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Gewinner der Bahnstreiks - Fahrgemeinschaften und Mobilitätsportale

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Sicher und verlässlich zur Arbeit, auch wenn die Bahn streikt: Fahrgemeinschaften bilden im Pendlerportal


Nach dem Warnstreik und dem bundesweiten Aus für den Fernverkehr ist zwar vorerst kein weiterer Arbeitskampf mehr bei der Deutschen Bahn vorgesehen, aber auch ohne Streik drohen jetzt wieder Verspätungen und Zugausfälle wegen vereister Oberleitungen....

Lüneburg, 12.12.2018 (PresseBox) - Nach dem Warnstreik und dem bundesweiten Aus für den Fernverkehr ist zwar vorerst kein weiterer Arbeitskampf mehr bei der Deutschen Bahn vorgesehen, aber auch ohne Streik drohen jetzt wieder Verspätungen und Zugausfälle wegen vereister Oberleitungen. Wer pünktlich zur Arbeit kommen will, kann sich im Winter auf die Schiene nicht verlassen.

Um trotzdem jederzeit sicher und so umweltverträglich wie möglich ans Ziel zu kommen, kann sich gerade die Straße als guter Weg erweisen: Fahrgemeinschaften, also die intelligente und effiziente Nutzung des vorhandenen motorisierten Individualverkehrs, sind das Gebot der Stunde. Da nach den Zahlen des Statistischen Bundesamts über 60 Prozent der täglichen Wege von und zur Arbeitsstelle mit dem Pkw zurückgelegt werden, liegt in Fahrgemeinschaften ein besonders großes Potenzial, die Belastung durch Kohlendioxyd im Berufsverkehr deutlich senken – und das nicht nur im Winter.

„Es ist ein Phänomen, das wir immer wieder beobachten: Wenn die Bahn streikt oder Züge ausfallen, registrieren sich bei uns deutlich mehr Menschen als sonst. Das war auch jetzt beim Warnstreik im Dezember so – und ist branchentypisch“, sagt Frank Dalock, der Inhaber der Marktplatz GmbH – Agentur für Web & App. So hat er eine um mehr als 30 % stärkere Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr festgestellt und das, ergänzend zu dem ohnehin guten Wachstum. Das Pendlerportal versteht sich weniger als Konkurrenz, sondern eher als Ergänzung zum ÖPNV. Gleichwohl nehmen die Betreiber des Pendlerportals diese Effekte gern mit.

Das Unternehmen mit Sitz in Lüneburg, das auf kommunale Digital-Lösungen spezialisiert ist, hat das Pendlerportal entwickelt, einen Internetdienst, mit dem Fahrgemeinschaften für den Berufsweg gebildet und weitere Mitfahrmöglichkeiten abgesprochen werden können.

Besonderheit: Das Pendlerportal mischt alle Verkehrsmittel vom Auto über Bussen und Bahnen bis hin zum Fußweg. „Es wird ein optimaler Verkehrsmix für den individuellen Weg zur Arbeit ermittelt“, erklärt Frank Dalock. In dem Pendlerportal gibt es eine hausnummerngenaue Suche, die, wenn keine Fahrten bis zur gewünschten Zieladresse vorhanden sind, automatisch die Anschlussmöglichkeiten und Umsteigepunkte zu anderen Verkehrsmitteln samt den letzten Metern bis zum Ziel anzeigt. Nordrhein-Westfalen war die erste Region, in der diese Verknüpfung aller Verkehrsmittel umgesetzt wurde. Die Intermodalität im Pendlerportal macht den Dienst eher zu einem Mobilitätsportal statt einer klassischen Mitfahrzentrale.

Das Pendlerportal kann komplett kostenlos genutzt werden, es wird von den Ländern, Kommunen und Verkehrsverbünden finanziert. Der Dienst steht als App für Smartphones und Tablets zur Verfügung (iOS und Android), außerdem kann Mobility-Sharing über die Internetseite www.pendlerportal.de vom Computer und von mobilen Endgeräten aller Art genutzt werden. Vorhandene Angebote lassen sich ohne Anmeldung einsehen, aber nur registrierte Nutzer können eine Fahrt anbieten oder sich auf ein Angebot melden.

Bei der Suche und beim Anbieten von Fahrten können diverse Vorgaben wie das Geschlecht von Fahrer/Mitfahrer, Raucher/Nichtraucher, Autogröße, Gepäckmitnahme, Umweltplakette und Kraftstoffart gemacht werden. Die Anonymität der Nutzer ist stets gewährleistet, Fahrer/Mitfahrer verabreden sich eigenständig und sie bestimmen individuell, welche Daten ihnen gegenseitig bekannt werden. Preisabsprachen werden ohne Kenntnis des Betreibers getroffen.

Zahlreiche Kreise und Städte sowie Verkehrsbetriebe stellen das Pendlerportal als eigenes Serviceangebot ergänzend zu den ÖPNV-Angeboten bereit, u.a. wird es vom Verkehrsverband Rhein-Ruhr (VRR) flächendeckend genutzt. Dahinter steht die Idee, es gezielt zu fördern, dass die Menschen im einwohnerstärksten Bundesland besonders leicht Fahrgemeinschaften bilden können.

Mitfahren (lassen) schon die Umwelt: Gerade auf regelmäßig zurückgelegten Strecken wie dem Berufsweg können Fahrgemeinschaften oder fest installierte Pendlersysteme den Treibstoffverbrauch pro Person und Kilometer und damit die schädlichen Verkehrsemissionen deutlich senken. Nach Angaben des Umweltbundesamts benötigen zwei Autos mit je einer Person für die gleiche Strecke fast doppelt so viel Treibstoff wie ein Auto mit zwei Personen. Das Amt geht weiter davon aus, dass zwei Berufspendler bei 100 gemeinsamen Fahrten zur Arbeit jährlich durchschnittlich 750 Euro sparen – außerdem wird das Unfallrisiko gesenkt, weil mit Insassen im Auto vorsichtiger gefahren wird.


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