Wir nutzen Cookies, um Ihren Besuch auf unserer Website und unseren Service zu optimieren.
Wir betrachten die weitere Nutzung unserer Website als Zustimmung zu der Verwendung von Cookies.
Weitere Informationen finden Sie hier:
Datenschutzerklärung, Impressum
PortalDerWirtschaft.de



Suchmaschinenoptimierung
mit Content-Marketing - Ihre News
29
Mai
2018
Bewerten Sie diesen Artikel
Noch nicht bewertet
Teilen Sie diesen Artikel

Urologen erneuern Ruf nach Widerspruchslösung zum Tag der Organspende

Jetzt mit Unterstützung des Ärztetages

Seit dem Erfurter Ärztetag spricht die deutsche Ärzteschaft mit starker Stimme: Laut Entschließung vom 10. Mai 2018 fordert die Bundesärztekammer (BÄK) den Gesetzgeber auf, die Widerspruchslösung zur Organspende mit einer Änderung des Transplantationsgesetzes einzuführen. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU) begrüßt diese Forderung im Vorfeld des Tags der Organspende am 2. Juni ausdrücklich. Die Fachgesellschaft hatte sich bereits zu Jahresbeginn angesichts einer 2017 historisch niedrigen Zahl von Organspenden für Systemkorrekturen und gegen die derzeit geltende Entscheidungslösung ausgesprochen. Andere Fachgesellschaften folgten dem Ruf nach Einführung der Widerspruchlösung.



"Inzwischen treten die ärztlichen Standesvertreter geschlossen für die Widerspruchlösung ein, und das verstärkt den Handlungsdruck auf die Politik", sagt DGU-Präsident Prof. Dr. Paolo Fornara und verweist auf die prekäre Situation der Organspende in Deutschland. Obwohl die deutsche Bevölkerung laut Umfragen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) seit 2012 einer Organ- und Gewebespende zu über 80 Prozent positiv gegenübersteht, ist die Zahl der postmortalen Organspenden in Deutschland im gleichen Zeitraum von 1046 (2012) auf nur noch 797 (2017) gesunken. Der Prozentsatz der Krankenversicherten, die seit Einführung der Entscheidungslösung 2012 einen Organspendeausweis ausgefüllt haben, wächst nur noch schleppend und lag im vergangenen Jahr bei 36 Prozent.



"Wir brauchen Reformen und müssen mit einem Wechsel weg von der sogenannten Entscheidungslösung beginnen, die weltweit nur in Deutschland praktiziert wird und wenig bewirkt. Wir werden zwar von den Krankenkassen über die Organspende aufgeklärt, wirklich entscheiden muss sich aber niemand. Stattdessen sollte die weitverbreitete Widerspruchslösung eingeführt werden, nach der jeder Volljährige nach seinem Tod als potenzieller Organspender gilt, sofern er nicht zu Lebzeiten widerspricht", so Prof. Fornara, Transplantationsmediziner und Mitglied der Ständigen Kommission Organtransplantation sowie der Prüfungs- und Überwachungskommission der Bundesärztekammer. Dass sich jeder Einzelne nach der gesetzlich geregelten Aufklärung durch die Krankenkassen mit der Problematik auseinandersetzt und im Falle einer Ablehnung sein NEIN zur Organspende formuliert, könne von jedem Bürger erwartet werden, unterstreicht die BÄK in ihrer Entschließung für die Widerspruchslösung. Die verbreitete Sorge vor einer Bevormundung der Bürger teilen weder die DGU noch der Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. (BvDU). "Die Widerspruchslösung ist vielmehr eine echte Entscheidungslösung, die jedem Versicherten die volle persönliche Entscheidungsfreiheit lässt", sagt BvDU-Präsident Dr. Axel Schroeder.



Bei europäischen Nachbarn wird schon länger auf die Widerspruchslösung gesetzt, zuletzt auch in den Niederlanden. Sogar im tief katholischen Spanien ist sie fest etabliert: Dort wurden 2017 mit 46,9 postmortalen Spendern pro einer Million Einwohner rund fünf Mal mehr Spender als in Deutschland verzeichnet. Deutschland ist im Vergleich der Mitgliedsländer von Eurotransplant mit nur 9,7 postmortalen Organspendern pro einer Million Einwohner das Schlusslicht. Im internationalen Vergleich reicht es für Platz 30 - hinter dem Iran und vor Rumänien.



"Um die Situation der über 10. 000 Menschen zu verbessern, die in Deutschland auf ein Spenderorgan warten, bedarf es aber mehr als der Einführung der Widerspruchslösung", sagt DGU-Präsident Prof. Fornara. Zur weiteren Systemkorrektur seien u.a. bundesweit einheitliche Aufgaben und Arbeitsbedingungen für Transplantationsbeauftragte, eine angemessene logistische, personelle und finanzielle Ausstattung der Entnahmekliniken sowie eine bessere Nachsorge erforderlich. Angesichts von rund 8000 Dialysepatienten, die nicht wie in Spanien ein Jahr, sondern in Deutschland durchschnittlich sechs Jahre auf eine Transplantation warten, bot die freiwillige Nierenlebendspende unter nahen Verwandten und einander emotional eng verbundenen Menschen 2017 in 557 Fällen einen Ausweg. "Blutgruppenungleiche Nierentransplantationen und neue schonendere operative Techniken wie die laparoskopische und die roboterassistierte Nierentransplantation sind heute auch bei einer Nierenlebendspende medizinisch möglich", so der Hallesche Transplantationsmediziner unter dessen Leitung die BÄK derzeit die erste Richtlinie zur Lebendspende erarbeitet, die sehr genau auf den Schutz des Spenders ausgerichtet sein wird.



Den verantwortlichen deutschen Gesundheitspolitikern gibt die DGU bereits Anfang Juli auf einem Parlamentarischen Abend in der Hauptstadt Gelegenheit, mit Experten der Fachgesellschaft und der Medizinischen Direktorin von Eurotransplant, Dr. Undine Samuel, über Systemkorrekturen bei der Organspende zu diskutieren, um Menschen auf der Warteliste eine Chance zu geben.



Weitere Informationen:

DGU/BvDU-Pressestelle

Bettina-C. Wahlers

Sabine M. Glimm

Tel.: 040 - 79 14 05 60

Mobil: 0170 - 48 27 28 7

E-Mail: redaktion@bettina-wahlers.de

Internet: www.urologenportal.de

www.dgu-kongress.de

www.hodencheck.de

www.jungensprechstunde.de

www.urologie-fuer-alle.de


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Frau Bettina Wahlers (Tel.: 040 79140560), verantwortlich.

Pressemitteilungstext: 693 Wörter, 5554 Zeichen. Pressemitteilung reklamieren

Keywords: Urologen erneuern Ruf nach Widerspruchslösung zum Tag der Organspende, Pressemitteilung Pressestelle DGU/ BvDU

Unternehmensprofil: Pressestelle DGU/ BvDU


Kommentare:

Es wurde noch kein Kommentar zu diesem Thema abgegeben.



Ihr Kommentar zum Thema




Weitere Pressemeldungen von Pressestelle DGU/ BvDU


 
Am 25. Juni 2018 startet die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) in Kooperation mit dem Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. die Urologische Themenwoche "Alarmzeichen Blut im Urin". Bis zum 29. Juni 2018 informiert die Fachgesellschaft mit Flyern und Postern, mit Videofilmen, Experten-Interviews und einer Telefon-Hotline über das Leitsymptom des Harnblasenkrebses. Das 5-... | Vollständige Pressemeldung lesen

 
Danach empfiehlt die STIKO die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) für alle Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Zu einer Nachholimpfung wird bis zum Alter von 17 Jahren geraten. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) und der Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. begrüßen diese Entscheidung uneingeschränkt und sichern der STIKO ihre volle Kooperation und Unterstützung bei... | Vollständige Pressemeldung lesen

 
Nachdem 2017 mit den Themenwochen Hodenkrebs und Prostatakrebs das neue Format der Patientenaufklärung mit großer Resonanz in der Öffentlichkeit eingeführt werden konnte, steht nun die Urologische Themenwoche "Alarmzeichen Blut im Urin" vor der Tür. Damit rückt die DGU in Kooperation mit dem Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. vom 25. bis 29. Juni 2018 das Leitsymptom des Har... | Vollständige Pressemeldung lesen