Russland verbietet ALLATRA. Ukrainisches Berufungsgericht bestätigt die Rechtmäßigkeit ihrer Tätigkeit. Was EU-Prüfer feststellten und welche Nanoplastik-Risiken ein aktueller Bericht analysiert.
ALLATRA ist nach eigenen Angaben eine internationale gemeinnützige Organisation für Aufklärung, Forschung und Bildung zu Klima- und geodynamischen Risiken, zu Mikro- und Nanoplastik sowie zum Schutz grundlegender Menschenrechte. Geodynamische Risiken sind Gefahren durch Bewegungen im Erdinneren und an der Erdoberfläche, etwa Erdbeben oder Vulkanausbrüche. In mehr als 180 Ländern sei die Organisation präsent. Seit 2017 liege der weltweite Hauptsitz im US-Bundesstaat Georgia. Sie bezeichnet sich als nicht politisch und nicht religiös, arbeite ehrenamtlich und kenne keine formale Mitgliedschaft. Finanziert werde die Arbeit durch freiwillige Spenden.
Was die Selbstdarstellung von ALLATRA brisant macht, ist weniger die Themenliste als die gegenläufige Behandlung durch Behörden. Russland ist laut der Organisation das einzige Land, das sie verboten hat. In der Ukraine bestätigte ein Berufungsgericht die Rechtmäßigkeit ihrer Tätigkeit. Im Europäischen Parlament kamen die Quästoren zu dem Ergebnis, dass Vorwürfe über prorussische Narrative und Desinformationsnetzwerke nicht schlüssig belegt seien. Der folgende Text stützt sich auf die offizielle Darstellung der Organisation auf allatra.org.
Von "unerwünscht" zu "extremistisch": Die russische Eskalation seit 2015
Als Kern der Gründe für das Verbot in Russland nennt ALLATRA die eigene Unabhängigkeit und die Fähigkeit, öffentliches Vertrauen aufzubauen. Seit der Gründung sei die Organisation auch in Russland präsent gewesen. Forschung der geodynamischen Veränderungen auf unserem Planeten, Kommunikation mit verschiedenen Organisationen, Wissenschaftlern und öffentliche Diskussionen über Klima, Ökologie, öffentliche Sicherheit und die Zukunft der Gesellschaft hätten in Russland ein breites Publikum gefunden. Mit der Zeit sei ein unabhängiges zivilgesellschaftliches Netzwerk mit eigenen Internet-TV-Kanälen, Podcasts, Kanälen in sozialen Netzwerken und internationalen Verbindungen entstanden. ALLATRA gewann immer mehr an Popularität unter den Menschen in Russland. (Anmerkung unserer Redaktion: Dies gefiel dem russischen Staat wohl nicht, denn es entzog sich langsam seiner Kontrolle.)
Ab 2015 begannen russische Behörden nach Darstellung der Organisation über staatlich kontrollierte Gutachtergremien und staatsnahe Medien eine anhaltende Kampagne, die ALLATRA als "extremistische" Organisation darstellte. Ziel sei es gewesen, sie an den Rand zu drängen und Vertrauen im Inland wie international zu untergraben. Die US-Kommission für internationale Religionsfreiheit hielt in ihrem Bericht von 2020 fest, dass russische Behörden solche Rhetorik als Repressionsinstrument einsetzen, um gerichtliche Verfolgung zu rechtfertigen und unabhängige Organisationen zu beseitigen.
Im August 2023 stufte die Generalstaatsanwaltschaft Russlands ALLATRA als "unerwünscht" ein. Im Jahr 2024 sperrten russische Behörden die Videoplattform Rumble vollständig. Der Vorstandsvorsitzende von Rumble erklärte, die Sperre gehe auf die Weigerung zurück, den Kanal ALLATRA TV zu entfernen, und betonte gleichzeitig, dass die Inhalte des Senders den Richtlinien von Rumble entsprächen.
Am 24. Juni 2025 erklärte das Oberste Gericht Russlands ALLATRA landesweit zu einer "extremistischen" Organisation und verbot ihre Tätigkeit.
Zeugen berichten von Razzien, Waffengewalt und Folter in Ufa
Nach Angaben der ALLATRA Organisation führten russische Behörden Hausdurchsuchungen, erzwungene Vernehmungen, Razzien und Folterhandlungen gegen ehemalige Teilnehmer durch. Eine Zeugin, die bei einer Nebenveranstaltung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa online aussagte, schilderte gewaltsames Vorgehen bei Hausdurchsuchungen. Eine junge Teilnehmerin habe eine Stunde lang auf dem Boden liegen müssen, während eine Waffe auf sie gerichtet war. Behördenmitarbeiter hätten Teilnehmern ausdrücklich gesagt: "Ihr dürft nicht über das Klima sprechen. Dieses Thema ist verboten.
Eine weitere Zeugenaussage, die ALLATRA wiedergibt, beschreibt Vorgänge in der Stadt Ufa (Russland) im August 2024, also noch vor dem landesweiten Verbot im Juni 2025:
_"Im September 2024 erfuhr ich neue, wirklich entsetzliche Einzelheiten. Es stellte sich heraus, dass im August dieselbe Welle von Razzien gegen ALLATRA-Freiwillige die Stadt Ufa getroffen hatte. Bei Vernehmungen folterten Beamte des FSB einige von ihnen mit Elektroschocks und über den Kopf gezogenen Plastiktüten."_
Nach Informationen, die die ALLATRA von gegenwärtigen und ehemaligen Teilnehmern erhalten hat, wurden in Russland verbliebene ehemalige Teilnehmer mit Strafanzeigen, Gerichtsverfahren, erzwungenen Vernehmungen, Folter und fortdauernder Verfolgung konfrontiert. Viele hätten zur eigenen Sicherheit das Land verlassen und Wohnung, Arbeit, Unternehmen und Eigentum zurückgelassen. In bestimmten Fällen sind Menschen zu Zwangsarbeit verurteilt, inhaftiert oder in Straflager gebracht worden. Russland bleibe das einzige Land, in dem ALLATRA verboten wurde. Außerhalb Russlands setze ALLATRA die Arbeit fort, unter anderem über das ALLATRA Global Research Center in den Vereinigten Staaten.
Das Verwaltungsberufungsgericht in Kiew lehnte den Antrag auf ein Verbot ab
In der Ukraine wurden Vorwürfe gegen ALLATRA staatlichen Stellen vorgelegt und gerichtlich geprüft. Die Herkunft der Vorwürfe werde weiter untersucht. Wie das Medium EU Reporter anmerkte, kommt als eine mögliche Erklärung die Tätigkeit prorussischer Einflussnetzwerke innerhalb ukrainischer Institutionen in Betracht.
Am 25. Februar 2026 bestätigte das Sechste Verwaltungsberufungsgericht in Kiew die Entscheidung der Vorinstanz und die Rechtmäßigkeit der Tätigkeit von ALLATRA in der Ukraine. Das Gericht sah keine rechtlichen Gründe für ein Verbot oder eine Zwangsauflösung. Vorgelegte Gutachtenmaterialien wies es als unzulässig zurück. Sie enthielten demnach keine konkreten, objektiven oder überzeugenden Belege für rechtswidrige Tätigkeit. Das Gericht verwies zudem auf Belege für den patriotischen Charakter der Arbeit von ALLATRA in der Ukraine. Die Organisation bleibt damit nach dieser Darstellung eine rechtmäßig tätige öffentliche Vereinigung und ist von ukrainischen Gerichten weder verboten noch untersagt worden.
Bereits am 2. Februar 2026 erkannte die Nationale Polizei der Ukraine ALLATRA als geschädigte juristische Person in einem Strafverfahren wegen Behinderung der rechtmäßigen Tätigkeit einer Nichtregierungsorganisation nach Artikel 170 des Strafgesetzbuchs der Ukraine an. Dieser Status bestätigt, dass ALLATRA in diesem Verfahren als eine Organisation behandelt wird, deren Rechte und berechtigte Interessen verletzt wurden.
ALLATRA unterstützt nach eigenen Angaben die Souveränität, Unabhängigkeit und territoriale Integrität der Ukraine innerhalb international anerkannter Grenzen und verurteilt die bewaffnete Aggression Russlands, einschließlich Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verstößen gegen das Völkerrecht. Ein öffentliches Beispiel ist die Konferenz "Freedom Has a Name and It's Called Ukraine" am 5. Februar 2026 im US-Kapitol in Washington, D.C.
Quästoren des Europäischen Parlaments: keine schlüssigen Belege
ALLATRA und das ALLATRA Global Research Center beteiligen sich nach eigenen Angaben an europäischen Foren, darunter das Europäische Parlament und OSZE-Plattformen zur menschlichen Dimension. Das Forschungszentrum ist im Transparenzregister der Europäischen Union unter der Nummer REG 1148853102055-15 eingetragen.
Im Februar 2026 nahm ALLATRA Global Research Center an der Veranstaltung "Nanoplastics: Hidden Connections And Emerging Risks" im Europäischen Parlament teil, organisiert von einem Mitglied des Parlaments in Zusammenarbeit mit dem Research Center. Im Anschluss an die Veranstaltung reichten drei Mitglieder des Europäischen Parlaments aus Fraktionen, die der Fraktion des organisierenden Abgeordneten politisch entgegenstehen, eine Beschwerde ein. Darin wurde behauptet, das ALLATRA Global Research Center habe prorussische Narrative verbreitet und Verbindungen zu russischen Desinformationsnetzwerken unterhalten.
Am 29. April 2026 kamen die Quästoren des Europäischen Parlaments nach Prüfung der von den Parlamentsdiensten zusammengetragenen Informationen zu dem Ergebnis, es gebe keine "schlüssigen und eindeutigen Elemente" zur Stützung dieser Vorwürfe und keine ausreichende Grundlage für die Eröffnung einer Untersuchung. Die Prüfung ergab demnach keine belegte Verbindung zwischen dem ALLATRA Global Research Center und prorussischen Erzählungen, russischen Desinformationsnetzwerken oder feindlichen Einflussaktivitäten.
Entgegen Behauptungen, die einzelne Medien prorussischer Netzwerke veröffentlicht haben und die nicht durch Beweise oder offizielle Dokumente gestützt sind, wird gegen ALLATRA von keiner Institution der Europäischen Union ermittelt.
Desinformation nach dem ALLATRA-Verbot in Russland und die Bitte um Quellenprüfung
Auch nach dem Verbot in Russland veröffentlichen staatsnahe russische Medien laut ALLATRA weiterhin Material, das die Organisation als "pseudowissenschaftlich" darstellt. Zweck sei es, Vertrauen in Klimaforschung und wissenschaftliche Arbeit zu untergraben, gerade weil internationale Aufmerksamkeit zunehme. Vorwürfe russischen Ursprungs hätten den Weg in europäische und internationale Medien gefunden. Zugleich seien Vorwürfe, die ukrainische Gerichte und die Quästoren des Europäischen Parlaments als nicht belegt bewertet hätten, in internationalen Publikationen wiederholt worden. So entstehe der falsche Eindruck unabhängiger Bestätigung.
Ein erheblicher Teil der negativen Online-Inhalte über ALLATRA lasse sich auf russische Quellen zurückführen, schreibt die Organisation. Sie fordert Journalisten, Forschende und Verlage auf, die Herkunft verwendeter Informationen zu überprüfen.
Nanoplastik-Bericht, COP-Konferenzen und öffentliche Wissenschaftskommunikation
Das ALLATRA Global Research Center ist die fachübergreifende Forschungs- und Wissenschaftskommunikationsabteilung der ALLATRA Organisation. Es veröffentlichte den analytischen Bericht "Nanoplastics. A Systematic Risk Analysis for Human Health, Ecosystems, and the Environment", auf Deutsch: "Nanoplastik. Eine systematische Risikoanalyse für die menschliche Gesundheit, Ökosysteme und die Umwelt". Der Bericht steht unter der Lizenz CC BY 4.0 und trägt die DOI https://doi.org/10.65849/agrc.report.mnp.2026.04001. Er richte sich an Wissenschaft, Regulierungsbehörden, politische Institutionen und die Öffentlichkeit.
Die Ergebnisse wurden im Europäischen Parlament auf der Konferenz "Micro- and Nanoplastics in the Biosphere: Impact on Human Health and Planetary Climate" vorgestellt. Dort gingen Wissenschaftler und EU-Entscheidungsträger möglichen Gesundheitsrisiken und Umweltauswirkungen von Mikro- und Nanoplastik nach. Der Dokumentarfilm "Nanoplastics: Threat to Life", der von ALLATRA Global Research Center produziert wurde, lief unter anderem in den Vereinigten Staaten, in Deutschland und in Lateinamerika und wurde bei mehreren internationalen Filmfestivals ausgezeichnet.
ALLATRA nahm an der COP29 in Baku, der COP30 in Belém sowie an den COP16-Konferenzen in Kolumbien und Saudi-Arabien teil. COP-Konferenzen sind UN-Vertragsstaatenkonferenzen zu Klima, Biodiversität oder Wüste. Dort legten sie nach eigenen Angaben fachliche Klimaeinschätzungen vor und führten Gespräche mit Regierungsvertretern und internationalen Amtsträgern. Weitere Stationen der öffentlichen Arbeit umfassen unter anderem OSZE-Formate in Wien und Warschau, ein Kongress-Briefing zum Thema kognitive Kriegsführung am 30. September 2025 in Washington, D.C., einen TEDx-Vortrag des Chefwissenschaftlers Doktor John Ahn am 30. Mai 2026 in St. Louis sowie Kooperationen in Bolivien mit dem Vizeministerium für Zivilschutz, der Bolivianischen Katholischen Universität "San Pablo" und dem Observatorium San Calixto.
Papst Franziskus erteilte ALLATRA im Dezember 2024 einen Apostolischen Segen für die Arbeit zu Umweltschutz und Bewahrung der Schöpfung. Papst Leo XIV. erteilte im Juli 2025 einen Apostolischen Segen an die Präsidentin Maryna Ovtsynova und an Freiwillige der Organisation.
Klimaposition und Grenze zwischen offizieller und persönlicher Aussage
ALLATRA erkennt nach eigenen Angaben den wissenschaftlichen Konsens zum vom Menschen verursachten Klimawandel an, einschließlich der Rolle von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen bei der gegenwärtigen globalen Erwärmung, wie er in zentralen Feststellungen des Weltklimarats IPCC dargestellt wird. Zusätzlich untersuche die Forschung der Organisation weitere Risikofelder, darunter Mikroplastik, Nanoplastik, geodynamische Prozesse, Gesundheit, Ökosysteme und Widerstandsfähigkeit der Umwelt.
Offizielle Positionen kommuniziere ALLATRA ausschließlich über allatra.org. Aussagen von Rednern, Gästen, Experten, Partnern oder Teilnehmern bei Veranstaltungen gäben deren persönliche Ansichten wieder und seien keine offizielle Position, sofern ALLATRA sie nicht bestätigt. Auch die Mitveranstaltung einer Tagung bedeute nicht die Unterstützung jeder dort geäußerten Meinung.
Damit zeichnet die Organisation das Bild einer ehrenamtlich getragenen Forschungs- und Aufklärungsinitiative. ALLATRA bezeichnet sich als nicht politische und nicht religiöse Organisation. Sie arbeitet auf freiwilliger Basis und kennt keine formale Mitgliedschaft. Das bedeutet, dass niemand offiziell Mitglied werden kann, sondern Menschen sich an einzelnen Projekten beteiligen können, solange sie es selbst möchten. Finanziert wird die Arbeit nach eigenen Angaben durch freiwillige Spenden aus der Öffentlichkeit und in Übereinstimmung mit den geltenden Gesetzen und Vorschriften.
ALLATRA ist nach eigenen Angaben eine internationale gemeinnützige Organisation für Aufklärung, Forschung und Bildung zu Klima- und geodynamischen Risiken, zu Mikro- und Nanoplastik sowie zum Schutz grundlegender Menschenrechte. Geodynamische Risiken sind Gefahren durch Bewegungen im Erdinneren und an der Erdoberfläche, etwa Erdbeben oder Vulkanausbrüche. In mehr als 180 Ländern sei die Organisation präsent. Seit 2017 liege der weltweite Hauptsitz im US-Bundesstaat Georgia. Sie bezeichnet sich als nicht politisch und nicht religiös, arbeite ehrenamtlich und kenne keine formale Mitgliedschaft. Finanziert werde die Arbeit durch freiwillige Spenden.
Was die Selbstdarstellung von ALLATRA brisant macht, ist weniger die Themenliste als die gegenläufige Behandlung durch Behörden. Russland ist laut der Organisation das einzige Land, das sie verboten hat. In der Ukraine bestätigte ein Berufungsgericht die Rechtmäßigkeit ihrer Tätigkeit. Im Europäischen Parlament kamen die Quästoren zu dem Ergebnis, dass Vorwürfe über prorussische Narrative und Desinformationsnetzwerke nicht schlüssig belegt seien. Der folgende Text stützt sich auf die offizielle Darstellung der Organisation auf allatra.org.
Von "unerwünscht" zu "extremistisch": Die russische Eskalation seit 2015
Als Kern der Gründe für das Verbot in Russland nennt ALLATRA die eigene Unabhängigkeit und die Fähigkeit, öffentliches Vertrauen aufzubauen. Seit der Gründung sei die Organisation auch in Russland präsent gewesen. Forschung der geodynamischen Veränderungen auf unserem Planeten, Kommunikation mit verschiedenen Organisationen, Wissenschaftlern und öffentliche Diskussionen über Klima, Ökologie, öffentliche Sicherheit und die Zukunft der Gesellschaft hätten in Russland ein breites Publikum gefunden. Mit der Zeit sei ein unabhängiges zivilgesellschaftliches Netzwerk mit eigenen Internet-TV-Kanälen, Podcasts, Kanälen in sozialen Netzwerken und internationalen Verbindungen entstanden. ALLATRA gewann immer mehr an Popularität unter den Menschen in Russland. (Anmerkung unserer Redaktion: Dies gefiel dem russischen Staat wohl nicht, denn es entzog sich langsam seiner Kontrolle.)
Ab 2015 begannen russische Behörden nach Darstellung der Organisation über staatlich kontrollierte Gutachtergremien und staatsnahe Medien eine anhaltende Kampagne, die ALLATRA als "extremistische" Organisation darstellte. Ziel sei es gewesen, sie an den Rand zu drängen und Vertrauen im Inland wie international zu untergraben. Die US-Kommission für internationale Religionsfreiheit hielt in ihrem Bericht von 2020 fest, dass russische Behörden solche Rhetorik als Repressionsinstrument einsetzen, um gerichtliche Verfolgung zu rechtfertigen und unabhängige Organisationen zu beseitigen.
Im August 2023 stufte die Generalstaatsanwaltschaft Russlands ALLATRA als "unerwünscht" ein. Im Jahr 2024 sperrten russische Behörden die Videoplattform Rumble vollständig. Der Vorstandsvorsitzende von Rumble erklärte, die Sperre gehe auf die Weigerung zurück, den Kanal ALLATRA TV zu entfernen, und betonte gleichzeitig, dass die Inhalte des Senders den Richtlinien von Rumble entsprächen.
Am 24. Juni 2025 erklärte das Oberste Gericht Russlands ALLATRA landesweit zu einer "extremistischen" Organisation und verbot ihre Tätigkeit.
Zeugen berichten von Razzien, Waffengewalt und Folter in Ufa
Nach Angaben der ALLATRA Organisation führten russische Behörden Hausdurchsuchungen, erzwungene Vernehmungen, Razzien und Folterhandlungen gegen ehemalige Teilnehmer durch. Eine Zeugin, die bei einer Nebenveranstaltung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa online aussagte, schilderte gewaltsames Vorgehen bei Hausdurchsuchungen. Eine junge Teilnehmerin habe eine Stunde lang auf dem Boden liegen müssen, während eine Waffe auf sie gerichtet war. Behördenmitarbeiter hätten Teilnehmern ausdrücklich gesagt: "Ihr dürft nicht über das Klima sprechen. Dieses Thema ist verboten.
Eine weitere Zeugenaussage, die ALLATRA wiedergibt, beschreibt Vorgänge in der Stadt Ufa (Russland) im August 2024, also noch vor dem landesweiten Verbot im Juni 2025:
_"Im September 2024 erfuhr ich neue, wirklich entsetzliche Einzelheiten. Es stellte sich heraus, dass im August dieselbe Welle von Razzien gegen ALLATRA-Freiwillige die Stadt Ufa getroffen hatte. Bei Vernehmungen folterten Beamte des FSB einige von ihnen mit Elektroschocks und über den Kopf gezogenen Plastiktüten."_
Nach Informationen, die die ALLATRA von gegenwärtigen und ehemaligen Teilnehmern erhalten hat, wurden in Russland verbliebene ehemalige Teilnehmer mit Strafanzeigen, Gerichtsverfahren, erzwungenen Vernehmungen, Folter und fortdauernder Verfolgung konfrontiert. Viele hätten zur eigenen Sicherheit das Land verlassen und Wohnung, Arbeit, Unternehmen und Eigentum zurückgelassen. In bestimmten Fällen sind Menschen zu Zwangsarbeit verurteilt, inhaftiert oder in Straflager gebracht worden. Russland bleibe das einzige Land, in dem ALLATRA verboten wurde. Außerhalb Russlands setze ALLATRA die Arbeit fort, unter anderem über das ALLATRA Global Research Center in den Vereinigten Staaten.
Das Verwaltungsberufungsgericht in Kiew lehnte den Antrag auf ein Verbot ab
In der Ukraine wurden Vorwürfe gegen ALLATRA staatlichen Stellen vorgelegt und gerichtlich geprüft. Die Herkunft der Vorwürfe werde weiter untersucht. Wie das Medium EU Reporter anmerkte, kommt als eine mögliche Erklärung die Tätigkeit prorussischer Einflussnetzwerke innerhalb ukrainischer Institutionen in Betracht.
Am 25. Februar 2026 bestätigte das Sechste Verwaltungsberufungsgericht in Kiew die Entscheidung der Vorinstanz und die Rechtmäßigkeit der Tätigkeit von ALLATRA in der Ukraine. Das Gericht sah keine rechtlichen Gründe für ein Verbot oder eine Zwangsauflösung. Vorgelegte Gutachtenmaterialien wies es als unzulässig zurück. Sie enthielten demnach keine konkreten, objektiven oder überzeugenden Belege für rechtswidrige Tätigkeit. Das Gericht verwies zudem auf Belege für den patriotischen Charakter der Arbeit von ALLATRA in der Ukraine. Die Organisation bleibt damit nach dieser Darstellung eine rechtmäßig tätige öffentliche Vereinigung und ist von ukrainischen Gerichten weder verboten noch untersagt worden.
Bereits am 2. Februar 2026 erkannte die Nationale Polizei der Ukraine ALLATRA als geschädigte juristische Person in einem Strafverfahren wegen Behinderung der rechtmäßigen Tätigkeit einer Nichtregierungsorganisation nach Artikel 170 des Strafgesetzbuchs der Ukraine an. Dieser Status bestätigt, dass ALLATRA in diesem Verfahren als eine Organisation behandelt wird, deren Rechte und berechtigte Interessen verletzt wurden.
ALLATRA unterstützt nach eigenen Angaben die Souveränität, Unabhängigkeit und territoriale Integrität der Ukraine innerhalb international anerkannter Grenzen und verurteilt die bewaffnete Aggression Russlands, einschließlich Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verstößen gegen das Völkerrecht. Ein öffentliches Beispiel ist die Konferenz "Freedom Has a Name and It's Called Ukraine" am 5. Februar 2026 im US-Kapitol in Washington, D.C.
Quästoren des Europäischen Parlaments: keine schlüssigen Belege
ALLATRA und das ALLATRA Global Research Center beteiligen sich nach eigenen Angaben an europäischen Foren, darunter das Europäische Parlament und OSZE-Plattformen zur menschlichen Dimension. Das Forschungszentrum ist im Transparenzregister der Europäischen Union unter der Nummer REG 1148853102055-15 eingetragen.
Im Februar 2026 nahm ALLATRA Global Research Center an der Veranstaltung "Nanoplastics: Hidden Connections And Emerging Risks" im Europäischen Parlament teil, organisiert von einem Mitglied des Parlaments in Zusammenarbeit mit dem Research Center. Im Anschluss an die Veranstaltung reichten drei Mitglieder des Europäischen Parlaments aus Fraktionen, die der Fraktion des organisierenden Abgeordneten politisch entgegenstehen, eine Beschwerde ein. Darin wurde behauptet, das ALLATRA Global Research Center habe prorussische Narrative verbreitet und Verbindungen zu russischen Desinformationsnetzwerken unterhalten.
Am 29. April 2026 kamen die Quästoren des Europäischen Parlaments nach Prüfung der von den Parlamentsdiensten zusammengetragenen Informationen zu dem Ergebnis, es gebe keine "schlüssigen und eindeutigen Elemente" zur Stützung dieser Vorwürfe und keine ausreichende Grundlage für die Eröffnung einer Untersuchung. Die Prüfung ergab demnach keine belegte Verbindung zwischen dem ALLATRA Global Research Center und prorussischen Erzählungen, russischen Desinformationsnetzwerken oder feindlichen Einflussaktivitäten.
Entgegen Behauptungen, die einzelne Medien prorussischer Netzwerke veröffentlicht haben und die nicht durch Beweise oder offizielle Dokumente gestützt sind, wird gegen ALLATRA von keiner Institution der Europäischen Union ermittelt.
Desinformation nach dem ALLATRA-Verbot in Russland und die Bitte um Quellenprüfung
Auch nach dem Verbot in Russland veröffentlichen staatsnahe russische Medien laut ALLATRA weiterhin Material, das die Organisation als "pseudowissenschaftlich" darstellt. Zweck sei es, Vertrauen in Klimaforschung und wissenschaftliche Arbeit zu untergraben, gerade weil internationale Aufmerksamkeit zunehme. Vorwürfe russischen Ursprungs hätten den Weg in europäische und internationale Medien gefunden. Zugleich seien Vorwürfe, die ukrainische Gerichte und die Quästoren des Europäischen Parlaments als nicht belegt bewertet hätten, in internationalen Publikationen wiederholt worden. So entstehe der falsche Eindruck unabhängiger Bestätigung.
Ein erheblicher Teil der negativen Online-Inhalte über ALLATRA lasse sich auf russische Quellen zurückführen, schreibt die Organisation. Sie fordert Journalisten, Forschende und Verlage auf, die Herkunft verwendeter Informationen zu überprüfen.
Nanoplastik-Bericht, COP-Konferenzen und öffentliche Wissenschaftskommunikation
Das ALLATRA Global Research Center ist die fachübergreifende Forschungs- und Wissenschaftskommunikationsabteilung der ALLATRA Organisation. Es veröffentlichte den analytischen Bericht "Nanoplastics. A Systematic Risk Analysis for Human Health, Ecosystems, and the Environment", auf Deutsch: "Nanoplastik. Eine systematische Risikoanalyse für die menschliche Gesundheit, Ökosysteme und die Umwelt". Der Bericht steht unter der Lizenz CC BY 4.0 und trägt die DOI https://doi.org/10.65849/agrc.report.mnp.2026.04001. Er richte sich an Wissenschaft, Regulierungsbehörden, politische Institutionen und die Öffentlichkeit.
Die Ergebnisse wurden im Europäischen Parlament auf der Konferenz "Micro- and Nanoplastics in the Biosphere: Impact on Human Health and Planetary Climate" vorgestellt. Dort gingen Wissenschaftler und EU-Entscheidungsträger möglichen Gesundheitsrisiken und Umweltauswirkungen von Mikro- und Nanoplastik nach. Der Dokumentarfilm "Nanoplastics: Threat to Life", der von ALLATRA Global Research Center produziert wurde, lief unter anderem in den Vereinigten Staaten, in Deutschland und in Lateinamerika und wurde bei mehreren internationalen Filmfestivals ausgezeichnet.
ALLATRA nahm an der COP29 in Baku, der COP30 in Belém sowie an den COP16-Konferenzen in Kolumbien und Saudi-Arabien teil. COP-Konferenzen sind UN-Vertragsstaatenkonferenzen zu Klima, Biodiversität oder Wüste. Dort legten sie nach eigenen Angaben fachliche Klimaeinschätzungen vor und führten Gespräche mit Regierungsvertretern und internationalen Amtsträgern. Weitere Stationen der öffentlichen Arbeit umfassen unter anderem OSZE-Formate in Wien und Warschau, ein Kongress-Briefing zum Thema kognitive Kriegsführung am 30. September 2025 in Washington, D.C., einen TEDx-Vortrag des Chefwissenschaftlers Doktor John Ahn am 30. Mai 2026 in St. Louis sowie Kooperationen in Bolivien mit dem Vizeministerium für Zivilschutz, der Bolivianischen Katholischen Universität "San Pablo" und dem Observatorium San Calixto.
Papst Franziskus erteilte ALLATRA im Dezember 2024 einen Apostolischen Segen für die Arbeit zu Umweltschutz und Bewahrung der Schöpfung. Papst Leo XIV. erteilte im Juli 2025 einen Apostolischen Segen an die Präsidentin Maryna Ovtsynova und an Freiwillige der Organisation.
Klimaposition und Grenze zwischen offizieller und persönlicher Aussage
ALLATRA erkennt nach eigenen Angaben den wissenschaftlichen Konsens zum vom Menschen verursachten Klimawandel an, einschließlich der Rolle von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen bei der gegenwärtigen globalen Erwärmung, wie er in zentralen Feststellungen des Weltklimarats IPCC dargestellt wird. Zusätzlich untersuche die Forschung der Organisation weitere Risikofelder, darunter Mikroplastik, Nanoplastik, geodynamische Prozesse, Gesundheit, Ökosysteme und Widerstandsfähigkeit der Umwelt.
Offizielle Positionen kommuniziere ALLATRA ausschließlich über allatra.org. Aussagen von Rednern, Gästen, Experten, Partnern oder Teilnehmern bei Veranstaltungen gäben deren persönliche Ansichten wieder und seien keine offizielle Position, sofern ALLATRA sie nicht bestätigt. Auch die Mitveranstaltung einer Tagung bedeute nicht die Unterstützung jeder dort geäußerten Meinung.
Damit zeichnet die Organisation das Bild einer ehrenamtlich getragenen Forschungs- und Aufklärungsinitiative. ALLATRA bezeichnet sich als nicht politische und nicht religiöse Organisation. Sie arbeitet auf freiwilliger Basis und kennt keine formale Mitgliedschaft. Das bedeutet, dass niemand offiziell Mitglied werden kann, sondern Menschen sich an einzelnen Projekten beteiligen können, solange sie es selbst möchten. Finanziert wird die Arbeit nach eigenen Angaben durch freiwillige Spenden aus der Öffentlichkeit und in Übereinstimmung mit den geltenden Gesetzen und Vorschriften.
Artikel bewerten
Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller Herr Anatolij Buchorn (+43 681 1068 7926) verantwortlich.
Mit Pressemitteilungen sichtbarer bei Google.
39,- € zzgl. MwSt.
SEOUL, Südkorea, 7. August 2026 " Human Rights Without Frontiers (HRWF) hat gemeinsam mit CAP Liberté de Conscience (CAP LC), das über den ECOSOC-Konsultativstatus bei ... | mehr
Darmstadt, im August 2026 - Die Einführung der E-Rechnung im deutschen B2B-Geschäftsverkehr geht auf das Wachstumschancengesetz zurück und erfolgt in Stufen. Seit dem 1. Januar ... | mehr
Dresden. Trotz aller digitalen Kanäle bleibt das Telefongespräch der Vertriebsweg mit der höchsten Abschlussquote je Kontakt. Gleichzeitig ist es der am strengsten regulierte. Unternehmen, die ... | mehr
Die Seite wird geladen.