Rekorde an den Börsen, schwache US-Jobdaten und ein Comeback der Edelmetalle: Gold springt über 4.300,- USD, Silber zieht mit und Kupfer kratzt am Allzeithoch.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
was für eine Woche! Wall Street und Europas Börsen erreichten neue Rekordstände, starke Companiesszahlen hielten die Anleger bei Laune und die Hoffnung auf eine Entspannung im Nahen Osten sorgte zusätzlich für Rückenwind. Der STOXX Europe 600 beendete die Woche sogar auf einem neuen Allzeithoch und legte bereits die vierte Woche in Folge zu.

Quelle: wallstreetonline.de
Den entscheidenden Impuls lieferte zum Wochenschluss jedoch ausgerechnet eine schlechte Nachricht: Der amerikanische Arbeitsmarkt kühlte überraschend stark ab. Statt der erwarteten rund 80.000 neuen Stellen gingen im Juli 23.000 Arbeitsplätze verloren. Gleichzeitig wurden die beiden Vormonate zusammen um weitere 103.000 Stellen nach unten korrigiert. Die Arbeitslosenquote sank dennoch leicht auf 4,1 %.
Für die Börse war das zunächst genau die richtige Art von Schwäche. Die Sorge vor einer weiteren Zinserhöhung der US-Notenbank im September nahm deutlich ab, die Renditen von Staatsanleihen sanken und der US-Dollar geriet unter Druck. Nach Veröffentlichung der Daten lag die vom Terminmarkt eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung nur noch bei rund 44 %, während ein unveränderter Leitzins wieder zum Basisszenario wurde.
Auch fundamental erhalten die Aktienmärkte weiterhin kräftige Unterstützung. Die bisher vorgelegten Quartalszahlen fallen außergewöhnlich stark aus. In Europa wird inzwischen mit einem Gewinnwachstum der STOXX-600-Unternehmen von mehr als 22 % gerechnet. In den USA fällt die Dynamik sogar noch beeindruckender aus: Bei den bereits berichtenden S&P-500-Unternehmen lag das Gewinnwachstum zuletzt bei annähernd 50 %.
Ein wesentlicher Treiber bleibt der KI-Investitionsboom. Rechenzentren, Chips, Stromversorgung und die notwendige Infrastruktur sorgen für gewaltige Investitionsprogramme. Genau diese Entwicklung ist auch für Rohstoffanleger entscheidend: Jeder zusätzliche Rechenzentrumspark benötigt Stromleitungen, Transformatoren, Kupfer, Silber und enorme Energiemengen.
Die vielleicht spannendste Entwicklung dieser Woche spielte sich deshalb an den Edelmetallmärkten ab. Gold legte innerhalb einer Woche mehr als 7 % zu und sprang am Freitag bis auf fast 4.340,- USD je Unze. Damit gelang dem Edelmetall die stärkste Woche seit Januar. Der schwache Arbeitsmarktbericht drückte Dollar und Zinserwartungen – und plötzlich floss wieder deutlich mehr Kapital in das zinslose Edelmetall.
Das ist bemerkenswert, denn Gold musste in den vergangenen Monaten massiven Gegenwind durch hohe Anleiherenditen verkraften. Nun zeigt sich, wie schnell sich das Bild ändern kann, sobald der Markt eine weniger aggressive Fed erwartet.
Auch Silber meldete sich eindrucksvoll zurück und stieg am Freitag auf rund 63,30 USD je Unze. Das Edelmetall profitiert dabei gleich doppelt: von seiner monetären Funktion und von der wachsenden industriellen Nachfrage aus Elektronik, Solarenergie, Stromnetzen und Rechenzentren.

Quelle: MinerDeck auf X
Für Edelmetallanleger dürfte deshalb besonders interessant sein: Trotz der jüngsten Rally notiert Gold weiterhin deutlich unter seinem Rekordhoch aus dem Januar. UBS erwartet inzwischen sogar einen Goldpreis von 5.000,- USD je Unze im ersten Halbjahr 2027.
Noch spektakulärer war zeitweise die Bewegung beim Kupfer. Die Demokratische Republik Kongo untersagte mit sofortiger Wirkung den Export von Kupfer- und Kobaltkonzentraten. Ziel ist es, mehr Verarbeitung und damit Wertschöpfung im eigenen Land zu halten.
Kupfer reagierte prompt und sprang an der London Metal Exchange bis auf fast 14.370,- USD je Tonne. Damit näherte sich das Metall seinem Allzeithoch von fast 14.530,- USD aus dem Januar bis auf wenige Prozentpunkte an.
Der unmittelbare Effekt des Exportverbots sollte allerdings nicht überbewertet werden: Der Großteil des kongolesischen Kupfers wird bereits als raffiniertes Metall exportiert, zudem sind unter bestimmten Bedingungen Ausnahmen möglich. Dennoch zeigt die Reaktion einmal mehr, wie empfindlich der Kupfermarkt auf Angebotsrisiken reagiert.
Und genau das trifft auf eine langfristig steigende Nachfrage durch Elektrifizierung, Stromnetze, Rechenzentren, erneuerbare Energien und KI-Infrastruktur. Die Verbindung zwischen Technologieboom und Rohstoffbedarf wird damit immer offensichtlicher.
Die Berichtssaison läuft langsam aus, bleibt aber auch in der kommenden Woche interessant. Unter anderem stehen Zahlen von CoreWeave, Cisco, Applied Materials, Tencent und Adyen auf dem Programm. Applied Materials berichtet am 13. August und dürfte besonders hinsichtlich der weiterhin starken Investitionen in KI-Chips und Speichertechnologien aufmerksam verfolgt werden. Am selben Tag veröffentlicht auch Adyen seine Halbjahreszahlen.
Noch wichtiger dürfte jedoch die Makroseite werden. Am Mittwoch, dem 12. August, erscheinen die US-Verbraucherpreise für Juli, am Donnerstag, dem 13. August, folgen die Erzeugerpreise. Nach dem schwachen Arbeitsmarktbericht könnten diese Zahlen darüber entscheiden, ob die Fed im September tatsächlich stillhält.
Fällt die Inflation ebenfalls schwächer aus, könnten Dollar und Anleiherenditen weiter unter Druck geraten. Für Gold und Silber wäre das ein ausgesprochen interessantes Umfeld. Überraschend hohe Inflationszahlen könnten dagegen die Debatte über eine Zinserhöhung sofort wiederbeleben.
Die Aktienmärkte feiern neue Rekorde – und diesmal kommen gleichzeitig ausgesprochen starke Signale vom Rohstoffmarkt. Gold steigt mehr als 7 %, Silber zieht kräftig an und Kupfer nähert sich seinem Rekordhoch. Gleichzeitig läuft der KI-Investitionsboom weiter und erhöht langfristig den Bedarf an Energie, Stromnetzen und Metallen.
Das ist die vielleicht wichtigste Botschaft dieser Woche: KI und Rohstoffe sind keine Gegensätze. Im Gegenteil – der Technologiesuperzyklus benötigt gewaltige Mengen physischer Ressourcen.
Die Börsen feiern die digitale Zukunft. Doch gebaut wird sie mit sehr realem Kupfer, Silber, Energie und anderen strategischen Rohstoffen.
Wir nutzen nun die traditionell etwas ruhigere Augustphase und pausieren mit unserem Wochenrückblick voraussichtlich für zwei Wochen.
Weitere News und interessante Informationen können Sie unseren jüngsten Artikeln entnehmen.
Aurania Resources / Canada Nickel Company

Japan testet die Förderung von Seltene-Erden-Schlamm in rund 6.000 Metern Tiefe. Doch offene Umweltfragen, ein unvollständiges Regelwerk und hohe Kosten halten terrestrische Rohstoffprojekte im Zentrum der Versorgung.
Transformationsschritt...

Die positive Decision Statement schließt eine zentrale Bundesprüfung ab. Gleichzeitig wächst die Ressourcengrundlage im Timmins-Distrikt. Nun zählen Restgenehmigungen, Finanzierung und Bauentscheidung.
KALI WIRD STRATEGISCH

Millennial Potash verbindet eine außergewöhnlich große Mineralressource mit laufender DFS, ESIA und neuen Bohrungen. Die Atlantiklage könnte Banio zu einer zusätzlichen Kali-Lieferquelle machen.
WERTZUWACHS HOCH 3...

Mit einer geplanten 33-%-Beteiligung an DISA Uranium, dem hochgradigen Hurricane-Projekt und Wiluna in Australien öffnet IsoEnergy drei unterschiedliche Wertschöpfungswege.
Sibanye Stillwater / Vizsla Silver

Silber bleibt trotz der kräftigen Korrektur durch ein strukturelles Marktdefizit unterstützt. Bei Platin trifft eine ebenfalls angespannte Versorgungslage auf zusätzliche industrielle Zukunftsfelder.
Qualitätssprung im Doppelpack

Gold Royalty stockt ‚REN‘ auf und ergänzt Sterling sowie ‚Granite Creek‘. Sierra Madre verbindet die laufende ‚La Guitarra‘ und ‚Del Toro‘-Produktion, Plus 30.000 Meter Bohrungen.
Entwicklungspotenzial…

Großes Goldprojekt in Ontario macht den nächsten Schritt in Richtung möglicher Produktion: Die PFS, positive Gehaltskontroll-Ergebnisse und die große angezeigte Ressource unterstreichen das Entwicklungspotenzial.
Bohr-Turbo nimmt Fahrt auf

Christina wächst mit Golden Dyke zusammen. Gleichzeitig sollen 11 Bohrgeräte, 68 ausstehende Bohrresultate und der neue Explorationsstollen Sunday Creek schneller in Richtung erster Ressourcenschätzung voranbringen.
Uran-Plattform auf Wachstumsku

8.000-Meter-Programm erweitert die hochgradige Story. Parallel liefert der 2.100-Tonnen-Großversuch reale Betriebsdaten, während die abgeschlossene Übernahme einen dritten Wachstumspfad eröffnet.
Fury Gold Mines / Fortuna Mining

Die Goldförderung ist teuer und Gold ist knapp, neue Lagerstätten werden immer seltener entdeckt.
Osisko Gold Group / Amex Gold Mining

Im zweiten Quartal blieb die Goldnachfrage insgesamt (einschließlich OTC-Handel) stabil.
Zwei Europa-Projekte im Fokus

Die Privatplatzierung bringt 1,256 Mio. CAD brutto. Das Kapital ist vor allem für das isländische Goldprojekt ‚Thor’s Valley‘ und die Bewertung des italienischen ‚Balangero‘-Nickel-Kobalt-Abraums vorgesehen!
Zwei Wege zur Produktion...

Eskay Creek ist vollständig genehmigt und im Bau. Panuco treibt mit acht zentralen FLSmidth-Anlagenpaketen Engineering und Beschaffung voran. Die Projekte besitzen unterschiedliche Reifegrade, aber konkrete Katalysatoren.
Viele Grüße
Ihr
Jörg Schulte
Quellen: Marketscreener.com, onvista.de, Reuters.de, eigener Research, Bildquellen: tradingeconomics.com, onvista.de, MinerDeck, Intro Bild: KI generiert
Gemäß §34 WpHG weise ich darauf hin, dass Jörg Schulte, JS Research GmbH oder Mitarbeiter des Unternehmens jederzeit eigene Geschäfte in den Aktien der vorgestellten Unternehmen erwerben oder veräußern (z.B. Long- oder Shortpositionen) können. Das gilt ebenso für Optionen und Derivate, die auf diesen Wertpapieren basieren. Die daraus eventuell resultierenden Transaktionen können unter Umständen den jeweiligen Aktienkurs des Unternehmens beeinflussen. Die auf den „Webseiten“, dem Newsletter oder den Research-Berichten veröffentlichten Informationen, Empfehlungen, Interviews und Unternehmenspräsentationen werden von den jeweiligen Unternehmen oder Dritten (sogenannte „third parties“) bezahlt. Zu den „third parties“ zählen z.B. Investor Relations- und Public Relations-Unternehmen, Broker oder Investoren. JS Research GmbH oder dessen Mitarbeiter können teilweise direkt oder indirekt für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und andere Dienstleistungen von den besprochenen Unternehmen oder sogenannten „third parties“ mit einer Aufwandsentschädigung entlohnt werden. Auch wenn wir jeden Bericht nach bestem Wissen und Gewissen erstellen, raten wir Ihnen bezüglich Ihrer Anlageentscheidungen noch weitere externe Quellen, wie z.B. Ihre Hausbank oder einen Berater Ihres Vertrauens, hinzuzuziehen. Deshalb ist auch die Haftung für Vermögensschäden, die aus der Heranziehung der hier behandelten Ausführungen für die eigenen Anlageentscheidungen möglicherweise resultieren können, kategorisch ausgeschlossen. Die Depotanteile einzelner Aktien sollten gerade bei Rohstoff- und Explorationsaktien und bei gering kapitalisierten Werten nur so viel betragen, dass auch bei einem Totalverlust das Gesamtdepot nur marginal an Wert verlieren kann. Besonders Aktien mit geringer Marktkapitalisierung (sogenannte "Small Caps") und speziell Explorationswerte sowie generell alle börsennotierten Wertpapiere sind zum Teil erheblichen Schwankungen unterworfen. Die Liquidität in den Wertpapieren kann entsprechend gering sein. Bei Investments im Rohstoffsektor (Explorationsunternehmen, Rohstoffproduzenten, Unternehmen die Rohstoffprojekte entwickeln) sind unbedingt zusätzliche Risiken zu beachten. Nachfolgend einige Beispiele für gesonderte Risiken im Rohstoffsektor: Länderrisiken, Währungsschwankungen, Naturkatastrophen und Unwetter (z.B. Überschwemmungen, Stürme), Veränderungen der rechtlichen Situation (z.B. Ex- und Importverbote, Strafzölle, Verbot von Rohstoffförderung bzw. Rohstoffexploration, Verstaatlichung von Projekten), umweltrechtliche Auflagen (z.B. höhere Kosten für Umweltschutz, Benennung neuer Umweltschutzgebiete, Verbot von diversen Abbaumethoden), Schwankungen der Rohstoffpreise und erhebliche Explorationsrisiken.
Disclaimer: Alle im Bericht veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche. Die Informationen stellen weder ein Verkaufsangebot für die besprochenen Aktien noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Dieser Bericht gibt nur die persönliche Meinung von Jörg Schulte wieder und ist auf keinen Fall mit einer Finanzanalyse gleichzustellen. Bevor Sie irgendwelche Investments tätigen, ist eine professionelle Beratung durch ihre Bank unumgänglich. Den Ausführungen liegen Quellen zugrunde, die der Herausgeber und seine Mitarbeiter für vertrauenswürdig erachten. Für die Richtigkeit des Inhalts kann trotzdem keine Haftung übernommen werden. Für die Richtigkeit der dargestellten Charts und Daten zu den Rohstoff-, Devisen- und Aktienmärkten wird keine Gewähr übernommen. Die Ausgangssprache (in der Regel Englisch), in der der Originaltext veröffentlicht wird, ist die offizielle, autorisierte und rechtsgültige Version. Diese Übersetzung wird zur besseren Verständigung mitgeliefert. Die deutschsprachige Fassung kann gekürzt oder zusammengefasst sein. Es wird keine Verantwortung oder Haftung: für den Inhalt, für die Richtigkeit, der Angemessenheit oder der Genauigkeit dieser Übersetzung übernommen. Aus Sicht des Übersetzers stellt die Meldung keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar! Lesen Sie hier https://www.js-research.de/disclaimer-agb/.
Einsatz KI-gestützter Systeme: Bei der Erstellung und Bearbeitung unserer Beiträge können KI-gestützte Systeme als redaktionelle Hilfsmittel eingesetzt werden, insbesondere zur Unterstützung bei Recherche, Auswertung, Strukturierung und sprachlicher Überarbeitung. Sämtliche zur Veröffentlichung bestimmten Inhalte werden vor ihrer Veröffentlichung einer substanziellen menschlichen und redaktionellen Prüfung unterzogen, erforderlichenfalls überarbeitet und durch die verantwortliche Redaktion freigegeben. Die redaktionelle Verantwortung für die veröffentlichten Inhalte verbleibt uneingeschränkt beim jeweiligen Herausgeber.

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was für eine Woche! Wall Street und Europas Börsen erreichten neue Rekordstände, starke Companiesszahlen hielten die Anleger bei Laune und die Hoffnung auf eine Entspannung im Nahen Osten sorgte zusätzlich für Rückenwind. Der STOXX Europe 600 beendete die Woche sogar auf einem neuen Allzeithoch und legte bereits die vierte Woche in Folge zu.

Quelle: wallstreetonline.de
Den entscheidenden Impuls lieferte zum Wochenschluss jedoch ausgerechnet eine schlechte Nachricht: Der amerikanische Arbeitsmarkt kühlte überraschend stark ab. Statt der erwarteten rund 80.000 neuen Stellen gingen im Juli 23.000 Arbeitsplätze verloren. Gleichzeitig wurden die beiden Vormonate zusammen um weitere 103.000 Stellen nach unten korrigiert. Die Arbeitslosenquote sank dennoch leicht auf 4,1 %.
Für die Börse war das zunächst genau die richtige Art von Schwäche. Die Sorge vor einer weiteren Zinserhöhung der US-Notenbank im September nahm deutlich ab, die Renditen von Staatsanleihen sanken und der US-Dollar geriet unter Druck. Nach Veröffentlichung der Daten lag die vom Terminmarkt eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung nur noch bei rund 44 %, während ein unveränderter Leitzins wieder zum Basisszenario wurde.
Auch fundamental erhalten die Aktienmärkte weiterhin kräftige Unterstützung. Die bisher vorgelegten Quartalszahlen fallen außergewöhnlich stark aus. In Europa wird inzwischen mit einem Gewinnwachstum der STOXX-600-Unternehmen von mehr als 22 % gerechnet. In den USA fällt die Dynamik sogar noch beeindruckender aus: Bei den bereits berichtenden S&P-500-Unternehmen lag das Gewinnwachstum zuletzt bei annähernd 50 %.
Ein wesentlicher Treiber bleibt der KI-Investitionsboom. Rechenzentren, Chips, Stromversorgung und die notwendige Infrastruktur sorgen für gewaltige Investitionsprogramme. Genau diese Entwicklung ist auch für Rohstoffanleger entscheidend: Jeder zusätzliche Rechenzentrumspark benötigt Stromleitungen, Transformatoren, Kupfer, Silber und enorme Energiemengen.
Die vielleicht spannendste Entwicklung dieser Woche spielte sich deshalb an den Edelmetallmärkten ab. Gold legte innerhalb einer Woche mehr als 7 % zu und sprang am Freitag bis auf fast 4.340,- USD je Unze. Damit gelang dem Edelmetall die stärkste Woche seit Januar. Der schwache Arbeitsmarktbericht drückte Dollar und Zinserwartungen – und plötzlich floss wieder deutlich mehr Kapital in das zinslose Edelmetall.
Das ist bemerkenswert, denn Gold musste in den vergangenen Monaten massiven Gegenwind durch hohe Anleiherenditen verkraften. Nun zeigt sich, wie schnell sich das Bild ändern kann, sobald der Markt eine weniger aggressive Fed erwartet.
Auch Silber meldete sich eindrucksvoll zurück und stieg am Freitag auf rund 63,30 USD je Unze. Das Edelmetall profitiert dabei gleich doppelt: von seiner monetären Funktion und von der wachsenden industriellen Nachfrage aus Elektronik, Solarenergie, Stromnetzen und Rechenzentren.

Quelle: MinerDeck auf X
Für Edelmetallanleger dürfte deshalb besonders interessant sein: Trotz der jüngsten Rally notiert Gold weiterhin deutlich unter seinem Rekordhoch aus dem Januar. UBS erwartet inzwischen sogar einen Goldpreis von 5.000,- USD je Unze im ersten Halbjahr 2027.
Noch spektakulärer war zeitweise die Bewegung beim Kupfer. Die Demokratische Republik Kongo untersagte mit sofortiger Wirkung den Export von Kupfer- und Kobaltkonzentraten. Ziel ist es, mehr Verarbeitung und damit Wertschöpfung im eigenen Land zu halten.
Kupfer reagierte prompt und sprang an der London Metal Exchange bis auf fast 14.370,- USD je Tonne. Damit näherte sich das Metall seinem Allzeithoch von fast 14.530,- USD aus dem Januar bis auf wenige Prozentpunkte an.
Der unmittelbare Effekt des Exportverbots sollte allerdings nicht überbewertet werden: Der Großteil des kongolesischen Kupfers wird bereits als raffiniertes Metall exportiert, zudem sind unter bestimmten Bedingungen Ausnahmen möglich. Dennoch zeigt die Reaktion einmal mehr, wie empfindlich der Kupfermarkt auf Angebotsrisiken reagiert.
Und genau das trifft auf eine langfristig steigende Nachfrage durch Elektrifizierung, Stromnetze, Rechenzentren, erneuerbare Energien und KI-Infrastruktur. Die Verbindung zwischen Technologieboom und Rohstoffbedarf wird damit immer offensichtlicher.
Die Berichtssaison läuft langsam aus, bleibt aber auch in der kommenden Woche interessant. Unter anderem stehen Zahlen von CoreWeave, Cisco, Applied Materials, Tencent und Adyen auf dem Programm. Applied Materials berichtet am 13. August und dürfte besonders hinsichtlich der weiterhin starken Investitionen in KI-Chips und Speichertechnologien aufmerksam verfolgt werden. Am selben Tag veröffentlicht auch Adyen seine Halbjahreszahlen.
Noch wichtiger dürfte jedoch die Makroseite werden. Am Mittwoch, dem 12. August, erscheinen die US-Verbraucherpreise für Juli, am Donnerstag, dem 13. August, folgen die Erzeugerpreise. Nach dem schwachen Arbeitsmarktbericht könnten diese Zahlen darüber entscheiden, ob die Fed im September tatsächlich stillhält.
Fällt die Inflation ebenfalls schwächer aus, könnten Dollar und Anleiherenditen weiter unter Druck geraten. Für Gold und Silber wäre das ein ausgesprochen interessantes Umfeld. Überraschend hohe Inflationszahlen könnten dagegen die Debatte über eine Zinserhöhung sofort wiederbeleben.
Die Aktienmärkte feiern neue Rekorde – und diesmal kommen gleichzeitig ausgesprochen starke Signale vom Rohstoffmarkt. Gold steigt mehr als 7 %, Silber zieht kräftig an und Kupfer nähert sich seinem Rekordhoch. Gleichzeitig läuft der KI-Investitionsboom weiter und erhöht langfristig den Bedarf an Energie, Stromnetzen und Metallen.
Das ist die vielleicht wichtigste Botschaft dieser Woche: KI und Rohstoffe sind keine Gegensätze. Im Gegenteil – der Technologiesuperzyklus benötigt gewaltige Mengen physischer Ressourcen.
Die Börsen feiern die digitale Zukunft. Doch gebaut wird sie mit sehr realem Kupfer, Silber, Energie und anderen strategischen Rohstoffen.
Wir nutzen nun die traditionell etwas ruhigere Augustphase und pausieren mit unserem Wochenrückblick voraussichtlich für zwei Wochen.
Weitere News und interessante Informationen können Sie unseren jüngsten Artikeln entnehmen.
Aurania Resources / Canada Nickel Company

Japan testet die Förderung von Seltene-Erden-Schlamm in rund 6.000 Metern Tiefe. Doch offene Umweltfragen, ein unvollständiges Regelwerk und hohe Kosten halten terrestrische Rohstoffprojekte im Zentrum der Versorgung.
Transformationsschritt...

Die positive Decision Statement schließt eine zentrale Bundesprüfung ab. Gleichzeitig wächst die Ressourcengrundlage im Timmins-Distrikt. Nun zählen Restgenehmigungen, Finanzierung und Bauentscheidung.
KALI WIRD STRATEGISCH

Millennial Potash verbindet eine außergewöhnlich große Mineralressource mit laufender DFS, ESIA und neuen Bohrungen. Die Atlantiklage könnte Banio zu einer zusätzlichen Kali-Lieferquelle machen.
WERTZUWACHS HOCH 3...

Mit einer geplanten 33-%-Beteiligung an DISA Uranium, dem hochgradigen Hurricane-Projekt und Wiluna in Australien öffnet IsoEnergy drei unterschiedliche Wertschöpfungswege.
Sibanye Stillwater / Vizsla Silver

Silber bleibt trotz der kräftigen Korrektur durch ein strukturelles Marktdefizit unterstützt. Bei Platin trifft eine ebenfalls angespannte Versorgungslage auf zusätzliche industrielle Zukunftsfelder.
Qualitätssprung im Doppelpack

Gold Royalty stockt ‚REN‘ auf und ergänzt Sterling sowie ‚Granite Creek‘. Sierra Madre verbindet die laufende ‚La Guitarra‘ und ‚Del Toro‘-Produktion, Plus 30.000 Meter Bohrungen.
Entwicklungspotenzial…

Großes Goldprojekt in Ontario macht den nächsten Schritt in Richtung möglicher Produktion: Die PFS, positive Gehaltskontroll-Ergebnisse und die große angezeigte Ressource unterstreichen das Entwicklungspotenzial.
Bohr-Turbo nimmt Fahrt auf

Christina wächst mit Golden Dyke zusammen. Gleichzeitig sollen 11 Bohrgeräte, 68 ausstehende Bohrresultate und der neue Explorationsstollen Sunday Creek schneller in Richtung erster Ressourcenschätzung voranbringen.
Uran-Plattform auf Wachstumsku

8.000-Meter-Programm erweitert die hochgradige Story. Parallel liefert der 2.100-Tonnen-Großversuch reale Betriebsdaten, während die abgeschlossene Übernahme einen dritten Wachstumspfad eröffnet.
Fury Gold Mines / Fortuna Mining

Die Goldförderung ist teuer und Gold ist knapp, neue Lagerstätten werden immer seltener entdeckt.
Osisko Gold Group / Amex Gold Mining

Im zweiten Quartal blieb die Goldnachfrage insgesamt (einschließlich OTC-Handel) stabil.
Zwei Europa-Projekte im Fokus

Die Privatplatzierung bringt 1,256 Mio. CAD brutto. Das Kapital ist vor allem für das isländische Goldprojekt ‚Thor’s Valley‘ und die Bewertung des italienischen ‚Balangero‘-Nickel-Kobalt-Abraums vorgesehen!
Zwei Wege zur Produktion...

Eskay Creek ist vollständig genehmigt und im Bau. Panuco treibt mit acht zentralen FLSmidth-Anlagenpaketen Engineering und Beschaffung voran. Die Projekte besitzen unterschiedliche Reifegrade, aber konkrete Katalysatoren.
Viele Grüße
Ihr
Jörg Schulte
Quellen: Marketscreener.com, onvista.de, Reuters.de, eigener Research, Bildquellen: tradingeconomics.com, onvista.de, MinerDeck, Intro Bild: KI generiert
Gemäß §34 WpHG weise ich darauf hin, dass Jörg Schulte, JS Research GmbH oder Mitarbeiter des Unternehmens jederzeit eigene Geschäfte in den Aktien der vorgestellten Unternehmen erwerben oder veräußern (z.B. Long- oder Shortpositionen) können. Das gilt ebenso für Optionen und Derivate, die auf diesen Wertpapieren basieren. Die daraus eventuell resultierenden Transaktionen können unter Umständen den jeweiligen Aktienkurs des Unternehmens beeinflussen. Die auf den „Webseiten“, dem Newsletter oder den Research-Berichten veröffentlichten Informationen, Empfehlungen, Interviews und Unternehmenspräsentationen werden von den jeweiligen Unternehmen oder Dritten (sogenannte „third parties“) bezahlt. Zu den „third parties“ zählen z.B. Investor Relations- und Public Relations-Unternehmen, Broker oder Investoren. JS Research GmbH oder dessen Mitarbeiter können teilweise direkt oder indirekt für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und andere Dienstleistungen von den besprochenen Unternehmen oder sogenannten „third parties“ mit einer Aufwandsentschädigung entlohnt werden. Auch wenn wir jeden Bericht nach bestem Wissen und Gewissen erstellen, raten wir Ihnen bezüglich Ihrer Anlageentscheidungen noch weitere externe Quellen, wie z.B. Ihre Hausbank oder einen Berater Ihres Vertrauens, hinzuzuziehen. Deshalb ist auch die Haftung für Vermögensschäden, die aus der Heranziehung der hier behandelten Ausführungen für die eigenen Anlageentscheidungen möglicherweise resultieren können, kategorisch ausgeschlossen. Die Depotanteile einzelner Aktien sollten gerade bei Rohstoff- und Explorationsaktien und bei gering kapitalisierten Werten nur so viel betragen, dass auch bei einem Totalverlust das Gesamtdepot nur marginal an Wert verlieren kann. Besonders Aktien mit geringer Marktkapitalisierung (sogenannte "Small Caps") und speziell Explorationswerte sowie generell alle börsennotierten Wertpapiere sind zum Teil erheblichen Schwankungen unterworfen. Die Liquidität in den Wertpapieren kann entsprechend gering sein. Bei Investments im Rohstoffsektor (Explorationsunternehmen, Rohstoffproduzenten, Unternehmen die Rohstoffprojekte entwickeln) sind unbedingt zusätzliche Risiken zu beachten. Nachfolgend einige Beispiele für gesonderte Risiken im Rohstoffsektor: Länderrisiken, Währungsschwankungen, Naturkatastrophen und Unwetter (z.B. Überschwemmungen, Stürme), Veränderungen der rechtlichen Situation (z.B. Ex- und Importverbote, Strafzölle, Verbot von Rohstoffförderung bzw. Rohstoffexploration, Verstaatlichung von Projekten), umweltrechtliche Auflagen (z.B. höhere Kosten für Umweltschutz, Benennung neuer Umweltschutzgebiete, Verbot von diversen Abbaumethoden), Schwankungen der Rohstoffpreise und erhebliche Explorationsrisiken.
Disclaimer: Alle im Bericht veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche. Die Informationen stellen weder ein Verkaufsangebot für die besprochenen Aktien noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Dieser Bericht gibt nur die persönliche Meinung von Jörg Schulte wieder und ist auf keinen Fall mit einer Finanzanalyse gleichzustellen. Bevor Sie irgendwelche Investments tätigen, ist eine professionelle Beratung durch ihre Bank unumgänglich. Den Ausführungen liegen Quellen zugrunde, die der Herausgeber und seine Mitarbeiter für vertrauenswürdig erachten. Für die Richtigkeit des Inhalts kann trotzdem keine Haftung übernommen werden. Für die Richtigkeit der dargestellten Charts und Daten zu den Rohstoff-, Devisen- und Aktienmärkten wird keine Gewähr übernommen. Die Ausgangssprache (in der Regel Englisch), in der der Originaltext veröffentlicht wird, ist die offizielle, autorisierte und rechtsgültige Version. Diese Übersetzung wird zur besseren Verständigung mitgeliefert. Die deutschsprachige Fassung kann gekürzt oder zusammengefasst sein. Es wird keine Verantwortung oder Haftung: für den Inhalt, für die Richtigkeit, der Angemessenheit oder der Genauigkeit dieser Übersetzung übernommen. Aus Sicht des Übersetzers stellt die Meldung keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar! Lesen Sie hier https://www.js-research.de/disclaimer-agb/.
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