Pressemitteilung von: Nick Betschart & Dyeana
Ein musikjournalistischer Essay über die Frage, ob das Schaffen des Schweizer-Hamburger Duos noch in die traditionelle Indie-Kategorie fällt - oder ob es bereits eine Stufe höher steht.
Was heisst "Indie" überhaupt noch?
Das Wort Indie ist eines der missbrauchten Adjektive in der Musikbranche. Ursprünglich war es eine nüchterne Beschreibung für wirtschaftliche Unabhängigkeit: Ein Indie-Künstler ist jemand, der seine Musik ausserhalb der grossen Majorlabels veröffentlicht - also ohne Universal, Sony oder Warner im Rücken. Der Begriff trug keine ästhetische Bedeutung, keine Aussage über den Sound, keinen Lifestyle. Er beschrieb schlicht eine Vertragsstruktur.
Das hat sich verschoben. Heute verbindet die Öffentlichkeit mit Indie ein ganzes Bündel von Erwartungen: schlichte Heimaufnahmen, bescheidene Reichweiten, ästhetische Rohheit, finanzielle Knappheit, bewusste Distanz zur Industrie. Ein echter Indie-Künstler, so das populäre Bild, spielt in kleinen Clubs, druckt seine EPs in 200 Exemplaren und verzichtet stolz auf professionelles Marketing. Wenn ein Artist dagegen klingt, als wäre er in einem richtigen Studio aufgenommen worden, auf acht Streamingplattformen gelistet ist und Rezensionen in internationalen Magazinen erhält - dann beginnen manche zu fragen: Ist das noch Indie?
Was heisst "Indie" überhaupt noch?
Das Wort Indie ist eines der missbrauchten Adjektive in der Musikbranche. Ursprünglich war es eine nüchterne Beschreibung für wirtschaftliche Unabhängigkeit: Ein Indie-Künstler ist jemand, der seine Musik ausserhalb der grossen Majorlabels veröffentlicht - also ohne Universal, Sony oder Warner im Rücken. Der Begriff trug keine ästhetische Bedeutung, keine Aussage über den Sound, keinen Lifestyle. Er beschrieb schlicht eine Vertragsstruktur.
Das hat sich verschoben. Heute verbindet die Öffentlichkeit mit Indie ein ganzes Bündel von Erwartungen: schlichte Heimaufnahmen, bescheidene Reichweiten, ästhetische Rohheit, finanzielle Knappheit, bewusste Distanz zur Industrie. Ein echter Indie-Künstler, so das populäre Bild, spielt in kleinen Clubs, druckt seine EPs in 200 Exemplaren und verzichtet stolz auf professionelles Marketing. Wenn ein Artist dagegen klingt, als wäre er in einem richtigen Studio aufgenommen worden, auf acht Streamingplattformen gelistet ist und Rezensionen in internationalen Magazinen erhält - dann beginnen manche zu fragen: Ist das noch Indie?
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