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8. März, Tag der Frauen: 10 russische Autorinnen, die Dich begeistern werden

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Internationaler Frauentag – ein Welttag, der im deutschsprachigen Raum längst nicht so viel Beachtung findet wie z. B. der Muttertag oder der Valentinstag. Die ursprünglich sozialistische Initiative ging von Clara Zetkin und Rosa Luxemburg aus, um Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen und die Emanzipation von Arbeiterinnen in den Fokus zu rücken. Später wurde der Weltfrauentag auch für Aktionen genutzt, um auf andere genderspezifische Themen und Fragen hinzuweisen. In den ehemals sozialistischen Ländern gab es keinen (von Amerika instituierten) Muttertag, dafür wird der 8. März zwar dort auch mit Blumen, Konfekt und Einladungen begangen, ist aber deutlich mehr gesellschaftspolitisch geprägt. Vielleicht auch ein Anlass, sich einmal eingehender mit dem zu befassen, was international anerkannte Autorinnen aus Russland zu sagen haben, dem Land, das für sich oft eine Vorreiterrolle in Sachen Gleichberechtigung und Emanzipation beansprucht?

 

 

Alle hier aufgeführten Bücher werden mit einem Thalia Gutschein vergünstigt zum Verkauf angeboten.

 

Die Jahre des Umbruchs, des Übergangs von der Zarenzeit zu Kommunismus und Sozialismus waren alles andere als einfach, insbesondere für „Intellektuelle“ mit „bürgerlichem Hintergrund“. In dieser Zeit lebte und schrieb Anna Achmatova (1889 – 1966), die für ihre kurzen, aber sehr intensiven und bewusst klar formulierten Gedichte über tiefsten Schmerz oder große Liebe, für ihre künstlerische und geistige Aussage bekannt ist. Nach der Revolution wurden ihre Arbeiten nicht mehr veröffentlicht, ihr erster Mann von den Bolschewiken erschossen, der zweite Mann und der Sohn in den 1930er Jahren inhaftiert. Angst und Ungewissheit sprechen aus den Gedichten dieser Zeit. Ihr Hauptwerk ist von 1960, Poem ohne Held, eine Versnovelle, mit der sie Leben und Sterben von Freunden und Bekannten während der deutschen Blockade und Besetzung Leningrads von 1941 bis 1944 verarbeitet. Weiters sind im Buchhandel (natürlich auch online, z. B. bei Thalia) E-Book-, Taschenbuch-, Hörbuch- und gebundene deutsch-russische Ausgaben ihrer „Gedichte“ und „Liebesgedichte“ zu finden.

Die zweite große Klassikerin russischer Liebeslyrik der Moderne ist Marina Zwetajewa (1892 – 1941), kompromisslos, intens, romantisch, absolut.  Eine Frau, die sich immer an der banalen Realität des Lebens rieb und aus diesem Konflikt mit ihren Idealen große Dichtung schuf. Anders als Achmatova emigrierte sie 1922, kehrte 1939 zurück in die Sowjetunion und nahm sich 1941 das Leben. Von ihr gibt es „Auf eigenen Wegen“, ein Sammelband ihrer Tagebuchprosa in den Jahren 1917 – 1920 in Moskau, mit Deutschland-Porträts und Aphorismen über Liebe und Dankbarkeit, „Phoenix“, ihre Interpretation des Lebens von Casanova, „Der Drang nach Haus“ über ihre Exiljahre in Berlin, Prag und Paris. Sehr interessant auch „Briefwechsel“, mit 40 Briefen zwischen Zwetajewa, Boris Pasternak und Rainer Maria Rilke aus dem Jahr 1926.

Eine weitere der wichtigsten russischen Autorinnen ist Irina Scherbakowa, (*1949). Ganz anders als Achmatova und Zwetajewa ist sie nicht Lyrikerin, sondern Wissenschaftlerin, Redakteurin und Universitätsdozentin zu Totalitarismus, Stalinismus und mündlich überlieferter Geschichte und einer der Gründerinnen der Menschenrechtsgesellschaft Memorial. Eine Frau mit klaren Ansichten zu Politik und Kultur, die in „Die Hände meines Vaters“ über ihre jüdische Großmutter, ihren Vater, sie selbst schreibt – alles Überlebende von Pogromen, Revolution, Krieg, Repressionen - mitreißend, atemberaubend. (...) (08.01.2018) sagt dazu: ein wichtiges Werk über die gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung Russlands, das dem Leser vor Augen führt, unter welchen Bedingungen seit über 100 Jahren die Menschen in dem Riesenreich leben (...).

In „Der Russland-Reflex“ (2015) diskutiert Scherbakowa mit dem Osteuropahistoriker Karl Schlögel über Russland, Deutschland und das deutsch-russische Verhältnis.

 

Auch Ljudmila Petruschewskaja (*1938), Radio- und Fernsehjournalistin hat in eigener Person erlebt, was es heißt, aus einer „intellektuellen Familie“ zu stammen und deshalb „Volksfeind“ zu sein. Ihre ersten Arbeiten aus den 60ern In den Sechzigern durften nicht erscheinen, kursierten dann illegal. Heute kann sie sich über große Bekanntheit und zahlreiche Auszeichnungen freuen. Ihre von hinreißend schwarzem Humor und dem ganz normalen Wahnsinn des Lebens geprägten Erzählungen sind enthalten in: Der Mann, der wie eine Rose roch, Das Mädchen aus dem Hotel Metropol, Es war einmal eine Frau, die ihren Mann nicht sonderlich liebte.

Ljudmila Ulitzkaja (1943) ist eine der wichtigsten zeitgenössischen russischen Schriftstellerinnen, die aber erst nach der Perestrojka veröffentlichen durfte. Von ihr stammen Drehbücher, Hörspiele, Theaterstücke und erzählende Prosa: Die Lügen der Frauen (Erzählungen, 2003), Ein glücklicher Zufall (Kinderbuch, 2005), Ergebenst, euer Schurik (Roman, 2005), Maschas Glück (Erzählungen, 2007), Daniel Stein (Roman, 2009), Das grüne Zelt (Roman, 2012), Die Kehrseite des Himmels (2015) und Jakobsleiter (Roman, 2017). Sie wurde für ihr Werk u. a. mit dem Aleksandr-Men-Preis ausgezeichnet.

Zwei neuere Namen sind Irina Denezkina, die noch sehr jung, aber in Russland zumindest schon sehr populär ist. Ihr „Komm“ handelt von harmloser Freizügigkeit, ihre Geschichten erzählen flott und pointiert vom sexuellen Erwachen Petersburger Teenager. Ganz anders hingen Svetlana Vasilenko mit ihrer „Närrin“, die 1998 als beste russische Novelle nominiert wurde. Ihre schwachsinnige Hauptfigur wird zu einer Art neuen Madonna, die angesichts Stalins Atomkriegdrohungen eine Neue Welt begründet.

Auf der Liste namhafter russischer Autorinnen keinesfalls fehlen darf, ist Tatjana Tolstaja (*1951).  Sie ist mit Lev und Aleksej Tolstoj, zwei Giganten der russischen Literatur direkt verwandt. Tolstaja lebte als Dozentin für Kreatives Schreiben etliche Jahre in den USA und schrieb für den New Yorker über die Russen und ihr Land. In ihrer Heimat ist sie durch ihre Fernseh-Talk-Show „Lästerschule“ populär, in der sie sich über alles lustig macht. Nicht ganz so lästerhaft geht es in ihrem „Kys“ zu, ein Beststeller-Roman über den Untergang einer Zivilisation, einen lachhaften Tyrannen, der Mäuse als Hauptnahrung und Zahlungsmittel einführt und Menschen, die nicht einmal wissen, wie man Feuer macht. Nein, keine Persiflage auf das neue Russland, sagt Tolstaja.

Weitere Titel, die es von ihr im deutschen Buchhandel gibt, sind Aetherial Worlds (auf Englisch), Pushkin`s Children: Writing on Russia and Russians (ebenfalls auf Englisch) und White Walls, gesammelte Erzählungen (auf Englisch).

Eine russische Autorin, die auf Deutsch schreibt, da sie Germanistin ist und seit 1992 in Zürich lebt, ist Marina Rumjanzewa (*1958). In ihrer kleinen Kulturgeschichte „Auf der Datscha“ befasst sie sich eingehend mit dieser urrussischen Institution, die nicht nur Natur, russisches Dolce Vita, Überlebensgarantie, Zusammensein bedeutet, sondern Geschichte und Kultur ist.

Für diejenigen die gerne wissen möchten, wie die russische Autorinnen mit Leiden, Aufopferungswillen, existentiellen Situationen umgehen, ist „Immerhin ein Ausweg“, eine Anthologie von Natalja Nossowa und Christiane Körner eine Empfehlung. Eine Sammlung verschiedener Frauenstimmen, die das Potential russischer weiblicher Literatur erahnen lässt.

Noch ein Thema gefällig? Das in allen Buchshops omnipräsente Thema – Krimis? Auch in Russland schreiben Frauen recht erfolgreiche Krimis, die eben nicht nur Krimis, sondern auch gesellschaftliches und kulturelles Porträt sind. So z. B. die Ex-Tänzerin Polina Daschkowa (*1960), die oft als Königin des russischen Krimis beschrieben wird (Russische Orchidee,  Der falsche Engel, Das Haus der bösen Mädchen – von Brigitte.de als „unglaublich dicht und spannend“ gelobt), Bis alle Ewigkeit, und – allerdings nur auf Russisch - Gorlov tupik, Heruvim, Zolotoj Pesok, Krov nerozhdennych, Obraz vraga, Mesto pod solncem.

Eine Kollegin und unglaublich erfolgreiche Autorin ist Darja Donzowa (*1952), Journalistin, Übersetzerin und Autorin mit bisher über 72 Mio verkauften Büchern, die in Russland schon dreimal Schriftstellerin des Jahres wurde. Bisher sind von ihr im Taschenbuch-Verlag erschienen: „Nichts wäscht weißer als der Tod“ (2006), "Spiele niemals mit dem Tod" (2007), "Perfekt bis in den Tod" (2007), „Bis dass dein Tod uns scheidet“ (2008), „Verlieb dich nie in einen Toten“ (2009), „Vögel, die am Abend singen“" (2009) und „Den Letzten beißt der Hund“ (2010).

Eine Zusammenstellung weiterer höchst interessanter russischer Autorinnen findet sich unter https://www.goethe.de/ins/ru/de/kul/mag/21254876.html, mit mittlerweile so bekannten Namen wie Olga Grjasnowa (z. B. mit ihrem ersten Buch Der Russe ist einer, der Birken liebt, das sie während ihres Studiums am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig zu schreiben begonnen hatte), Alina Bronski, (ein Pseudonym), die mit Scherbenpark 2010 große Anerkennung erntete, Sasha Marianna Salzmann, eher eine Dramaturgin, hier aber mit ihrem „Außer sich“, das „Ausländer sein“ zum Thema hat, Lena Gorelik, die Lesern vielleicht mit ihrem „Sie können aber gut Deutsch!“ schon bekannt ist.

26. Feb 2021

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