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Arbeitszeitverlängerung kein Tabuthema mehr

Von Medienbüro Sohn

„Deutschland nur noch Freizeitweltmeister“

Düsseldorf/Neuss - Die tarifvertraglich zementierte Arbeitszeit ist nach Ansicht vieler Experten ein Auslaufmodell. Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) fordert von den Gewerkschaften mehr Flexibilität: Unternehmer, Mitarbeiter und Betriebsräte sollten selbst für ihren Betrieb festlegen, wie lange und an welchen Tagen gearbeitet wird. So ist seit anderthalb Jahren eine Vierzigstunden-Woche für die Mitarbeiter der Firma a & o aftersales & onsite services GmbH in Neuss Alltag. „Zwei Stunden mehr als in der Branche üblich werden hier Drucker und Bildschirme gewartet, Notebooks repariert. Das Unternehmen ist Dienstleister für große Computerfirmen. Der Konkurrenzkampf um deren Aufträge ist gnadenlos. Deshalb wird hier darüber diskutiert, sogar noch länger zu arbeiten - und das ohne Lohnausgleich“, berichtet das WDR-Fernsehmagazin Westpol http://www.wdr.de/tv/westpol/.
Düsseldorf/Neuss - Die tarifvertraglich zementierte Arbeitszeit ist nach Ansicht vieler Experten ein Auslaufmodell. Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) fordert von den Gewerkschaften mehr Flexibilität: Unternehmer, Mitarbeiter und Betriebsräte sollten selbst für ihren Betrieb festlegen, wie lange und an welchen Tagen gearbeitet wird. So ist seit anderthalb Jahren eine Vierzigstunden-Woche für die Mitarbeiter der Firma a & o aftersales & onsite services GmbH in Neuss Alltag. „Zwei Stunden mehr als in der Branche üblich werden hier Drucker und Bildschirme gewartet, Notebooks repariert. Das Unternehmen ist Dienstleister für große Computerfirmen. Der Konkurrenzkampf um deren Aufträge ist gnadenlos. Deshalb wird hier darüber diskutiert, sogar noch länger zu arbeiten - und das ohne Lohnausgleich“, berichtet das WDR-Fernsehmagazin Westpol http://www.wdr.de/tv/westpol/. "Wenn wir eine Stunde mehr arbeiten, dann können wir kalkulatorisch niedriger anbieten, damit erhalten wir bestehende Arbeit und geben unseren Auftraggebern die Möglichkeit, konkurrenzfähige Angebote anzubieten", sagte a & o-Geschäftsführer Michael Müller gegenüber Westpol. Der Markt ist hart umkämpft: Das gilt für das Neusser Unternehmen wie für seine Auftraggeber. Die Konkurrenz sitzt zum Beispiel in Tschechien. Dort wird rund 10 Stunden pro Woche länger gearbeitet als in Deutschland - und das zu einem Sechstel der Lohnkosten. Michael Müller kann gegen solche Niedriglöhne nur das Fachwissen seiner Mitarbeiter setzen. Die seien einfach besser bei der Reparatur von Hightech-Ware. Dennoch ist Müller überzeugt: Auch die Lohn-Kosten müssen runter, um der Konkurrenz zukünftig gewachsen zu sein. Das sei ein gutes Rezept für alle Unternehmen, so die Auffassung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. "Die Verlängerung der Wochenarbeitszeit bringt rein rechnerisch eine Verdopplung des Wirtschaftswachstums. Die Konjunktur wird im nächsten Jahr dann nicht um 1,6 Prozent wachsen, sondern um rund drei Prozent," führte der IW-Wissenschaftler Hagen Lesch im WDR-Fernsehmagazin aus. Bundeskanzler Gerhard Schröder wolle zwar die Diskussion um eine Arbeitszeitverlängerung klein halten - das werde aber wohl nicht funktionieren. "Das ist Wahlkampfgeplänkel: Alle Beteiligten, Gewerkschaften, Industrie und Politik wissen doch längst, dass wir an das Thema ran müssen,“ betonte Müller, der als Wirtschaftssenator im Bundesverband mittelständische Wirtschaft aktiv ist. Angesichts der schwierigen Wirtschaftslage und mit Blick auf die EU-Erweiterung dürfe auch unbezahlte Mehrarbeit kein Tabu sein. „Eine Senkung der Arbeitskosten stärkt unsere Wettbewerbsfähigkeit. Kürzere Wochenarbeitszeiten bringen eben nicht mehr Jobs in Deutschland, sondern beschleunigen nur den Export von Arbeitsplätzen", kritisierte Müller. Deutschland sei bezeichnenderweise nur noch Freizeitweltmeister und nicht mehr Wachstumsweltmeister. Rund 42 Urlaubs- und Feiertagen hierzulande stünden beispielsweise 36 in Frankreich oder 23 in den USA gegenüber. Die Löhne in Deutschland stiegen seit 1950 um 1.600 Prozent, die Arbeitszeit sank im Gegenzug um 18 Prozent. Der Staat tat das Übrige, diesen Prozess der Verteuerung und Verknappung von Arbeit zu fördern, obwohl er ihn hätte bremsen müssen. Nur die Holländer und Norweger arbeiten heute weniger als die Deutschen. „Betrachtet man alle Deutschen – auch Kinder ab dem zehnten Lebensjahr, Rentner und Arbeitslose - , verwendeten im Jahr 2002 alle 82,5 Millionen zusammen nur 13 Prozent ihres Zeitbudgets für Berufsausbildung und bezahlte Tätigkeit. Diese 13 Prozent freilich müssen die übrigen 87 Prozent des Lebens mitfinanzieren, woraus sich die Überlastung des Energiekerns ergibt. Denn Freizeitbetätigungen aller Art dienen der Erholung, dem Wohlfühlen, dem Menschsein, aber eben nicht der Vermehrung des Wohlstandes“, so der Spiegelredakteur Gabor Steingart in seinem Buch „Deutschland – Der Abstieg eines Superstars“. „Ein paar Stunden Mehrarbeit pro Monat oder weniger Urlaubstage sind jedem zumutbar. Durch die Erhöhung der Wochenarbeitszeit um nur eine Stunde ohne Lohnausgleich könnten wir das Bruttoinlandsprodukt um mehr als 20 Milliarden Euro steigern“, ist sich der Mittelständler Michael Müller sicher.
06. Apr 2004

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Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Claudia Klemp, verantwortlich.

Pressemitteilungstext: 580 Wörter, 4357 Zeichen. Pressemitteilung reklamieren

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