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Galerie für Kulturkommunikation |

Entschleunigung als Lebenskunst

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Neuer Bildband von Rainer Strzolka zur grünen Insel Föhr


Die Galerie für Kulturkommunikation legt einen neuen Bildband zur Insel Föhr vor

Die Galerie für Kulturkommunikation erweitert mit dem 20. Oktober 2012 auf vielfachen Wunsch erneut Ihre digitale Installation „Föhr“. Gezeigt werden nunmehr eine Reihe von Bildern, die aus dem Projekt um die Entstehung des Kunstfotobandes um die gründe Insel resultieren.

Entschleunigtes Photographieren kann dazu führen, dass das Subjekt für sich neue Verhaltensregeln entwickelt, die der Ich-Stabilisierung, Kontemplation und Muße günstig sind, und in Müßiggang, Meditation und Selbstgenügsamkeit münden. Reisephotographie kann als Exerzitium dienen, ein radikal individualisiertes Reise-Ich zu entwickeln, dem es wichtig ist, seine ästhetische Autonomie zu bewahren.

Entschleunigte Reisephotographie des Eskapismus zu verdächtigen, fällt leicht, ist doch Reise an sich mit Bewegung verbunden. Entschleunigte Reisefotografie vermag all das aufzuheben, was die Moderne auflöste und in die Postmoderne degenerieren ließ: Ich-Zerfall, der Verlust von Metaphysik und weltanschaulicher Orientierung. Sie vermag sogar die ständige Verfügbarkeit des Einzelnen durch Staat, Bürokratie und Ideologien zu neutralisieren.

Der seit kurzem vorliegende Farb-Band basiert auf einem Kunstprojekt der Galerie für Kulturkommunikation und der Naturheilpraxis Lebensbaum in Alfeld. Sein Ziel ist, einen anderen Blick auf Föhr zu werfen als es die bislang vorliegenden Bildbände tun. Föhr fotografiert als eine Insel der Normalität, die zwar vom Tourismus abhängig ist, aber vielfältiger, als es der normale Tourist wahrnimmt. Der Band zeigt Innenansichten der Wohnungen von Föhrer Bewohnern, die Veränderung und Verhässlichung der umgebenden Festlandschaften durch den Bau von Windkraftanlagen, den rauhen Charme der Infrastruktureinrichtungen und die karge Schönheit des Marschen- und Geestlandes. Viele der Bilder wirken impressionistisch, beinahe wie gemalt, sie wurden an der Grenze des technisch Möglichkeiten in Tageslichtrandsituationen aufgenommen. Die hier gezeigten Bilder entstammen den Jahren 2008 bis 2011.

Insel Föhr - ein Reiseführer in 193 Photographien
Rainer Strzolka (Fotograf) und Susanne Engelmann-Strzolka
Softcover
90 g/m² weiß, matt
200 Seiten farbig
ISBN 3-8442-2440-5
Verkaufspreis
48,00 €

Der Titel ist auch als ebook über www.epubli.de erhältlich, Auslieferung der Printausgabe über den gesamten Buchhandel und Amazon. Eine DVD ist zum Verkaufspreis von 15 Euro ist in Vorbereitung und ab Winter 2012 über den Simon-Verlag für Bibliothekswissen in Berlin erhältlich.


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Anne Grewe, verantwortlich.

Pressemitteilungstext: 323 Wörter, 2552 Zeichen. Als Spam melden

Unternehmensprofil: Galerie für Kulturkommunikation

Die Idee, eine Galerie für Kulturkommunikation zu gründen, beruht auf einer geselligen Gesprächsrunde, im Dezember 2002 in einer Wohnung im Münchner Westend, wo Rüdiger Belter zu einem Gesprächsabend über Dingkultur" einlud.

Belter, im Privatleben Geschäftsmann, stellte seine Privatwohnung als Salon für Künstler zur Verfügung, die dort, im privaten Ambiente, ihre Kunst ausstellten zwischen Bücherregalen und Aktenordnern. In seiner Küche und im Schlafzimmer waren Lithographien und Skulpturen zu sehen, Gemälde und Zeichnungen, digitale Installationen und Videofilme.

Wir nahmen diese Idee auf und verpflanzten sie in die deutsche Provinz. In den wechselnden Privatwohnungen im Umfeld der Universität Hannovers, die nicht gerade als eine der Geistesgrössen der Welt bekannt ist, bei einem schlichten Literaturwissenschaftler, fanden sich Bilder von Julia Ostertag neben Eberhard Schlotter, Lebadanc, Grenz- und Fussmann, Paul Wunderlich, GB Fuchs, Sarah Schumann und dem mittlerweile zu Baumarktkunst herabgesunkenen Bruno Bruni.

All dies in Zusammenklang mit dem Besuch von Spitzenköchen und Musikern, die beitrugen zu aufregenden Begegnungen zwischen Mensch und Kunst. Gemeinsam entwickelten wir die Idee, daß die Kunst wichtiger sei als der Mensch, weil der Mensch sowieso sterben müsse. Einige Kühne wagten sich an die These, daß es sinnvoller sei, Geld für Kunst auszugeben als für Sozialhilfe.

Bei vielen dieser Begegnungen war Photographie ein wesentliches Element. Man photographierte sich gegenseitig, um dem Anlaß ein wenig dauerhafte Bedeutung zu verleihen.

Viele der photographischen Zeugen dieser Zeit sind Vergangenheit. Speichermedien versagten ihren Dienst gerne dann, wenn sie dazu dienen sollten, dem nachlassenden Gedächtnis auf die Sprünge zu verhelfen.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich ein Schwerpunkt auf analoger Photographie. Viele der Besucher unserer Galerie sind der Ansicht, daß die Digitalisierung der Welt ein Fehler ist. Photographie wird zu einem reinen Anhängsel des Computers, es gebricht ihr an einem definierten Original. Analoge Photographie hat nicht nur einen eigentümlichen Charme. Sie ist auch in ihrer Schlichtheit bestechend in einer Zeit, die das Maßlose liebt.

Man kann selbstverständlich 2700 digitale Fotos vom 12. Geburtstag seines Neffen anfertigen. Man sollte es aber besser sein lassen. Ohne jede Technik kann ich heute in ein Dia-Magazin schauen und mir dort Bilder meiner kuchenverschlingenden Tante Grete Krönert anschauen. Es ist sehr fraglich, ob eine digitale Datei so lange gehalten hätte. Tante Grete schaut seit 1986 die Herrlichkeit Gottes.

Ein ganzer Kosmos von Empfindungen kann so evoziert werden durch die techniklose Betrachtung eines kleinen Stückchens Celluloid.


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