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Hype um Monsanto |

Warum der Hype um Monsanto ein Ablenkungsmanöver ist

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(und die Wahrheit nicht viel besser ist)


Der Hype um Monsanto ist eine Medienblase. Die Industrie hat sich längst mit dem Shitstorm zum Thema Genfood abgefunden. Letztlich geht es um den Preis von Big Mac und co. Allerdings haben die Konzerne ein Hintertürchen nach Europa gefunden.

In diesen Tagen tauchen überall Meldungen über Proteste gegen Monsanto auf. Auf Facebook und mobilisiert sich der Gutmensch 2.0 im Kampf gegen das Böse. Recht so!
Überall finden sich Bilder und Berichte von Massenprotesten aus der ganzen Welt. Im Umkehrschluss fällt auf, dass die Medien nicht darüber berichten. Hier wird gleich zur Allroundwaffe gegriffen und die Manipulierbarkeit der Medien durch Weltkonzerne in den Raum geworfen.

Der Gutbürger 2.0 ist in Rage. Zu Unrecht. Es ist der Gutbürger 2.0, der hier manipuliert wird.
Die Tatsache, dass die Proteste weder die Titelseiten füllen, noch in den Nachrichten gemeldet werden ist, dass es keine in diesem Umfang gibt.
Facebook ist vollgestopft mit Bildern von Demonstrationen. Private Nachrichtenseiten berichten vollmundig. Hier sieht man Bilder aus Frankreich, Menschenmassen auf den Straßen, im Hintergrund der Eifelturm. Photoshop sei Dank.
Vertrauenswürdige Quellen, wzB. Spiegel.de, berichten hingegen von einigen hundert bis tausend Demonstranten und dies auch nur online. Das Ganze ist eine Medienblase. Monsanto ist längst am Boden. Aber die Wahrheit ist nicht besser.

Blicken wir auf Monsanto. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BmELV) erklärt dazu offiziell, dass in der EU nur zwei gentechnische Pflanzen zugelassen wurden. Der Mais „MON810“ von Monsanto und die Kartoffelsorte „Amflora“ von BASF, welche nicht für den menschlichen Verzehr bestimmt war.
Fakt ist, dass die Zulassung von „MON810“ 2008 wiederrufen und diese lediglich in Spanien angebaut wurde . Amflora wurde auf zwei Hektar in Deutschland und auf 15 Hektar in Schweden angebaut (BmELV). Danach wurden seit 2012 in Deutschland keine genetisch veränderten Pflanzen mehr kommerziell angepflanzt.
In der EU dürfen allerdings gentechnisch veränderte Lebens- und Futtermittel eingeführt werden, wenn dafür eine Zulassung besteht. 50 Zulassungen gibt es dafür aktuell. Dies ist sicherlich ein Skandal, hat aber letztlich nicht nur etwas mit Monsanto zu tun. Der eigentliche Skandal ist es, für Saatgut Lizenzgebühren zu verlangen, respektive dessen Verwendung per Gesetzt vorzuschreiben, wie es aktuell in der EU verhandelt wird. Aber dazu später mehr.

Weltweit sieht es für Monsanto nicht besser aus. Monsantos Marktmacht beschränkt sich auf die Kontinente Amerika, Afrika und Teile von Australien. Nahezu alle anderen Staaten haben Monsanto einen Riegel vorgeschoben. Während die Europäer gentechnisch veränderten Pflanzen den Krieg erklärt haben, geht es dem Rest der Welt um etwas ganz anderes: Lizenzgebühren. Diese unter Zwang, da Genfelder ihre Saat ungewollt auf andere Felder übertragen und sich die patentierten Gene in andere Saaten einkreuzen. Weiterhin ist die Verwendung von selbst produziertem Saatgut untersagt. Monsanto kann und stellt hier Schadensersatzforderungen.

Dies beschränkt sich allerdings auf den amerikanischen Kontinent. In Afrika gäbe es kaum die Infrastruktur dies rechtlich durchzusetzen. Es gibt weder ein Meldewesen und noch Grundbücher. Wie soll Monsanto einen Kleinbauern mitten im Nichts, per Gutachten rechtlich zu Schadensersatzforderungen verpflichten? Das rechtliche Gutachten und die genetischen Beweise würden sich dann auf eine Fläche von 10 x 20 Meter beziehen und eine Schadensersatz in Höhe von 1$ rechtfertigen. Dies in Ländern, in denen auf eine Million Einwohner, ein Krankenhaus kommt. Der Gutbürger 2.0 setzt sich also nicht für die armen Bauern Afrikas ein, wo Grundnahrungsmittel sowieso Hirse und andere, für den Weltmarkt unwichtige, Pflanzen sind.

Worum geht es dann? Letztlich bleibt als Vertriebsgebiet der amerikanische Kontinent. Wenn wir jetzt an einen amerikanischen Bauern denken, können wir keine europäischen Maßstäbe ansetzen. Einen deutschen Bauernhof mit einer XXL-Farm zu vergleichen, ist in etwa so angemessen, wie der Vergleich zwischen dem Fürstentum Monaco und den weiten Chinas.

Es sind die die amerikanischen Großgrundbesitzer, welche hier unter den Lizenzgebühren leiden. Was heißt hier leiden? Üblich wäre es, anfallende Kosten, auf den Verkaufspreis umzulegen. Jetzt erkennen wir wofür sich der Gutbürger 2.0 einsetzt. Dem Amerikaner wird sein Big Mac teurer.

Wir haben hier eine Fast-Food-Nation, in der 0,5l Mineralwasser 1,99$ kosten, wohingegen die 2l Falsche Coca-Cola für 0,99$ zu haben ist. Der Durchschnittsbürger kann sich, aufgrund der exorbitanten Kosten für klassische Lebensmittel, gar nicht mehr ohne Fast Food ernähren. Die amerikanische Fastfoodindustrie bedankt sich für die Menschen, die weltweit auf die Straße gehen.

Warum uns dies trotzdem interessieren sollte?
Weil dasselbe Prinzip momentan in der EU verhandelt wird. Da es hierbei nicht um gentechnisch verändertes Saatgut geht, findet dies in der Öffentlichkeit kaum Beachtung.

Die Europäische Kommission steht kurz davor, ein Gesetz auf den Weg zu bringen, welches EU-weit einheitliche Saatgüter vorschreibt. Die Saatgüter stehen vielfach unter Patentschutz großer Konzerne und führen dementsprechend zu Lizenzkosten. Darüber hinaus stellt dies eine große Gefahr für die Vielfalt unserer Nahrungsmittel dar. Wahrscheinlich werden uns künftig fünf normierte Apfelsorten und die Einheitstomate zur Verfügung stehen. Was interessiert es uns da, ob ein Amerikaner für sein 5000-kcal- Superize-Menue einen Dollar mehr bezahlt?

http://www.bmelv.de/SharedDocs/Downloads/Landwirtschaft/Pflanze/GrueneGentechnik/OhneGTSiegel/HintergrundInformationenOhneGTSiegel.pdf?__blob=publicationFile

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/umstrittener-gen-konzern-weltweite-proteste-gegen-monsanto-a-901914.html
http://www.focus.de/finanzen/news/unternehmen/paris-wien-berlin-muenchen-tausende-protestieren-gegen-monsanto-und-gentechnik_aid_999033.html

http://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/kurz-und-schmerzhaft/dutschke-spricht-die-macht-von-monsanto/8191294.html
http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/widerstand-gegen-entwurf-der-eu-kommission-fuer-saatgut-verordnung-a-898411.html


Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, Andreas Schmidt, verantwortlich.

Pressemitteilungstext: 752 Wörter, 6142 Zeichen. Als Spam melden


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