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Familie und Beruf. Karriere nur ohne Kinder?

Von VON BONIN Personalberatung

Dieser Frage ging die VON BONIN Personalberatung, Gelnhausen in einer Umfrage nach. Fazit: Obwohl die Alterspyramide bereits auf dem Kopf steht, verwehren viele Betriebe ihren Mitarbeitern immer noch die Möglichkeit, Familie und Beruf zu vereinen.
Gelnhausen, 21.10.2010 - Wie schaffen es Unternehmen, qualifizierte Fach- und Führungskräfte trotz Familie und Kindern an das Unternehmen zu binden? Diese Frage beschäftigt nach einer VON BONIN Umfrage mehr als 60% der Personalchefs. Zunehmend stellen sie fest, dass mit der Geburt des ersten Kindes ein Elternteil - übrigens nicht nur die Mütter, sondern vermehrt auch Väter - den Job quittieren, weil sich angeblich Karriere und Beruf nicht vereinbaren lassen. Können sich Unternehmen bei dem ohnehin bestehenden Mangel an guten Leuten dies leisten? Gewiss gibt es kein Einheitskonzept. Doch die ersten Betriebe haben intelligente Lösungen entwickelt. Das Ergebnis: Wissen und motivierte Mitarbeiter bleiben dem Unternehmen erhalten. Mit Mut zu unkonventionellen Lösungen haben sie neue Wege beschritten und Flexibilität an den Tag gelegt. So lassen sich praktikable Lösungen mit großem Mehrwert für beide Seiten finden. Arbeitsteilung in Beruf und Familie Wie wäre z.B. die Idee des „Jobsharing“: Paare teilen sich einen qualifizierten Arbeitsplatz. Der Nachwuchs ist im Betrieb (in der organisierten Kinderbetreuung gemeinsam mit Kollegenbetrieben). Ist das Kind krank und braucht Betreuung, bleibt ein Elternteil zuhause und der andere übernimmt seinen Job. Das kann nur funktionieren, wenn beide im gleichen Betrieb arbeiten. Die eigene betriebliche Kinderbetreuung stellt sicher, dass auch zu den Betriebs-/Arbeitszeiten Betreuung gewährleistet wird. Und so können sich Eltern auf ihren Beruf konzentrieren. Evtl. rundet eine gemeinsame Mittagspause Eltern und Kinder das Angebot ab. Sie übernimmt z.B. die „Frühschicht“, er die „Spätschicht“. Welche Uhrzeiten vereinbart werden, entscheiden die Anforderungen an die Aufgabe und Verantwortung. Es kann im „Jobsharing“ sowohl für jeden ein 6-Std. Job sein. Denkbar sind die unterschiedlichsten Zeitmodelle, auch eine 4-/8-Std. Aufteilung oder jede andere frei vereinbarte Variante. Alleinerziehende mit Vollzeitjob können die Kinderbetreuung ebenfalls nutzen. Am stärksten etabliert ist heute noch das Teilzeitmodell für Frauen: vormittags arbeiten, mit wenig Anpassungsmöglichkeiten der Zeiten in der institutionellen Kinderbetreuung. Oder auch abends auf Stunden-Basis, wenn der Partner die Betreuung der Kinder übernehmen kann. Diese Regelungen bieten jedoch meistens keine oder nur wenige berufliche Entwicklungsperspektiven. Damit es finanzierbar und wirtschaftlich umsetzungsfähig ist, teilen sich Mitarbeiter und Arbeitgeber die Kosten für die betriebliche Betreuung. Zu welchen Teilen ist Verhandlungssache. Ein weiterer Vorteil, der bedacht werden sollte: Der Staat subventioniert den Arbeitgeberzuschuss zur Kindergartenbetreuung durch Befreiung dieses Betrages von Steuer und Sozialversicherung bei seinen Mitarbeitern. Mit flexiblen Arbeitszeitmodellen werden ganz neue Zielgruppen im Arbeitsmarkt angesprochen - qualifizierte potentielle ArbeitnehmerInnen, die mit bisherigen „Standard“-Arbeitszeiten nicht erreicht werden konnten. Auch der Einsatz modernster Kommunikationsmittel (Internet, Mobiltelefon) lässt oftmals neue Formen von Arbeitsplätzen (Home Office) entstehen. Viele Betriebe zögern noch, da organisatorische Strukturen geändert und praktikable Lösungen entwickelt werden müssen. Sie sehen mehr Probleme als Chancen. Schade. Im Zeitalter der älter werdenden Bevölkerung ist auch das Thema häusliche Pflege von Familienangehörigen hoch aktuell. Auch hier punkten Unternehmen, die ihren Mitarbeitern flexible Arbeitszeitlösungen bieten. Der Gesetzgeber hat die Grundlage für Teilzeitarbeit während der Pflegephase geschaffen, die nun mit individuellen Konzepten für die jeweiligen Unternehmen und ihre Mitarbeiter in die Tat umgesetzt werden können. Welches der flexiblen Arbeitszeitmodelle auch immer zum Einsatz kommt oder welche individuelle Vertragsvereinbarungen mit dem Mitarbeiter getroffen werden, es muss zu den Abläufen des Betriebes und der Familie passen. Dann bringt es messbare Vorteile für beide Seiten: • Die familiäre und berufliche Situation der Mitarbeiter bleibt im Gleichgewicht • Verständnis für die „andere“ Seite steht im Mittelpunkt (Geben und Nehmen) • Zufriedenheit, Motivation und hohe Leistungsbereitschaft entsteht • Bindung an das Unternehmen wird verstärkt • Hohe Qualifikation und Wissen bleiben auch nach der Geburt eines Kindes dem Betrieb erhalten • Kostenersparnis in Rekrutierung und Einarbeitung neuer Mitarbeiter wird erreicht • Die positive Wirkung im Personalmarketing wird nach innen und außen spürbar • Neue Zielgruppen von Mitarbeitern werden für die Rekrutierung erschlossen Wer sich diesen Herausforderungen heute stellt und rechtzeitig praktikable Lösungen für seinen Betrieb findet, wird die Weichen für eine positive unternehmerische Entwicklung stellen. Fragen zum Thema beantwortet Gabriele v. Bonin, Geschäftsführende Gesellschafterin der VON BONIN Personalberatung unter Telefon 06051 4828-0 oder info@von-bonin.de
29. Okt 2010

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