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Hessen will Leuchtturmprojekt im Bereich Brennstoffzellentechnologie angehen

Von HA Hessen Agentur GmbH

Wiesbaden, 06. Oktober 2010 - „Die größte Herausforderung, vor der wir umweltpolitisch heute stehen, ist die Reduzierung des Verbrauchs endlicher Energieressourcen.“ Mit diesen Worten eröffnete die hessische Wissenschaftsministerin Eva Kühne Hörmann das 9. Brennstoffzellenforum Hessen im Kongress Palais Kassel. Der Fachkongress wurde von der Hessen Agentur und der H2BZ-Initiative Hessen im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ausgerichtet. Kooperationspartner waren die Wirtschaftsförderung Region Kassel, die Firmen Volkswagen und SMA, das Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) sowie die Netzwerke DeENet und Mo-WiN.net.
„Hessen besitzt eine ausgezeichnete Struktur von Unternehmen und Hochschulen, die im Bereich Wasserstoff und Brennstoffzelle aktiv sind“, so die Ministerin, die stellvertretend für die Landesregierung den Kongress eröffnete. Auch das Brennstoffzellenforum habe bundesweite Bedeutung, so die Ministerin weiter. Umweltministerin Lucia Puttrich kündigte an, dass „das Umweltministerium die Teilnahme beim Clean Energy Partnership (CEP) beantragt hat und wir somit sehr zuversichtlich sind, dass wir im Rhein - Main–Gebiet demnächst ein Leuchtturmprojekt im Bereich Brennstoffzellentechnologie mitgestalten können“. Die Landesregierung habe sich zur Brennstoffzellentechnologie im Koalitionsvertrag ausdrücklich bekannt. Die Teilnahme am Clean Energy Partnership (CEP), einem internationalen Zusammenschluss großer Automobil- und Energieversorgungsunternehmen, sei deshalb nur konsequent. Die meisten dieser Akteure aus Hessen sind bereits jetzt in der Wasserstoff- Brennstoffzelleninitiative Hessen e.V. (H2BZ-Initiative) organisiert. Seit der Gründung im Jahr 2002 fördert das Land Hessen diese Plattform mit etwa 700.000 Euro pro Jahr. Aufgaben dieser Initiative sind es, das Technologie-Marketing zu übernehmen, die Technologieförderung zu begleiten und als zentrale Informationsstelle für Landesregierung und Wirtschaft zur Verfügung zu stehen. „Rhein-Main hat die allerbesten Voraussetzungen für ein Brennstoffzellen/Mobilitätsprojekt, da allein im Industriepark Höchst große Mengen an Wasserstoff als Nebenprodukt anfallen“, erläuterten die Ministerinnen ihr Engagement. Am Industriepark Höchst existiert bereits die modernste Wasserstofftankstelle der Welt. Zudem gibt es in Rhein-Main ein großes Potenzial von Anwendungsmöglichkeiten für Brennstoffzellen wie die Mobilität, unterbrechungsfreie Stromversorgung, emmissionsfreier Betrieb von Fahrzeugen z.B. am Flughafen. Mit zahlreichen Vorträgen gaben die Experten beim Brennstoffzellenforum einen Einblick in hessische Innovationen und Anwendungen zur stationären und zur mobilen Energieversorgung. Sie zeigten, dass ein Energiesystem aus regenerativen Quellen nur dann optimal arbeitet, wenn es auf effiziente Energiespeicher zurückgreifen kann. „Erneuerbarer Strom fluktuiert in der Erzeugung und kann dem tatsächlichen Bedarf nicht ohne weiteres angepasst werden“, gab Reinhold Wurster (Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH) zu bedenken. Er präsentierte eine neue Studie, die auf Anregung der H2BZ-Initiative Hessen im Auftrag der Hessen Agentur für das Hessische Umweltministerium erstellt wurde. Demnach muss ein Speichermedium eingesetzt werden, das Energieüberschüsse auch für längere Zeit auffängt, um sie bei Bedarf wieder freizusetzen. „Wasserstoff ist dafür ideal geeignet“, betonte Reinhold Wurster, „weil er eine hohe Speicherdichte besitzt und weil er dann wahlweise zur Wiederverstromung, als Fahrzeugkraftstoff oder als chemischer Rohstoff in großen Mengen zur Verfügung stehen würde.“ Eine Schlussfolgerung, die auch Energieexperte Dr. Kurt Rohrig (IWES) im Vergleich verschiedener Speichertechnologien bestätigte. „Für die Entwicklung von Energiesystemen mit Wasserstoff verfügt Hessen über gute Voraussetzungen“, so Alexander Bracht, Leiter Wasserstoff, Brennstoffzellen und Elektromobilität bei der landeseigenen Wirtschaftsförderungsgesellschaft HA Hessen Agentur GmbH. Außerdem könnte sich das Land aufgrund seiner zentralen geografischen Lage und durch das Engagement der H2BZ-Initiative auch im internationalen Rahmen überzeugend zu einem Energie-Drehkreuz etablieren. „Wasserstoff ist speicherbare Elektrizität" bemerkte dazu Dr. Joachim Wolf, Vorstandsvorsitzender der H2BZ-Initiative Hessen e.V. und geschäftsführender Inhaber der Beratungsfirma flow-advice, „nur eben mit weitaus höherer Energiedichte, die gerade im mobilen Bereich eine große Rolle spielt." Das Anwendungsspektrum des Wasserstoffs in Kombination mit der Brennstoffzellentechnologie ist äußerst vielfältig. Im Bereich der stationären Energieversorgung haben hessische Firmen beispielhafte Lösungsansätze für die Hausstromversorgung und für den Einsatz von Smart Grids entwickelt. So sind die Wechselrichter aus dem Hause SMA und die Brennstoffzellensysteme von Rittal zwei von vielen innovativen Technologien, die einen effizienten Umgang mit erneuerbaren Energien ermöglichen.
06. Okt 2010

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