Pressemitteilung von: Projektwerkstatt
Initiativen in Mittelhessen kämpfen gegen Neubau der B49 + Plan beruht auf grob falschen, zT manipulierten Verkehrszahlen + Gericht verweist auf "Gestaltungsspielraum" + Artenschutz vorgetäuscht?
Eine geplante Umgehungsstraße im Kreis Gießen sorgt seit Wochen für Furore. Einerseits leisten Anwohner*innen und Verkehrswende-Aktive erbitterten Widerstand einschließlich mehrfacher Sabotage bei den Versuchen, die Baustellen einzurichten. Andererseits bringen sie immer wieder neue Belege für massive Fälschungen bei der Planung der Straße ans Tageslicht. So wurden der Planfeststellung zugrunde liegende Verkehrsprognosen und die behauptete Entlastungswirkung auf vorhandene Straßen fast doppelt so hoch angesetzt wie sich aus offiziellen Zähl- und Messergebnissen ergeben würde. Negative Wirkungen wurden verschwiegen und aktuell kommen weitere Schummeleien hinzu: Die Umsiedlung geschützter Arten wird nur simuliert. Tatsächlich werden die Tiere der Asphaltpiste geopfert. Dass damit auch Recht gebrochen wird, interessiert nicht mehr: Wo kein Kläger, da kein Richter. Und wo doch ein Kläger, drücken die Gerichte alle Autoaugen zu.
Zerstörung wertvoller Landschaft, um Gewerbeflächen zu schonen
Der Plan für den Neubau der Bundesstraße 49 um Reiskirchen und Lindenstruth war schon viele Jahre alt, als im Dezember 2016 die Planfeststellung beschlossen wurde. Zunächst tobte ein Kampf um verschiedene Trassenalternativen, bei dem sich die Gemeinde Reiskirchen mit ihrem Wunsch durchsetzte, die Straße im Süden zu bauen. Ihre absurde Begründung, festgehalten in einem späteren Gerichtsurteil: Durch diese Trassenführung würden, anders als im Norden, keine Flächen für neue Gewerbe- und Wohngebiete verloren gehen. Dass damit der ganze Sinn der Straße verloren ging, blieb unbeachtet. Schließlich erzeugen genau diese Wohn- und Gewerbegebiete die Verkehrsmengen, die als Grund für den Neubau benannt werden. Direkt in der Planfeststellung fand sich eine Tabelle, die 6.000 zusätzliche Fahrbewegungen durch Neubauten im Norden Reiskirchens prognostizierte - fast so viele, wie aktuelle durch den Ortsteil Lindenstruth fahren, wo sich viele aufgrund dieser Belastung nach der Umgehungsstraße sehnen. Die Straße ist also bewusst so geplant, dass sie auf der falschen Seite des Ortes liegen würde. Die Verkehrsbelastung in Reiskirchen wird also bleiben. Die jetzt geplante Trasse wird nur wenige Autofahrten anlocken. Dafür zerstört sie Erholungsgebiete und naturnahe Lebensräume, verdrängt geschützt Arten und wird einen landwirtschaftlichen Hof sowie das Martinsheim in ihrer Existenz gefährden. Doch was zählen die, wenn es um schnelleres Autofahren geht …
Eine geplante Umgehungsstraße im Kreis Gießen sorgt seit Wochen für Furore. Einerseits leisten Anwohner*innen und Verkehrswende-Aktive erbitterten Widerstand einschließlich mehrfacher Sabotage bei den Versuchen, die Baustellen einzurichten. Andererseits bringen sie immer wieder neue Belege für massive Fälschungen bei der Planung der Straße ans Tageslicht. So wurden der Planfeststellung zugrunde liegende Verkehrsprognosen und die behauptete Entlastungswirkung auf vorhandene Straßen fast doppelt so hoch angesetzt wie sich aus offiziellen Zähl- und Messergebnissen ergeben würde. Negative Wirkungen wurden verschwiegen und aktuell kommen weitere Schummeleien hinzu: Die Umsiedlung geschützter Arten wird nur simuliert. Tatsächlich werden die Tiere der Asphaltpiste geopfert. Dass damit auch Recht gebrochen wird, interessiert nicht mehr: Wo kein Kläger, da kein Richter. Und wo doch ein Kläger, drücken die Gerichte alle Autoaugen zu.
Zerstörung wertvoller Landschaft, um Gewerbeflächen zu schonen
Der Plan für den Neubau der Bundesstraße 49 um Reiskirchen und Lindenstruth war schon viele Jahre alt, als im Dezember 2016 die Planfeststellung beschlossen wurde. Zunächst tobte ein Kampf um verschiedene Trassenalternativen, bei dem sich die Gemeinde Reiskirchen mit ihrem Wunsch durchsetzte, die Straße im Süden zu bauen. Ihre absurde Begründung, festgehalten in einem späteren Gerichtsurteil: Durch diese Trassenführung würden, anders als im Norden, keine Flächen für neue Gewerbe- und Wohngebiete verloren gehen. Dass damit der ganze Sinn der Straße verloren ging, blieb unbeachtet. Schließlich erzeugen genau diese Wohn- und Gewerbegebiete die Verkehrsmengen, die als Grund für den Neubau benannt werden. Direkt in der Planfeststellung fand sich eine Tabelle, die 6.000 zusätzliche Fahrbewegungen durch Neubauten im Norden Reiskirchens prognostizierte - fast so viele, wie aktuelle durch den Ortsteil Lindenstruth fahren, wo sich viele aufgrund dieser Belastung nach der Umgehungsstraße sehnen. Die Straße ist also bewusst so geplant, dass sie auf der falschen Seite des Ortes liegen würde. Die Verkehrsbelastung in Reiskirchen wird also bleiben. Die jetzt geplante Trasse wird nur wenige Autofahrten anlocken. Dafür zerstört sie Erholungsgebiete und naturnahe Lebensräume, verdrängt geschützt Arten und wird einen landwirtschaftlichen Hof sowie das Martinsheim in ihrer Existenz gefährden. Doch was zählen die, wenn es um schnelleres Autofahren geht …
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