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Internetverband startet Initiative „Mittelstand online“

Prof. Sigram Schindler Vorsitzender der neuen eco-Initiative

CeBIT-Pressekonferenz: Mittwoch, 13. März, 13.30 Uhr, CC, Saal 105/106

Berlin / Köln, 23. Januar 2002 – Der Verband der deutschen Internetwirtschaft, eco Electronic Commerce Forum e.V. (Köln), hat eine neue Initiative „Mittelstand online“ gestartet. Ziel ist es, die rund 3,5 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland zu ermuntern, sich weitergehend im Internet zu engagieren. Den Vorsitz der neuen eco-Initiative hat Prof. Dr. Ing. Sigram Schindler, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Berliner Teles AG, übernommen. Er leitet das neue eco-Mittelstandsprogramm gemeinsam mit dem Verbands-Geschäftsführer Harald A. Summa.

Der eco-Verband sieht einen erheblichen Nachholbedarf bei der Internetnutzung im Mittelstand. Nach Verbandsrecherchen verfügen zwar rund 80 Prozent der KMUs über einen Internetzugang. Aber nur etwa 1 Million Mittelständler, also rund 29 Prozent, sind mit einer eigenen Website im Netz präsent. „Der Mittelstand läuft Gefahr, den Anschluss an die Online-Ökonomie zu verlieren, wenn er sich weiterhin in Webabstinenz übt“, warnt Prof. Sigram Schindler. „Die derzeit eher negativen Schlagzeilen über E-Business könnten viele Mittelständler verschrecken“, fürchtet eco-Geschäftsführer Harald A. Summa. Der eco-Verband rät der mittelständischen Wirtschaft, sich nicht vom Ende der Hypephase zur falschen Schlussfolgerung verleiten zu lassen, das Internet sei „tot“. Ganz im Gegenteil sind heute mehr Verbraucher und Firmen im Netz unterwegs als je zuvor, heißt es in einer Presseerklärung des Verbandes der deutschen Internetwirtschaft. Dabei werde das Internet gegenwärtig vor allem als wichtige Informationsquelle vor größeren Kaufentscheidungen genutzt. „Wenn ein mittelständisches Unternehmen im Wettbewerb mithalten will, kommt es an einem professionellen Internetauftritt nicht vorbei" erklärt Prof. Schindler als Schlussfolgerung aus dieser Entwicklung.
Summa und Schindler weisen auf das enorme Gefährdungspotenzial für das „Mittelstandsland Deutschland“ hin, falls die KMUs den Anschluss an die Online-Ökonomie verpassen. Mehr als 99 Prozent aller Unternehmen in Deutschland gehören zum Mittelstand. Sie stellen fast 70 Prozent aller Arbeitsplätze und 80 Prozent aller Ausbildungsplätze. Beinahe 60 Prozent der Wertschöpfung in Deutschland und fast die Hälfte der steuerpflichtigen Umsätze entstehen in mittelständischen Firmen.

Mittelstand scheut hohe Investitionen und hat Lücken im Know-how
Als Hauptgründe für die Zurückhaltung der mittelständischen Wirtschaft nennt der eco-Verband die Scheu vor hohen Investitionen mit ungewissem Return on Investment und Lücken im Know-how über Technik und Konzepte für E-Business. Dazu Prof. Sigram Schindler: „Viele KMUs haben den Eindruck, sie müssten Tausende oder gar Zehntausende von Euro investieren, um im Netz präsent zu werden. Hinzu kommt, dass die Mittelständler kaum Beratungskompetenz in ihrer Nähe finden.“

Gemeinsam mit der Industrie will der eco-Verband daher den Aufbau einer bundesweiten Infrastruktur von Internet-Anlaufstellen für mittelständische Firmen fördern. Ähnlich dem bundesweiten Netz der Steuerberater soll der Fachhandel fit gemacht werden, um als Internet-Consultants den Mittelstand technisch, produktseitig und konzeptionell zu beraten. Umfragen zufolge legen rund 80 Prozent der KMUs Wert auf eine lokale Betreuung unmittelbar vor Ort.
Zudem will der Verband gemeinsam mit namhaften Anbietern speziell für den Mittelstand Geschäftsmodelle ausarbeiten, bei denen sich KMUs ohne nennenswerte Investitionen im Netz präsentieren können. An die Stelle der Anfangsinvestition treten dabei laufende Kosten von einigen Hundert Euro pro Monat, vergleichbar beispielsweise mit den Leasingraten für einen Firmenwagen.

Die neue Initiative will darauf hinwirken, dass sich die mittelständische Wirtschaft nicht nur Zugang zum Internet verschafft, sondern auch mit einer eigenen Website im Netz präsent wird und damit ihre Geschäftstätigkeit erheblich belebt. Nach einer Untersuchung von Prognos, die die Teles AG in Auftrag gegeben hat, verfügt nur rund die Hälfte aller KMUs mit Internetzugang über eine Webpräsenz. Je größer ein Unternehmen ist, desto intensiver werden die Möglichkeiten des Internet genutzt, hat Prognos zutage gefördert. Daher will der eco-Verband mit der neuen Initiative in besonderer Weise kleine und mittlere, regional operierende Firmen adressieren. Dabei soll den Firmen geholfen werden, das Internet für E-Business proftabel zu nutzen.

Prof. Sigram Schindler nennt konkrete Ziele: „Heute haben nur maximal 10 Prozent aller regional orientierten Mittelständler einen profitablen Online-Shop im Netz. Unser Ziel ist es, diesen Anteil innerhalb der nächsten Jahre auf rund 25 Prozent zu steigern.“
Der Verband der deutschen Internetwirtschaft sucht bei „Mittelstand online“ die enge Zusammenarbeit mit den Industrie- und Handelskammern sowie den Handwerkskammern.

eco Electronic Commerce Forum e.V. ist der Verband der Internetwirtschaft in Deutschland. Ziel ist, die kommerzielle Nutzung des Internets voranzutreiben, um die Position Deutschlands in der globalen Internet-Ökonomie und damit den Wirtschaftsstandort Deutschland insgesamt zu stärken. eco Forum e. V. versteht sich in diesem Sinne als Interessenvertretung der deutschen Internetwirtschaft gegenüber der Politik, in Gesetzgebungsverfahren und in internationalen Gremien.

Weitere Informationen: Verband der deutschen Internetwirtschaft, eco Electronic Commerce Forum e.V., Arenzhofstr. 10, 50769 Köln, Tel.: 0221/9702407, E-Mail: info@eco.de

PR-Agentur: Team Andreas Dripke GmbH, Tel.: 0611/973150, E-Mail: team@dripke.de

23. Jan 2002

Von eco

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