Pressemitteilung von: Osteria Porta Vagnu
Wie Winzer in Italien, Frankreich und Spanien mit Hitze, Trockenheit und früherer Reife umgehen
Weinbau ist eine der ältesten Kulturtechniken Europas. Viele Weinberge sehen heute noch so aus wie vor Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten. Doch das Klima, unter dem die Reben wachsen, verändert sich. Sommerliche Hitzeperioden, längere Trockenphasen und veränderte Niederschlagsmuster stellen Winzer zunehmend vor die Frage: Wie muss sich der Weinberg verändern, damit die Rebe auch in Zukunft gesund wächst und charaktervolle Weine hervorbringen kann?
Wiesbaden, September 2026 – Weinbau ist eine der ältesten Kulturtechniken Europas. Viele Weinberge sehen heute noch so aus wie vor Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten. Doch das Klima, unter dem die Reben wachsen, verändert sich. Sommerliche Hitzeperioden, längere Trockenphasen und veränderte Niederschlagsmuster stellen Winzer zunehmend vor die Frage: Wie muss sich der Weinberg verändern, damit die Rebe auch in Zukunft gesund wächst und charaktervolle Weine hervorbringen kann?
Die Antwort könnte teilweise in der Vergangenheit liegen.
Denn bevor moderne Drähte, Pfähle und exakt ausgerichtete Rebzeilen das Bild vieler Weinberge bestimmten, wurden Reben häufig als einzelne, niedrige Büsche erzogen. In Italien kennt man diese Form beispielsweise als Alberello, in Frankreich als Gobelet, in Spanien als Vaso. Die einzelnen Pflanzen stehen relativ frei und bilden ihre eigene kleine Struktur.
Was früher vor allem Tradition und regionale Besonderheit war, wird heute unter einem neuen Blickwinkel interessant: Kann eine alte Erziehungsform eine Antwort auf neue klimatische Bedingungen sein?
Die Weinrebe reagiert unmittelbar auf ihre Umwelt. Temperatur, Wasserverfügbarkeit und Sonneneinstrahlung beeinflussen Wachstum, Reife und letztlich auch die Zusammensetzung der Trauben.
Mit steigenden Temperaturen kann die Reife früher einsetzen. Gleichzeitig kann Hitze die Säureentwicklung beeinflussen und bei Trockenstress die Pflanze belasten. Damit verändert sich nicht nur der Zeitpunkt der Ernte, sondern unter Umständen auch das Gleichgewicht, das einen Wein ausmacht.
Die Internationale Organisation für Rebe und Wein (OIV) sieht deshalb verschiedene Möglichkeiten, den Weinbau an den Klimawandel anzupassen. Dazu gehören unter anderem die Wahl geeigneter Rebsorten und Unterlagen, die Gestaltung des Weinbergs, die Bewirtschaftung des Bodens und ausdrücklich auch die Optimierung der Erziehungsform.
Es geht also nicht nur um die Frage, welche Rebe im Weinberg steht.
Es geht auch darum, wie diese Rebe erzogen wird.
Gerade traditionelle Erziehungsformen sind deshalb interessant.
Eine Buschrebe besitzt keine lange, durchgehende Laubwand wie viele moderne Spaliersysteme. Die Trauben hängen näher am Stamm, während sich die Triebe nach außen entwickeln. Dadurch entsteht ein anderes Mikroklima innerhalb der Pflanze.
Das bedeutet nicht, dass traditionelle Systeme automatisch die bessere Lösung für den Klimawandel sind. Jeder Standort, jede Rebsorte und jedes Klima stellt andere Anforderungen.
Aber die Forschung beschäftigt sich zunehmend genau mit dieser Frage.
In Frankreich wird beispielsweise untersucht, wie Veränderungen an der Laubfläche und der Stammhöhe dazu beitragen können, die Reife zu verzögern oder die Temperatur in der Fruchtzone zu beeinflussen. Eine 2026 vorgestellte Untersuchung aus Beaujolais und Savoyen zeigte, dass solche Anpassungen interessante Möglichkeiten bieten, gleichzeitig mit Hitze und Spätfrost umzugehen.
Auch Untersuchungen aus dem französischen Burgund beschäftigen sich inzwischen damit, wie unterschiedliche Formen der Laubwand und Erziehung das Mikroklima der Trauben beeinflussen können.
Dabei wird deutlich: Klimaanpassung im Weinbau bedeutet nicht einfach, eine andere Rebsorte zu pflanzen.
Winzer verfügen über ein ganzes Bündel von Möglichkeiten. Sie können beispielsweise die Laubwand verändern, den Ertrag regulieren, den Boden anders bewirtschaften, den Erntezeitpunkt anpassen oder die Erziehungsform verändern.
Auch der Standort gewinnt an Bedeutung. Höhere Lagen oder andere Ausrichtungen können künftig interessant werden. Gleichzeitig müssen wirtschaftliche Faktoren berücksichtigt werden: Ein Weinberg wird für Jahrzehnte angelegt, und Veränderungen lassen sich nicht immer kurzfristig umsetzen.
Damit wird die Anpassung an den Klimawandel zu einer Balance zwischen Tradition, Erfahrung, Forschung und wirtschaftlicher Realität.
Besonders spannend wird der Blick über die Landesgrenzen.
In den mediterranen Weinregionen existieren seit Jahrhunderten Erziehungsformen, die mit Wärme und Trockenheit umgehen mussten. Der italienische Alberello, der französische Gobelet und der spanische Vaso sind unterschiedliche regionale Ausprägungen einer ähnlichen Idee: Die Rebe wird als einzelne Pflanze erzogen und nicht zu einer langen, durchgehenden Wand geformt.
Daneben haben sich moderne Spaliersysteme etabliert, die eine andere Bewirtschaftung und teilweise eine bessere Mechanisierung ermöglichen.
Welche Form künftig die richtige ist, lässt sich deshalb nicht pauschal beantworten.
Vielleicht wird die Zukunft des Weinbaus sogar weniger von der Frage geprägt sein, alt oder neu, sondern von der Frage:
Was funktioniert an welchem Standort unter welchen Bedingungen?
Für Weinliebhaber ist diese Entwicklung besonders interessant.
Denn am Ende geht es nicht allein darum, möglichst viel oder möglichst früh zu ernten. Es geht darum, die Identität eines Weines zu bewahren.
Rebsorte, Boden, Klima und die Arbeit des Winzers ergeben zusammen das, was wir als Terroir wahrnehmen. Wenn sich einer dieser Faktoren verändert, muss der Winzer reagieren, ohne dabei zwangsläufig den Charakter seiner Weine aufzugeben.
Vielleicht bedeutet Zukunft im Weinbau deshalb nicht, mit allen Traditionen zu brechen.
Vielleicht bedeutet sie vielmehr, zu erkennen, welche Traditionen auch unter neuen Bedingungen noch wertvoll sind.
Unter dem Titel „Wenn sich das Klima verändert, muss sich auch die Rebe verändern?“ geht es um die unterschiedlichen Erziehungsformen der Rebe und darum, wie Winzer in Italien, Frankreich und Spanien auf die veränderten klimatischen Bedingungen reagieren.
Der Zeitpunkt ist passend gewählt: Im September beginnt in vielen europäischen Weinregionen die Weinlese – jene besondere Zeit, in der sich nach Monaten der Arbeit im Weinberg entscheidet, was aus dem Jahrgang werden kann.
Und vielleicht lohnt sich gerade dann ein genauerer Blick auf die Rebe selbst.
Denn hinter jedem Glas Wein steht nicht nur eine Rebsorte und ein Winzer.
Dahinter steht immer auch ein Stück Klima.
Über Porta Vagnu – Feines aus Italien
Porta Vagnu – Feines aus Italien beschäftigt sich mit italienischer Genusskultur, regionalen Produkten, Wein und kulinarischen Traditionen. In der Videoreihe „Italian Secrets“ werden italienische Regionen und ihre Geschichten vorgestellt und mit Küche und Wein verbunden.
Kontakt:
Elke Heselmeyer
Porta Vagnu – Feines aus Italien
Wiesbaden-Nordenstadt
Wiesbaden, September 2026 – Weinbau ist eine der ältesten Kulturtechniken Europas. Viele Weinberge sehen heute noch so aus wie vor Jahrzehnten oder sogar Jahrhunderten. Doch das Klima, unter dem die Reben wachsen, verändert sich. Sommerliche Hitzeperioden, längere Trockenphasen und veränderte Niederschlagsmuster stellen Winzer zunehmend vor die Frage: Wie muss sich der Weinberg verändern, damit die Rebe auch in Zukunft gesund wächst und charaktervolle Weine hervorbringen kann?
Die Antwort könnte teilweise in der Vergangenheit liegen.
Denn bevor moderne Drähte, Pfähle und exakt ausgerichtete Rebzeilen das Bild vieler Weinberge bestimmten, wurden Reben häufig als einzelne, niedrige Büsche erzogen. In Italien kennt man diese Form beispielsweise als Alberello, in Frankreich als Gobelet, in Spanien als Vaso. Die einzelnen Pflanzen stehen relativ frei und bilden ihre eigene kleine Struktur.
Was früher vor allem Tradition und regionale Besonderheit war, wird heute unter einem neuen Blickwinkel interessant: Kann eine alte Erziehungsform eine Antwort auf neue klimatische Bedingungen sein?
Die Weinrebe reagiert unmittelbar auf ihre Umwelt. Temperatur, Wasserverfügbarkeit und Sonneneinstrahlung beeinflussen Wachstum, Reife und letztlich auch die Zusammensetzung der Trauben.
Mit steigenden Temperaturen kann die Reife früher einsetzen. Gleichzeitig kann Hitze die Säureentwicklung beeinflussen und bei Trockenstress die Pflanze belasten. Damit verändert sich nicht nur der Zeitpunkt der Ernte, sondern unter Umständen auch das Gleichgewicht, das einen Wein ausmacht.
Die Internationale Organisation für Rebe und Wein (OIV) sieht deshalb verschiedene Möglichkeiten, den Weinbau an den Klimawandel anzupassen. Dazu gehören unter anderem die Wahl geeigneter Rebsorten und Unterlagen, die Gestaltung des Weinbergs, die Bewirtschaftung des Bodens und ausdrücklich auch die Optimierung der Erziehungsform.
Es geht also nicht nur um die Frage, welche Rebe im Weinberg steht.
Es geht auch darum, wie diese Rebe erzogen wird.
Gerade traditionelle Erziehungsformen sind deshalb interessant.
Eine Buschrebe besitzt keine lange, durchgehende Laubwand wie viele moderne Spaliersysteme. Die Trauben hängen näher am Stamm, während sich die Triebe nach außen entwickeln. Dadurch entsteht ein anderes Mikroklima innerhalb der Pflanze.
Das bedeutet nicht, dass traditionelle Systeme automatisch die bessere Lösung für den Klimawandel sind. Jeder Standort, jede Rebsorte und jedes Klima stellt andere Anforderungen.
Aber die Forschung beschäftigt sich zunehmend genau mit dieser Frage.
In Frankreich wird beispielsweise untersucht, wie Veränderungen an der Laubfläche und der Stammhöhe dazu beitragen können, die Reife zu verzögern oder die Temperatur in der Fruchtzone zu beeinflussen. Eine 2026 vorgestellte Untersuchung aus Beaujolais und Savoyen zeigte, dass solche Anpassungen interessante Möglichkeiten bieten, gleichzeitig mit Hitze und Spätfrost umzugehen.
Auch Untersuchungen aus dem französischen Burgund beschäftigen sich inzwischen damit, wie unterschiedliche Formen der Laubwand und Erziehung das Mikroklima der Trauben beeinflussen können.
Dabei wird deutlich: Klimaanpassung im Weinbau bedeutet nicht einfach, eine andere Rebsorte zu pflanzen.
Winzer verfügen über ein ganzes Bündel von Möglichkeiten. Sie können beispielsweise die Laubwand verändern, den Ertrag regulieren, den Boden anders bewirtschaften, den Erntezeitpunkt anpassen oder die Erziehungsform verändern.
Auch der Standort gewinnt an Bedeutung. Höhere Lagen oder andere Ausrichtungen können künftig interessant werden. Gleichzeitig müssen wirtschaftliche Faktoren berücksichtigt werden: Ein Weinberg wird für Jahrzehnte angelegt, und Veränderungen lassen sich nicht immer kurzfristig umsetzen.
Damit wird die Anpassung an den Klimawandel zu einer Balance zwischen Tradition, Erfahrung, Forschung und wirtschaftlicher Realität.
Besonders spannend wird der Blick über die Landesgrenzen.
In den mediterranen Weinregionen existieren seit Jahrhunderten Erziehungsformen, die mit Wärme und Trockenheit umgehen mussten. Der italienische Alberello, der französische Gobelet und der spanische Vaso sind unterschiedliche regionale Ausprägungen einer ähnlichen Idee: Die Rebe wird als einzelne Pflanze erzogen und nicht zu einer langen, durchgehenden Wand geformt.
Daneben haben sich moderne Spaliersysteme etabliert, die eine andere Bewirtschaftung und teilweise eine bessere Mechanisierung ermöglichen.
Welche Form künftig die richtige ist, lässt sich deshalb nicht pauschal beantworten.
Vielleicht wird die Zukunft des Weinbaus sogar weniger von der Frage geprägt sein, alt oder neu, sondern von der Frage:
Was funktioniert an welchem Standort unter welchen Bedingungen?
Für Weinliebhaber ist diese Entwicklung besonders interessant.
Denn am Ende geht es nicht allein darum, möglichst viel oder möglichst früh zu ernten. Es geht darum, die Identität eines Weines zu bewahren.
Rebsorte, Boden, Klima und die Arbeit des Winzers ergeben zusammen das, was wir als Terroir wahrnehmen. Wenn sich einer dieser Faktoren verändert, muss der Winzer reagieren, ohne dabei zwangsläufig den Charakter seiner Weine aufzugeben.
Vielleicht bedeutet Zukunft im Weinbau deshalb nicht, mit allen Traditionen zu brechen.
Vielleicht bedeutet sie vielmehr, zu erkennen, welche Traditionen auch unter neuen Bedingungen noch wertvoll sind.
Unter dem Titel „Wenn sich das Klima verändert, muss sich auch die Rebe verändern?“ geht es um die unterschiedlichen Erziehungsformen der Rebe und darum, wie Winzer in Italien, Frankreich und Spanien auf die veränderten klimatischen Bedingungen reagieren.
Der Zeitpunkt ist passend gewählt: Im September beginnt in vielen europäischen Weinregionen die Weinlese – jene besondere Zeit, in der sich nach Monaten der Arbeit im Weinberg entscheidet, was aus dem Jahrgang werden kann.
Und vielleicht lohnt sich gerade dann ein genauerer Blick auf die Rebe selbst.
Denn hinter jedem Glas Wein steht nicht nur eine Rebsorte und ein Winzer.
Dahinter steht immer auch ein Stück Klima.
Über Porta Vagnu – Feines aus Italien
Porta Vagnu – Feines aus Italien beschäftigt sich mit italienischer Genusskultur, regionalen Produkten, Wein und kulinarischen Traditionen. In der Videoreihe „Italian Secrets“ werden italienische Regionen und ihre Geschichten vorgestellt und mit Küche und Wein verbunden.
Kontakt:
Elke Heselmeyer
Porta Vagnu – Feines aus Italien
Wiesbaden-Nordenstadt
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Frau Elke Heselmeyer Inhaberin info@porta-vagnu.de 01635008070 |
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Frau Elke Heselmeyer Inhaberin info@porta-vagnu.de 01635008070 |
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