Wir nutzen Cookies, um Ihren Besuch auf unserer Website und unseren Service zu optimieren.
Wir betrachten die weitere Nutzung unserer Website als Zustimmung zu der Verwendung von Cookies.
PortalDerWirtschaft.de



Suchmaschinenoptimierung mit PdW
mit Content-Marketing - Ihre News

Peter Pan-Mentalität und die Scheu vor dem Alter

Von Medienbüro Sohn

Zeit der Jugenddomänen ist vorbei

Frankfurt am Main/Düsseldorf - „Wir ziehen mit dem falschen Weltbild in die Zukunft. All unsere Parameter über Alter und Jugend stammen aus Zeiten, in denen das Altern die Ausnahme war,“ schreibt Frank Schirrmacher in seinem neu erschienenen Buch „Das Methusalem-Komplott“. Wir – damit sind nicht nur Deutschland, sondern alle westlichen Industrienationen gemeint. Das Altern wird bald nicht mehr das sein, was es mal war. Neueste Studien zwingen uns, unsere Einstellung zum Altern zu überdenken, oder gar – wie Schirrmacher schreibt – „neu zu erfinden“.
Altern wird bald ein Massenphänomen sein. Sinkende Geburtenraten und eine steigende Lebenserwartung eröffnen die Vision einer Gesellschaft, in der es erstmalig mehr alte als junge Menschen geben wird. Spätestens im Jahr 2050 wird die Hälfte der Bevölkerung über 48 Jahre alt sein. Es wird eine Welt geben, die „fast nichts mehr mit der heutigen zu tun haben wird,“ so Schirrmacher. Die bisherige Gesellschaftsideologie könnte auf die Formel „alt gleich schlecht“ reduziert werden. Diese Peter Pan-Mentalität erscheint vor dem Hintergrund der sich bereits heute abzeichnenden Entwicklungen, wie Schul-Schließungen und Arbeitszeit-Verlängerungen als vollkommen untragbar. „Die extremistischste Unterstellung, die den älter werdenden Menschen in unserer Gesellschaft trifft, sind die Zweifel an seinem Gehirn. Sie können sportlich sein und gute Blutwerte haben, Berge besteigen und Weltmeere durchkreuzen: Der Zweifel an ihrem Gehirn sitzt wie Gift an ihrem Körper,“ betont der Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die gesellschaftliche Meinung über den Leistungsverfall älterer Menschen ist eine „Konstruktion, die mit der Wirklichkeit so viel zu tun hat, wie die Teletubbies mit der sozialen Beziehung zwischen Menschen,“ so Schirrmacher. Seine Thesen stoßen auf Zustimmung. „Ältere Mitarbeiter bringen besondere Qualifikationen mit, weil sie durch ihren Erfahrungsreichtum im Besitz eines problembewussten Fachwissens sind. Sie vermitteln Seriosität und Zuverlässigkeit. Oft sorgen ihre Geschäftsverbindungen, die sie sich in vielen Jahren angeeignet haben, bei Problemen für Abhilfe. Die Erfahrungen von älteren Mitarbeitern sind eine der wertvollsten Ressourcen unseres Unternehmens,“ weiß Peter Juraschek, IT-Spezialist von Harvey Nash, http://www.harveynash.de, ein Beratungsunternehmens für Personal-, IT- und Engineering Services. Leider denken viele Unternehmen anders. „Viele Betriebe haben keine Erfahrung im Umgang mit älteren Mitarbeitern. Zurzeit gibt es in mehr als der Hälfte der deutschen Unternehmen keine über 50-jährigen mehr. Viele meinen, es lohne sich nicht, in einen 50-jährigen zu investieren,“ sagt Meinhard Miegel, Leiter des Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft (IWG) http://www.iwg-bonn.de in Bonn, in einem Interview mit dem Magazin „McK“. Juraschek hat für die Altersscheu vieler Arbeitgeber kein Verständnis und meint, dass sogar im IT-Service, der sonst als Jugenddomäne gilt, ältere Mitarbeiter den jungen weit voraus sind: „Wenn wir als Personaldienstleister eine IT-Stelle von einem Unternehmen besetzen müssen, haben wir oft keine andere Wahl, als einen älteren Kandidaten einzusetzen. Ein junger Mitarbeiter kommt überhaupt nicht in Frage, wenn es gilt, einen Großrechner zu programmieren, denn sie kennen keine auch weiterhin gefragten Programmiersprachen wie Assembler und Kobol. Die Kenntnisse solcher Programmiersprachen werden an deutschen Universitäten einfach nicht vermittelt. So kommt es vor, dass ein junger Pragrammierer trotz seiner Internet- und Java-Kenntnisse passen muss. Zwar hatten wir kürzlich mit dem Automobilkonzern VW den Fall, dass wir einen Großrechner auf eine neue Programmiersprache umstellen konnten, jedoch brauchten wir auch da jemanden, der sich an die alte Sprache erinnerte.“ Die schnelle Entwicklung der IT-Welt ohne Gedächtnis ist ebenso ein Anzeichen für einen blinden Fortschritt, wie die Unterstellung einer jungen Generation, die ältere sei nicht leistungsstark genug. „Besonders vor dem Hintergrund des anstehenden demografischen Wandels muss ein gesellschaftliches Umdenken erfolgen,“ so die Forderung von Juraschek.
25. Mrz 2004

Bewerten Sie diesen Artikel

2 Bewertungen (Durchschnitt: 3.5)

Teilen Sie diesen Artikel

Keywords

Hinweis

Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Claudia Klemp, verantwortlich.

Pressemitteilungstext: 487 Wörter, 3693 Zeichen. Pressemitteilung reklamieren

Über Medienbüro Sohn


Kommentar hinzufügen

Name*
E-Mail*
Institution
Website
Ihr Kommentar*
Bitte lösen Sie 4 + 6