und Goldproduzent seinen operativen Kurs fort. ‚Terronera‘ und ‚Kolpa‘ treiben das Wachstum.
Viele Grüße
Ihr
Jörg Schulte
Quellen: Marketscreener.com, onvista.de, Reuters.de, eigener Research, Bildquellen: tradingeconomics.com, onvista.de, MinerDeck, Intro Bild: stock.adobe.com,
Gemäß §34 WpHG weise ich darauf hin, dass Jörg Schulte, JS Research GmbH oder Mitarbeiter des Unternehmens jederzeit eigene Geschäfte in den Aktien der vorgestellten Unternehmen erwerben oder veräußern (z.B. Long- oder Shortpositionen) können. Das gilt ebenso für Optionen und Derivate, die auf diesen Wertpapieren basieren. Die daraus eventuell resultierenden Transaktionen können unter Umständen den jeweiligen Aktienkurs des Unternehmens beeinflussen. Die auf den „Webseiten“, dem Newsletter oder den Research-Berichten veröffentlichten Informationen, Empfehlungen, Interviews und Unternehmenspräsentationen werden von den jeweiligen Unternehmen oder Dritten (sogenannte „third parties“) bezahlt. Zu den „third parties“ zählen z.B. Investor Relations- und Public Relations-Unternehmen, Broker oder Investoren. JS Research GmbH oder dessen Mitarbeiter können teilweise direkt oder indirekt für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und andere Dienstleistungen von den besprochenen Unternehmen oder sogenannten „third parties“ mit einer Aufwandsentschädigung entlohnt werden. Auch wenn wir jeden Bericht nach bestem Wissen und Gewissen erstellen, raten wir Ihnen bezüglich Ihrer Anlageentscheidungen noch weitere externe Quellen, wie z.B. Ihre Hausbank oder einen Berater Ihres Vertrauens, hinzuzuziehen. Deshalb ist auch die Haftung für Vermögensschäden, die aus der Heranziehung der hier behandelten Ausführungen für die eigenen Anlageentscheidungen möglicherweise resultieren können, kategorisch ausgeschlossen. Die Depotanteile einzelner Aktien sollten gerade bei Rohstoff- und Explorationsaktien und bei gering kapitalisierten Werten nur so viel betragen, dass auch bei einem Totalverlust das Gesamtdepot nur marginal an Wert verlieren kann. Besonders Aktien mit geringer Marktkapitalisierung (sogenannte "Small Caps") und speziell Explorationswerte sowie generell alle börsennotierten Wertpapiere sind zum Teil erheblichen Schwankungen unterworfen. Die Liquidität in den Wertpapieren kann entsprechend gering sein. Bei Investments im Rohstoffsektor (Explorationsunternehmen, Rohstoffproduzenten, Unternehmen die Rohstoffprojekte entwickeln) sind unbedingt zusätzliche Risiken zu beachten. Nachfolgend einige Beispiele für gesonderte Risiken im Rohstoffsektor: Länderrisiken, Währungsschwankungen, Naturkatastrophen und Unwetter (z.B. Überschwemmungen, Stürme), Veränderungen der rechtlichen Situation (z.B. Ex- und Importverbote, Strafzölle, Verbot von Rohstoffförderung bzw. Rohstoffexploration, Verstaatlichung von Projekten), umweltrechtliche Auflagen (z.B. höhere Kosten für Umweltschutz, Benennung neuer Umweltschutzgebiete, Verbot von diversen Abbaumethoden), Schwankungen der Rohstoffpreise und erhebliche Explorationsrisiken.
Disclaimer: Alle im Bericht veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche. Die Informationen stellen weder ein Verkaufsangebot für die besprochenen Aktien noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Dieser Bericht gibt nur die persönliche Meinung von Jörg Schulte wieder und ist auf keinen Fall mit einer Finanzanalyse gleichzustellen. Bevor Sie irgendwelche Investments tätigen, ist eine professionelle Beratung durch ihre Bank unumgänglich. Den Ausführungen liegen Quellen zugrunde, die der Herausgeber und seine Mitarbeiter für vertrauenswürdig erachten. Für die Richtigkeit des Inhalts kann trotzdem keine Haftung übernommen werden. Für die Richtigkeit der dargestellten Charts und Daten zu den Rohstoff-, Devisen- und Aktienmärkten wird keine Gewähr übernommen. Die Ausgangssprache (in der Regel Englisch), in der der Originaltext veröffentlicht wird, ist die offizielle, autorisierte und rechtsgültige Version. Diese Übersetzung wird zur besseren Verständigung mitgeliefert. Die deutschsprachige Fassung kann gekürzt oder zusammengefasst sein. Es wird keine Verantwortung oder Haftung: für den Inhalt, für die Richtigkeit, der Angemessenheit oder der Genauigkeit dieser Übersetzung übernommen. Aus Sicht des Übersetzers stellt die Meldung keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar! Lesen Sie hier https://www.js-research.de/disclaimer-agb/.
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Herr Jörg Schulte Geschäftsführer info@js-research.de |
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