Pressemitteilung von: KulturForum Europa e.V.
"Phantom der Oper" zur Eröffnung eines neuen Musiktheaters in Bukarest. West und Ost treffen sich in Rumänien, eine gute Idee, aber warum ausgerechnet ein Lloyd Webber Musical aus den 80gern?
(von Dieter Topp) Die Geschichte der Bukarester Operette liest sich wie eine langwierige, eher traurige Geschichte seit ihrem Abriss im Jahr 1986 durch den damaligen rumänischen Machthaber Ceausescu, der den Platz des schönen alten Hauses zur Verwirklichung seiner Großmachtideen benötigte. Vom repräsentativen Uniri-Platz im Zentrum der Hauptstadt siedelte die Musikbühne in ein Nebengebäude des Staatstheaters und hatte dort ihr Zuhause, bis in 2005 ein Feuer im Gebäude ausbrach und enorme Zerstörung anrichtete. Wieder musste die Opereta umziehen, diesmal in die Veranstaltungshalle des Innenministeriums, bevor sie dann erneut in "das kleine Haus" des Bukarester Nationaltheaters zurückkehren konnte, um dort bis 2011 wieder aufzuleben.
Mit Produktionen wie "Die Csárdásfürstin" und "Gräfin Mariza" von Emmerich Kálmán, "Die lustige Witwe" von Franz Lehar, die Strauss-Operetten "Der Zigeuner Baron" und "Die Fledermaus", behauptete sich das Theater als eines der wenigen Operettenhäuser - neben Budapest - in Europa. Hinzu kamen Revuen, Singspiele rumänischer Provenienz, nicht weniger attraktiv als die zahlreichen Eigenproduktionen der Mehrsparten-Häuser dieser Zeit im Westen. Darunter sei eine der westlich anmutenden und wohl gelungensten Produktionen genannt: "Supermarkt" von Theo Herghelegiu und Eduard Jighirgiu brachte das Publikum endlich einmal mit Witz und Ironie über die Konsum-Absonderlichkeiten der rumänischen Nach-Revolutions-Ära zu Begeisterungsstürmen.
Der Chef des Hauses, Razvan Ion Dinca, der für die meisten Inszenierungen als Regisseur verantwortlich zeichnete, hatte mit seiner Kollegin Alina Moldovan den richtigen Riecher, als er die Kooperation mit Budapest und dem cleveren Miklós Gábor Kérenyi suchte, der seit Jahren bereits mit seiner Produktionsfirma Franchise Rechte internationaler Musicals erfolgreich an Land gezogen hatte. Das Musical "Romeo und Julia" von Gérard Presgurvic, zuvor in Wien gefeiert, konnte mit ihm seinen Erfolg in Budapest noch erweitern und war gerade richtig, um diesen 2009 mit der Premiere in Bukarest fortzusetzen. Zum ersten Mal gab es ein internationales Musical in Rumänien. Zahlreiche ausverkaufte Vorstellungen zeugten von der Begeisterung des Publikums, eine Tournee nach Albanien ins antike Amphitheater von Butrint machte deutlich: "Der Osten Europas ist hungrig nach Musicals", so der Chronist in einem Vortrag über Musical in den EU-Ländern, auch wenn er von zahlreichen rumänischen Regisseuren belächelt und von "altehrwürdigen" rumänischen Kritikern verlacht wurde. Das Publikum sei intellektuelle Stoffe gewöhnt und nicht so etwas "Seichtes", ja "Kitschiges".
(von Dieter Topp) Die Geschichte der Bukarester Operette liest sich wie eine langwierige, eher traurige Geschichte seit ihrem Abriss im Jahr 1986 durch den damaligen rumänischen Machthaber Ceausescu, der den Platz des schönen alten Hauses zur Verwirklichung seiner Großmachtideen benötigte. Vom repräsentativen Uniri-Platz im Zentrum der Hauptstadt siedelte die Musikbühne in ein Nebengebäude des Staatstheaters und hatte dort ihr Zuhause, bis in 2005 ein Feuer im Gebäude ausbrach und enorme Zerstörung anrichtete. Wieder musste die Opereta umziehen, diesmal in die Veranstaltungshalle des Innenministeriums, bevor sie dann erneut in "das kleine Haus" des Bukarester Nationaltheaters zurückkehren konnte, um dort bis 2011 wieder aufzuleben.
Mit Produktionen wie "Die Csárdásfürstin" und "Gräfin Mariza" von Emmerich Kálmán, "Die lustige Witwe" von Franz Lehar, die Strauss-Operetten "Der Zigeuner Baron" und "Die Fledermaus", behauptete sich das Theater als eines der wenigen Operettenhäuser - neben Budapest - in Europa. Hinzu kamen Revuen, Singspiele rumänischer Provenienz, nicht weniger attraktiv als die zahlreichen Eigenproduktionen der Mehrsparten-Häuser dieser Zeit im Westen. Darunter sei eine der westlich anmutenden und wohl gelungensten Produktionen genannt: "Supermarkt" von Theo Herghelegiu und Eduard Jighirgiu brachte das Publikum endlich einmal mit Witz und Ironie über die Konsum-Absonderlichkeiten der rumänischen Nach-Revolutions-Ära zu Begeisterungsstürmen.
Der Chef des Hauses, Razvan Ion Dinca, der für die meisten Inszenierungen als Regisseur verantwortlich zeichnete, hatte mit seiner Kollegin Alina Moldovan den richtigen Riecher, als er die Kooperation mit Budapest und dem cleveren Miklós Gábor Kérenyi suchte, der seit Jahren bereits mit seiner Produktionsfirma Franchise Rechte internationaler Musicals erfolgreich an Land gezogen hatte. Das Musical "Romeo und Julia" von Gérard Presgurvic, zuvor in Wien gefeiert, konnte mit ihm seinen Erfolg in Budapest noch erweitern und war gerade richtig, um diesen 2009 mit der Premiere in Bukarest fortzusetzen. Zum ersten Mal gab es ein internationales Musical in Rumänien. Zahlreiche ausverkaufte Vorstellungen zeugten von der Begeisterung des Publikums, eine Tournee nach Albanien ins antike Amphitheater von Butrint machte deutlich: "Der Osten Europas ist hungrig nach Musicals", so der Chronist in einem Vortrag über Musical in den EU-Ländern, auch wenn er von zahlreichen rumänischen Regisseuren belächelt und von "altehrwürdigen" rumänischen Kritikern verlacht wurde. Das Publikum sei intellektuelle Stoffe gewöhnt und nicht so etwas "Seichtes", ja "Kitschiges".
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