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Kindesmissbrauch verhindern


Von Bundespressestelle Sicher-Stark

Ehemaliger Polizeibeamter mit GSG9 Erfahrung Ralf Schmitz klärt auf.

Sexueller Missbrauch von Kindern ist ein Thema in Bensheim     

Jeder Vater und jede Mutter hat Angst, wenn sie die täglichen Medienberichte verfolgen und stellen immer wieder von Neuem oft vor die Frage:

Wie schütze und sensibilisiere ich mein Kind, ohne ihm Angst zu machen? Und: Wann ist der richtige Zeitpunkt für Aufklärung?

 

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Um Missbrauch zu verhindern, gibt es schon seit Jahren verschiedene Präventionsangebote, die vor allem ein Ziel haben: das Selbstbewusstsein der Kinder aufzubauen und ihnen Handlungsmöglichkeiten an die Hand geben, wenn Eltern nicht in der Nähe sind. Das Sicher-Stark-Präventionskonzept ist ein geschütztes Konzept und wird nur von hochqualifizierten Pädagogen, Psychologen, Kindertherapeutinnen und Polizeibeamte an den 15900 Grundschulen und 40000 Kitas durchgeführt, um eine Stärkung der Kinder zu erreichen. 

 Diesmal wurden in Bensheim in einer Wohnzimmerveranstaltung 30 Eltern und 20 Kinder zum ersten Mal geschult. Der Polizeibeamter Ralf Schmitz besuchte die Schüler der 1. Klasse im Garten und führte sie an die Thematik, diesmal ohne Lehrer, angstfrei und sehr einfühlsam heran. Ralf Schmitz ist normalerweise ziemlich viel in Grundschulen in Deutschland unterwegs. Er sagt: „Es gelingt mir jeden Monat Missbrauchsfälle leider aufzudecken.“ Auch merkt der Polizeibeamte oft an der Reaktion der Kinder, dass etwas nicht stimmt. Und wie? Wie merkt man so etwas: „Ich lasse die Kinder ganz unbefangen von ihren Erlebnissen erzählen, wenn sie erstmal Vertrauen erhalten haben, denn jeder Missbrauchsfall in Deutschland ist ein Fall zu viel, so findet er und hier gilt es frühzeitig Prävention zu betreiben.

 

Auch die frühzeitige Benennung der Geschlechtsteile ist für die Kinder sehr wichtig, denn nur so kann ein Missbrauch entdeckt werden, wenn Kinder bereits gelernt haben, die richtigen Worte zu finden.   

Aber gerade Kinder, die missbraucht werden, werden doch vom Täter oft zum Schweigen verdonnert? Mit Sätzen wie: Wenn du etwas verrätst, dann hat deine Mama dich nicht mehr lieb? oder "Wenn das jemand erfährt, tue ich deiner Katze etwas an!"  Durch die Unbefangenheit der Situation könne es trotzdem sein, dass das eine oder andere Kind ganz spontan antwortet, sagt Schmitz. Mehrfach gelingt es ihm im Jahr, sexuellen Missbrauch durch seine Tätigkeit, an den Grundschulen aufzudecken. Die außergewöhnlichen Methoden und provokativen Realitätsschulungen sprechen für eine hohe Nachhaltigkeit und deshalb wird das Präventionskonzept auch nur von hauptberuflichen Experten an den Grundschulen und in den Kitas umgesetzt.  Und wie wird der Missbrauch weiterverfolgt? Sicher-Stark arbeitet mit einer Vielzahl von lokalen Beratungsstellen zusammen und viele Grundschulen haben Schulsozialarbeiter, die dann Gespräche mit den Eltern führen. Auch einige Polizeidienststellen verfügen über gute, kindgerechte Video-Anhörungszimmer.

Ralf Schmitz arbeitet auch mit dem Bundeskriminalamt in einzelnen Fällen zusammen.

Und wie reagieren die Eltern darauf, wenn ihre Kinder schon so früh mit dem Thema sexueller Missbrauch konfrontiert werden? Sehr positiv, solange die Kinder nicht verängstigt werden. Leider gibt es viele Trittbrettfahrer, die versuchen, durch unseriöse Methoden den Kindern schnell ein Sicherheitsgefühl zu vermitteln. Kindesmissbrauch kann nur verhindert werden, wenn regelmäßige Auffrischungskurse stattfinden, so Schmitz. 

Es gehe in erster Linie darum, die Kinder zu stärken, denn selbstbewusste und starke Kinder würden laut Polizeistatistik deutlich seltener Missbrauchsopfer, erklärt Ralf Schmitz.         

Die Gefahren drohen überall, aber die meisten Übergriffe passieren natürlich im nahen Umfeld des Kindes. Dort wird zu 70 % der Missbrauch bei den polizeilichen Ermittlungen festgestellt. Nachbar, Tante, Onkel, Sportlehrer, Schutzbefohlene kommen oft in Frage und seltener der Mann hinter der Hecke. 

Da sei es wichtig, früh an die Thematik heranzuführen. Ralf Schmitz hält seit Jahren auch Vorträge in Grundschulen und Kitas, bevor die Kinder in der Klasse geschult werden.       

Die Kinder sind nach den Sicher-Stark-Veranstaltungen Feuer und Flamme und sitzen nach den 4 Stunden noch voller Begeisterung auf den Bänken und wollen am liebsten noch gar nicht nach Hause, so intensiv und umfangreich sind die Schulungen. 

Prävention und Sensibilisierung, ohne dass man sie dabei verängstigt, ist ganz wichtig, so Ralf Schmitz. Immer wieder wenden Eltern bei den Elternabenden ein, dass ihr Kind noch nicht aufgeklärt sei. Das Thema wurde zu Hause noch nicht besprochen.

Das macht gar nichts. „Ich sage den Eltern, dass Aufklärung in der Schule ja auch stattfindet, aber viel wichtiger ist, dass Kinder erfahren, dass, "Dein Körper gehört Dir!" und Du darfst immer entscheiden, ob es sich um angenehmen oder unangenehme Berührungen handelt.

Wenn es unangenehmen Berührungen sind, darfst du dir immer Hilfe holen. 

Auch der Begriff "Sexueller Missbrauch" fällt nicht in der Sicher-Stark-Stunde,               sondern es geht um gewisse Handlungen, die nicht OK sind. Und wir geben den Kindern viele Ansprechpartner an die Hand, damit sie schnell Hilfe erhalten können, für den Ernstfall. Kinder sind nie schuld, sondern der erwachsene Pädophile weiß genau, was er da tut.

Ralf Schmitz hat auch mehrere Bücher, CDs und DVDs entwickelt. Wenn er mit den Kindern, Eltern, Lehrkräften spricht – tut er das als Autor? Er wird oft nach hilfreicher Literatur zum Thema gefragt und so sind die ganzen Werke aus seiner über 20-jährigen Berufserfahrung entstanden. Im Sicher-Stark-Shop oder in den Buchhandlungen können die Titel bezogen werden.

Herr Schmitz sagte uns, dass die Kinder in so einem jungen Alter noch sehr unbefangener sind. Hinzu komme, dass ja auch schon viele sehr junge Kinder von dem Thema betroffen sind. Deshalb: „Man kann gar nicht früh genug mit richtiger Prävention beginnen, die Kinder stark zu machen.“ Man sollte aber auch Qualitätsmerkmale berücksichtigen, denn der Markt boomt, weiß Schmitz zu berichten.

 

 


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Hinweis Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Sarah May (Tel.: 0180-5550133-3), verantwortlich.

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