Was für eine Woche an den Finanzmärkten! Wieder einmal zeigte sich: Die Börse liebt Hoffnung – selbst dann, wenn die Weltlage alles andere als entspannt ist.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
während der Krieg zwischen den USA und Iran die Märkte in den vergangenen Wochen immer wieder leicht durchgeschüttelt hatte, sorgten neue Spekulationen über eine mögliche Verlängerung der Waffenruhe und eine schrittweise Wiederöffnung der Straße von Hormus nun für spürbare Erleichterung. Die Folge: Aktien rauf, Öl runter, Anleiherenditen runter – und Anleger wieder rein in Risiko.
Doch ganz so einfach ist die Sache nicht. Denn der mögliche Deal ist noch nicht final. US-Präsident Donald Trump hat die Vereinbarung laut den vorliegenden Informationen noch nicht abschließend genehmigt, und auch iranische Staatsmedien sprechen davon, dass noch keine endgültige Einigung erzielt wurde. Der Markt handelt also nicht die Realität – sondern die Hoffnung auf eine bessere Realität.
An der Wall Street endete die verkürzte Handelswoche freundlich. Besonders Technologiewerte sorgten für Unterstützung. Die Rallye war zwar nicht breit, aber stark genug, um alle drei großen US-Indizes ins Plus zu drücken.

Quelle: WallstreetOnline.de
Der Dow Jones Industrial Average gewann am Freitag 363,68 Punkte bzw. 0,72 % auf 51.032,65 Punkte. Der S&P 500 legte 16,49 Punkte bzw. 0,22 % auf 7.580,12 Punkte zu. Der Nasdaq Composite stieg um 55,15 Punkte bzw. 0,21 % auf 26.972,62 Punkte.
Besonders bemerkenswert: Der S&P 500 verbuchte bereits die neunte Gewinnwoche in Folge. Das ist die längste Gewinnserie seit Dezember 2023. Gleichzeitig schlossen alle drei großen US-Indizes den Monat mit Gewinnen ab.
Das ist ein starkes Signal. Denn der Markt hat in den vergangenen Wochen eine ganze Menge verdaut: Krieg, Ölpreisschock, Inflationsängste, mögliche Zinserhöhungen und die Sorge, dass die Straße von Hormus länger blockiert bleiben könnte. Trotzdem steigen die Kurse weiter.
Genau hier liegt aber auch die Gefahr: Die Indizes beendeten den Handel deutlich unter ihren Tageshochs. Das zeigt, dass Anleger zwar kaufen – aber nicht blind. Die Euphorie ist da, aber sie steht auf wackeligem Fundament.
Im Zentrum der Woche stand einmal mehr die Straße von Hormus. Diese Wasserstraße ist einer der empfindlichsten Punkte der Weltwirtschaft. Wird sie blockiert, steigen Ölpreise, Transportkosten und Inflationsrisiken. Wird sie wieder geöffnet, fällt sofort ein großer Teil der Risikoaufschläge aus den Märkten heraus.
Genau das war in dieser Woche zu beobachten. Berichte über eine mögliche Verlängerung der Waffenruhe zwischen den USA und Iran sowie über gelockerte Schifffahrtsbeschränkungen sorgten für fallende Ölpreise und steigende Aktienmärkte.
Baird-Stratege Ross Mayfield brachte es sinngemäß auf den Punkt: Sollte eine Verständigung tatsächlich genehmigt werden und die Straße von Hormus für 60 Tage wieder offen sein, könnte diese Zeit ausreichen, um eine tragfähigere Vereinbarung zu verhandeln. Das ist die große Hoffnung der Märkte. Doch Anleger sollten nicht vergessen: Noch ist nichts endgültig entschieden.
Ein geplatzter Deal, neue Angriffe oder eine erneute Verschärfung der Lage könnten die Ölpreise sofort wieder nach oben treiben. Dann wäre auch die Inflationsdebatte zurück – und zwar mit voller Wucht.
Die Ölpreise gaben am Freitag deutlich nach. US-Rohöl fiel um 1,73 % auf 87,36 US-Dollar je Barrel. Brent-Öl gab um 1,77 % auf 92,05 US-Dollar je Barrel nach.
Der Rückgang war klar geopolitisch getrieben. Anleger wetten darauf, dass eine längere Waffenruhe den Druck aus dem Energiemarkt nimmt. Sinkende Ölpreise sind für die Aktienmärkte grundsätzlich positiv, weil sie die Inflationssorgen dämpfen und Konsumenten sowie Unternehmen entlasten. Aber auch hier gilt: Entspannung ist nicht gleich Entwarnung.
Die Ölpreise liegen trotz des Rückgangs immer noch auf hohem Niveau. Der Konflikt dauert bereits drei Monate, und je länger Handelsrouten, Versicherungen, Lieferketten und Energieflüsse gestört bleiben, desto größer wird das Risiko, dass aus einem kurzfristigen Preisschock ein dauerhaftes Inflationsproblem wird. Für die Notenbanken ist das hochbrisant.
Noch vor wenigen Monaten drehte sich an den Märkten vieles um die Frage, wann und wie stark die US-Notenbank die Zinsen senken könnte. Diese Debatte hat sich durch den Ölpreisschock und die geopolitische Lage deutlich verschoben.
Inzwischen diskutieren Marktteilnehmer sogar wieder über die Möglichkeit einer Zinserhöhung im vierten Quartal. Laut Mayfield preist der Markt seit einigen Wochen ungefähr eine 50:50-Chance für einen solchen Schritt ein.
Das ist bemerkenswert. Denn eigentlich liebt die Börse fallende Zinsen. Steigende oder auch nur länger hoch bleibende Zinsen sind dagegen Gift für hoch bewertete Wachstumsaktien, Immobilien, schwächere Bilanzen und spekulative Marktbereiche.
Die Renditen am US-Anleihemarkt gingen in dieser Woche zwar zurück. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe fiel auf 4,441 %. Die 30-jährige Rendite lag bei 4,9817 %, die zweijährige bei 3,996 %. Doch der Rückgang der Renditen ist weniger ein Zeichen vollständiger Entspannung als vielmehr Ausdruck der Hoffnung, dass ein geopolitischer Deal den Inflationsdruck wieder verringern könnte.
Anders gesagt: Der Markt atmet durch – aber die Fed bleibt wachsam.
Auch in Europa überwog am Freitag die Kauflaune. Der STOXX 600 legte um 0,14 % zu, der FTSEurofirst 300 gewann 0,10 %. Auch der Monat endete für europäische Aktien positiv. Besonders stark zeigten sich die Schwellenländer. Der entsprechende MSCI-Index stieg um 1,50 % auf 1.750,60 Punkte. Der globale MSCI-Aktienindex gewann 0,51 % auf 1.130,47 Punkte.
Das zeigt: Die Erleichterung war global. Sobald die Hoffnung auf eine Öffnung der Straße von Hormus zunimmt, hellt sich das Bild für fast alle Risikoanlagen auf.
Denn niedrigere Ölpreise bedeuten weniger Inflationsdruck, weniger Druck auf Zentralbanken und bessere Perspektiven für Unternehmensgewinne. Genau diese Kette spielte der Markt in dieser Woche.
Gold profitierte am Freitag ebenfalls und stieg um 1,18 % auf 4.545,- US Dollar je Unze. Die US-Goldfutures legten um 0,98 % auf 4.543,60 US-Dollar zu. Auf den ersten Blick wirkt das widersprüchlich: Wenn die geopolitische Lage entspannter wird, müsste Gold als sicherer Hafen doch eher fallen. Doch so einfach ist der Goldmarkt nicht.
Gold reagiert aktuell auf mehrere Kräfte gleichzeitig: geopolitische Risiken, Inflationserwartungen, Realzinsen, Dollarbewegungen und Zentralbanknachfrage. Der leichte Rückgang des Dollars und die weiterhin hohe Unsicherheit rund um den möglichen Iran-Deal stützten den Goldpreis. Gleichzeitig blieb Gold auf Monatssicht unter Druck. Das zeigt: Der Markt ist nicht einseitig. Anleger sichern sich ab, aber sie laufen nicht mehr blind in den sicheren Hafen.
Für Gold bleibt die Lage damit hochspannend. Sollte der Konflikt erneut eskalieren oder die Inflation hartnäckiger werden, könnte Gold schnell wieder stärker gefragt sein. Kommt dagegen ein belastbarer Friedensprozess zustande und fallen die Ölpreise weiter, könnte der kurzfristige Druck auf Gold zunächst anhalten.

Quelle: MinerDeck auf X
Fazit: Die Börse feiert Hoffnung – aber Anleger sollten nicht leichtsinnig werden!
Diese Woche hat einmal mehr gezeigt, wie schnell sich die Stimmung an den Märkten drehen kann. Noch vor wenigen Tagen dominierten Sorgen vor einer Eskalation im Nahen Osten, steigenden Ölpreisen und einer neuen Inflationswelle. Jetzt setzen Anleger wieder auf Diplomatie, fallende Energiepreise und weiter steigende Aktienkurse.
Der S&P 500 mit neun Gewinnwochen in Folge ist ein starkes Signal. Die globale Risikobereitschaft ist zurück. Technologieaktien bleiben der Motor der Wall Street, während sinkende Ölpreise und rückläufige Anleiherenditen den Märkten zusätzliche Luft verschaffen. Doch gerade jetzt ist Selektion entscheidend.
Denn die Rallye steht auf einer geopolitischen Annahme: dass die Waffenruhe hält, die Straße von Hormus schrittweise wieder geöffnet wird und aus der aktuellen Zwischenlösung ein tragfähiger Deal entsteht. Sollte diese Annahme kippen, könnten Ölpreise, Inflationserwartungen und Anleiherenditen schnell wieder steigen.
Die Börse klettert weiter an der berühmten „Wall of Worry“ nach oben. Aber diese Wand ist in dieser Woche nicht kleiner geworden – sie wurde nur etwas besser beleuchtet.
Für Anleger bedeutet das: Qualität, starke Bilanzen, echte Cashflows und klare Wachstumstreiber bleiben wichtiger denn je. Die Märkte sind bereit, weiter zu steigen. Aber sie verzeihen keine Enttäuschungen. Spannend bleibt es auch bei den Rohstoffen und Rohstoff-Aktien. Dazu lesen Sie gerne mehr in unserem folgenden Wchenrückblick.
Rückenwind für ‚Cariboo‘...

Mit 594,3 Mio. CAD Cash zum Quartalsende, 270 verkauften Goldunzen aus ‚Tintic‘, einer abgeschlossenen 225 Mio.-Wandelanleihe und bis zu 160.000 Bohrmetern rückt diese Firma in eine neue Phase.
Gold Mining / Blue Moon Metals

In China und dem Kongo wird mehr Kupfer produziert, in Chile geht die Kupferproduktion zurück.
Strategischer Agrarrohstoff...

Kalidünger ist längst mehr als ein Agrarthema. Für China, Afrika, Brasilien und die USA rücken sichere Düngemittel-Lieferketten immer stärker in den Fokus! Und dieses Unternehmen passt genau in diese Rohstofflogistik.
U.S. GoldMining / Southern Cross Gold

Staatsverschuldungen ufern aus, gestiegene reale Renditen sind mal höher, mal niedriger.
Endeavour Silver / Vizsla Royalties

Nachdem es mit dem Silberpreis nach unten ging, zeigt der Kurs wieder nach oben. Der Iran-Krieg belastet die Edelmetallpreise.
Goldige Aussichten...

Perron in Québec verbindet hochgradige Reserven, niedrige kalkulierte Produktionskosten, ein riesiges Abitibi-Landpaket, eine starke Finanzierung und klare Entwicklungsschritte in Richtung möglicher Phase-1-Produktion.
Hochgradige Treffer…

Neue Bohrergebnisse liefern starke Hinweise auf Erweiterungs- und Umwandlungspotenzial. Mit jüngsten Umwelt-, Genehmigungs- und Metallurgie-Schritten, geht´s weiter in Richtung Machbarkeitsarbeit.
Amex Exploration / Sierra Madre Gold and Silver

Überall auf der Welt erhöhen Zentralbanken ihre Goldbestände. Ghana, Afrikas größter Goldproduzent, ist da keine Ausnahmen.
OR Royalty / Gold Royalty

Aufgrund der enormen US-Verschuldung wird versucht die Anleihemärkte zu kontrollieren.
Außergewöhnliche Gehalte...

Jüngste Bohrergebnisse liefern mehrere Einzelproben mit über 100 g/t Au sowie mehrere Einzelproben mit über 10 % Sb – und unterstreichen das hochgradige Potenzial dieses australischen Gold-Antimon-Asset.
Neuer Podcast mit Substanz!

Gold auf Rekordjagd, Kupfer als Schlüsselmetall der Energiewende, Uran im Comeback, Lithium zwischen Crash und neuer Chance – und im Hintergrund kämpfen China, die USA und Europa um Versorgungssicherheit.
Im Wachstumsmodus...

Mit der produzierenden Mine, der laufenden Kapazitätserweiterung, dem Hochlauf weiterer sowie einer weiteren geplanten Übernahme bestens gerüstet.
Durchstarten auf Distriktebene

Nach der strategischen Konsolidierung setzt diese Firma seine Bohrer für die Exploration seines gesamten Landpakets in Bewegung - für mehr Mineralressourcen und weiteres Wachstum.
Viele Grüße,
Ihr
Jörg Schulte
Quellen: Marketscreener.com, onvista.de, Reuters.de, eigener Research, Bildquellen: tradingeconomics.com, onvista.de, MinerDeck, Intro Bild: stock.adobe.com,
Gemäß §34 WpHG weise ich darauf hin, dass Jörg Schulte, JS Research GmbH oder Mitarbeiter des Unternehmens jederzeit eigene Geschäfte in den Aktien der vorgestellten Unternehmen erwerben oder veräußern (z.B. Long- oder Shortpositionen) können. Das gilt ebenso für Optionen und Derivate, die auf diesen Wertpapieren basieren. Die daraus eventuell resultierenden Transaktionen können unter Umständen den jeweiligen Aktienkurs des Unternehmens beeinflussen. Die auf den „Webseiten“, dem Newsletter oder den Research-Berichten veröffentlichten Informationen, Empfehlungen, Interviews und Unternehmenspräsentationen werden von den jeweiligen Unternehmen oder Dritten (sogenannte „third parties“) bezahlt. Zu den „third parties“ zählen z.B. Investor Relations- und Public Relations-Unternehmen, Broker oder Investoren. JS Research GmbH oder dessen Mitarbeiter können teilweise direkt oder indirekt für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und andere Dienstleistungen von den besprochenen Unternehmen oder sogenannten „third parties“ mit einer Aufwandsentschädigung entlohnt werden. Auch wenn wir jeden Bericht nach bestem Wissen und Gewissen erstellen, raten wir Ihnen bezüglich Ihrer Anlageentscheidungen noch weitere externe Quellen, wie z.B. Ihre Hausbank oder einen Berater Ihres Vertrauens, hinzuzuziehen. Deshalb ist auch die Haftung für Vermögensschäden, die aus der Heranziehung der hier behandelten Ausführungen für die eigenen Anlageentscheidungen möglicherweise resultieren können, kategorisch ausgeschlossen. Die Depotanteile einzelner Aktien sollten gerade bei Rohstoff- und Explorationsaktien und bei gering kapitalisierten Werten nur so viel betragen, dass auch bei einem Totalverlust das Gesamtdepot nur marginal an Wert verlieren kann. Besonders Aktien mit geringer Marktkapitalisierung (sogenannte "Small Caps") und speziell Explorationswerte sowie generell alle börsennotierten Wertpapiere sind zum Teil erheblichen Schwankungen unterworfen. Die Liquidität in den Wertpapieren kann entsprechend gering sein. Bei Investments im Rohstoffsektor (Explorationsunternehmen, Rohstoffproduzenten, Unternehmen die Rohstoffprojekte entwickeln) sind unbedingt zusätzliche Risiken zu beachten. Nachfolgend einige Beispiele für gesonderte Risiken im Rohstoffsektor: Länderrisiken, Währungsschwankungen, Naturkatastrophen und Unwetter (z.B. Überschwemmungen, Stürme), Veränderungen der rechtlichen Situation (z.B. Ex- und Importverbote, Strafzölle, Verbot von Rohstoffförderung bzw. Rohstoffexploration, Verstaatlichung von Projekten), umweltrechtliche Auflagen (z.B. höhere Kosten für Umweltschutz, Benennung neuer Umweltschutzgebiete, Verbot von diversen Abbaumethoden), Schwankungen der Rohstoffpreise und erhebliche Explorationsrisiken.
Disclaimer: Alle im Bericht veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche. Die Informationen stellen weder ein Verkaufsangebot für die besprochenen Aktien noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Dieser Bericht gibt nur die persönliche Meinung von Jörg Schulte wieder und ist auf keinen Fall mit einer Finanzanalyse gleichzustellen. Bevor Sie irgendwelche Investments tätigen, ist eine professionelle Beratung durch ihre Bank unumgänglich. Den Ausführungen liegen Quellen zugrunde, die der Herausgeber und seine Mitarbeiter für vertrauenswürdig erachten. Für die Richtigkeit des Inhalts kann trotzdem keine Haftung übernommen werden. Für die Richtigkeit der dargestellten Charts und Daten zu den Rohstoff-, Devisen- und Aktienmärkten wird keine Gewähr übernommen. Die Ausgangssprache (in der Regel Englisch), in der der Originaltext veröffentlicht wird, ist die offizielle, autorisierte und rechtsgültige Version. Diese Übersetzung wird zur besseren Verständigung mitgeliefert. Die deutschsprachige Fassung kann gekürzt oder zusammengefasst sein. Es wird keine Verantwortung oder Haftung: für den Inhalt, für die Richtigkeit, der Angemessenheit oder der Genauigkeit dieser Übersetzung übernommen. Aus Sicht des Übersetzers stellt die Meldung keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar! Lesen Sie hier https://www.js-research.de/disclaimer-agb/.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
während der Krieg zwischen den USA und Iran die Märkte in den vergangenen Wochen immer wieder leicht durchgeschüttelt hatte, sorgten neue Spekulationen über eine mögliche Verlängerung der Waffenruhe und eine schrittweise Wiederöffnung der Straße von Hormus nun für spürbare Erleichterung. Die Folge: Aktien rauf, Öl runter, Anleiherenditen runter – und Anleger wieder rein in Risiko.
Doch ganz so einfach ist die Sache nicht. Denn der mögliche Deal ist noch nicht final. US-Präsident Donald Trump hat die Vereinbarung laut den vorliegenden Informationen noch nicht abschließend genehmigt, und auch iranische Staatsmedien sprechen davon, dass noch keine endgültige Einigung erzielt wurde. Der Markt handelt also nicht die Realität – sondern die Hoffnung auf eine bessere Realität.
An der Wall Street endete die verkürzte Handelswoche freundlich. Besonders Technologiewerte sorgten für Unterstützung. Die Rallye war zwar nicht breit, aber stark genug, um alle drei großen US-Indizes ins Plus zu drücken.

Quelle: WallstreetOnline.de
Der Dow Jones Industrial Average gewann am Freitag 363,68 Punkte bzw. 0,72 % auf 51.032,65 Punkte. Der S&P 500 legte 16,49 Punkte bzw. 0,22 % auf 7.580,12 Punkte zu. Der Nasdaq Composite stieg um 55,15 Punkte bzw. 0,21 % auf 26.972,62 Punkte.
Besonders bemerkenswert: Der S&P 500 verbuchte bereits die neunte Gewinnwoche in Folge. Das ist die längste Gewinnserie seit Dezember 2023. Gleichzeitig schlossen alle drei großen US-Indizes den Monat mit Gewinnen ab.
Das ist ein starkes Signal. Denn der Markt hat in den vergangenen Wochen eine ganze Menge verdaut: Krieg, Ölpreisschock, Inflationsängste, mögliche Zinserhöhungen und die Sorge, dass die Straße von Hormus länger blockiert bleiben könnte. Trotzdem steigen die Kurse weiter.
Genau hier liegt aber auch die Gefahr: Die Indizes beendeten den Handel deutlich unter ihren Tageshochs. Das zeigt, dass Anleger zwar kaufen – aber nicht blind. Die Euphorie ist da, aber sie steht auf wackeligem Fundament.
Im Zentrum der Woche stand einmal mehr die Straße von Hormus. Diese Wasserstraße ist einer der empfindlichsten Punkte der Weltwirtschaft. Wird sie blockiert, steigen Ölpreise, Transportkosten und Inflationsrisiken. Wird sie wieder geöffnet, fällt sofort ein großer Teil der Risikoaufschläge aus den Märkten heraus.
Genau das war in dieser Woche zu beobachten. Berichte über eine mögliche Verlängerung der Waffenruhe zwischen den USA und Iran sowie über gelockerte Schifffahrtsbeschränkungen sorgten für fallende Ölpreise und steigende Aktienmärkte.
Baird-Stratege Ross Mayfield brachte es sinngemäß auf den Punkt: Sollte eine Verständigung tatsächlich genehmigt werden und die Straße von Hormus für 60 Tage wieder offen sein, könnte diese Zeit ausreichen, um eine tragfähigere Vereinbarung zu verhandeln. Das ist die große Hoffnung der Märkte. Doch Anleger sollten nicht vergessen: Noch ist nichts endgültig entschieden.
Ein geplatzter Deal, neue Angriffe oder eine erneute Verschärfung der Lage könnten die Ölpreise sofort wieder nach oben treiben. Dann wäre auch die Inflationsdebatte zurück – und zwar mit voller Wucht.
Die Ölpreise gaben am Freitag deutlich nach. US-Rohöl fiel um 1,73 % auf 87,36 US-Dollar je Barrel. Brent-Öl gab um 1,77 % auf 92,05 US-Dollar je Barrel nach.
Der Rückgang war klar geopolitisch getrieben. Anleger wetten darauf, dass eine längere Waffenruhe den Druck aus dem Energiemarkt nimmt. Sinkende Ölpreise sind für die Aktienmärkte grundsätzlich positiv, weil sie die Inflationssorgen dämpfen und Konsumenten sowie Unternehmen entlasten. Aber auch hier gilt: Entspannung ist nicht gleich Entwarnung.
Die Ölpreise liegen trotz des Rückgangs immer noch auf hohem Niveau. Der Konflikt dauert bereits drei Monate, und je länger Handelsrouten, Versicherungen, Lieferketten und Energieflüsse gestört bleiben, desto größer wird das Risiko, dass aus einem kurzfristigen Preisschock ein dauerhaftes Inflationsproblem wird. Für die Notenbanken ist das hochbrisant.
Noch vor wenigen Monaten drehte sich an den Märkten vieles um die Frage, wann und wie stark die US-Notenbank die Zinsen senken könnte. Diese Debatte hat sich durch den Ölpreisschock und die geopolitische Lage deutlich verschoben.
Inzwischen diskutieren Marktteilnehmer sogar wieder über die Möglichkeit einer Zinserhöhung im vierten Quartal. Laut Mayfield preist der Markt seit einigen Wochen ungefähr eine 50:50-Chance für einen solchen Schritt ein.
Das ist bemerkenswert. Denn eigentlich liebt die Börse fallende Zinsen. Steigende oder auch nur länger hoch bleibende Zinsen sind dagegen Gift für hoch bewertete Wachstumsaktien, Immobilien, schwächere Bilanzen und spekulative Marktbereiche.
Die Renditen am US-Anleihemarkt gingen in dieser Woche zwar zurück. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe fiel auf 4,441 %. Die 30-jährige Rendite lag bei 4,9817 %, die zweijährige bei 3,996 %. Doch der Rückgang der Renditen ist weniger ein Zeichen vollständiger Entspannung als vielmehr Ausdruck der Hoffnung, dass ein geopolitischer Deal den Inflationsdruck wieder verringern könnte.
Anders gesagt: Der Markt atmet durch – aber die Fed bleibt wachsam.
Auch in Europa überwog am Freitag die Kauflaune. Der STOXX 600 legte um 0,14 % zu, der FTSEurofirst 300 gewann 0,10 %. Auch der Monat endete für europäische Aktien positiv. Besonders stark zeigten sich die Schwellenländer. Der entsprechende MSCI-Index stieg um 1,50 % auf 1.750,60 Punkte. Der globale MSCI-Aktienindex gewann 0,51 % auf 1.130,47 Punkte.
Das zeigt: Die Erleichterung war global. Sobald die Hoffnung auf eine Öffnung der Straße von Hormus zunimmt, hellt sich das Bild für fast alle Risikoanlagen auf.
Denn niedrigere Ölpreise bedeuten weniger Inflationsdruck, weniger Druck auf Zentralbanken und bessere Perspektiven für Unternehmensgewinne. Genau diese Kette spielte der Markt in dieser Woche.
Gold profitierte am Freitag ebenfalls und stieg um 1,18 % auf 4.545,- US Dollar je Unze. Die US-Goldfutures legten um 0,98 % auf 4.543,60 US-Dollar zu. Auf den ersten Blick wirkt das widersprüchlich: Wenn die geopolitische Lage entspannter wird, müsste Gold als sicherer Hafen doch eher fallen. Doch so einfach ist der Goldmarkt nicht.
Gold reagiert aktuell auf mehrere Kräfte gleichzeitig: geopolitische Risiken, Inflationserwartungen, Realzinsen, Dollarbewegungen und Zentralbanknachfrage. Der leichte Rückgang des Dollars und die weiterhin hohe Unsicherheit rund um den möglichen Iran-Deal stützten den Goldpreis. Gleichzeitig blieb Gold auf Monatssicht unter Druck. Das zeigt: Der Markt ist nicht einseitig. Anleger sichern sich ab, aber sie laufen nicht mehr blind in den sicheren Hafen.
Für Gold bleibt die Lage damit hochspannend. Sollte der Konflikt erneut eskalieren oder die Inflation hartnäckiger werden, könnte Gold schnell wieder stärker gefragt sein. Kommt dagegen ein belastbarer Friedensprozess zustande und fallen die Ölpreise weiter, könnte der kurzfristige Druck auf Gold zunächst anhalten.

Quelle: MinerDeck auf X
Fazit: Die Börse feiert Hoffnung – aber Anleger sollten nicht leichtsinnig werden!
Diese Woche hat einmal mehr gezeigt, wie schnell sich die Stimmung an den Märkten drehen kann. Noch vor wenigen Tagen dominierten Sorgen vor einer Eskalation im Nahen Osten, steigenden Ölpreisen und einer neuen Inflationswelle. Jetzt setzen Anleger wieder auf Diplomatie, fallende Energiepreise und weiter steigende Aktienkurse.
Der S&P 500 mit neun Gewinnwochen in Folge ist ein starkes Signal. Die globale Risikobereitschaft ist zurück. Technologieaktien bleiben der Motor der Wall Street, während sinkende Ölpreise und rückläufige Anleiherenditen den Märkten zusätzliche Luft verschaffen. Doch gerade jetzt ist Selektion entscheidend.
Denn die Rallye steht auf einer geopolitischen Annahme: dass die Waffenruhe hält, die Straße von Hormus schrittweise wieder geöffnet wird und aus der aktuellen Zwischenlösung ein tragfähiger Deal entsteht. Sollte diese Annahme kippen, könnten Ölpreise, Inflationserwartungen und Anleiherenditen schnell wieder steigen.
Die Börse klettert weiter an der berühmten „Wall of Worry“ nach oben. Aber diese Wand ist in dieser Woche nicht kleiner geworden – sie wurde nur etwas besser beleuchtet.
Für Anleger bedeutet das: Qualität, starke Bilanzen, echte Cashflows und klare Wachstumstreiber bleiben wichtiger denn je. Die Märkte sind bereit, weiter zu steigen. Aber sie verzeihen keine Enttäuschungen. Spannend bleibt es auch bei den Rohstoffen und Rohstoff-Aktien. Dazu lesen Sie gerne mehr in unserem folgenden Wchenrückblick.
Rückenwind für ‚Cariboo‘...

Mit 594,3 Mio. CAD Cash zum Quartalsende, 270 verkauften Goldunzen aus ‚Tintic‘, einer abgeschlossenen 225 Mio.-Wandelanleihe und bis zu 160.000 Bohrmetern rückt diese Firma in eine neue Phase.
Gold Mining / Blue Moon Metals

In China und dem Kongo wird mehr Kupfer produziert, in Chile geht die Kupferproduktion zurück.
Strategischer Agrarrohstoff...

Kalidünger ist längst mehr als ein Agrarthema. Für China, Afrika, Brasilien und die USA rücken sichere Düngemittel-Lieferketten immer stärker in den Fokus! Und dieses Unternehmen passt genau in diese Rohstofflogistik.
U.S. GoldMining / Southern Cross Gold

Staatsverschuldungen ufern aus, gestiegene reale Renditen sind mal höher, mal niedriger.
Endeavour Silver / Vizsla Royalties

Nachdem es mit dem Silberpreis nach unten ging, zeigt der Kurs wieder nach oben. Der Iran-Krieg belastet die Edelmetallpreise.
Goldige Aussichten...

Perron in Québec verbindet hochgradige Reserven, niedrige kalkulierte Produktionskosten, ein riesiges Abitibi-Landpaket, eine starke Finanzierung und klare Entwicklungsschritte in Richtung möglicher Phase-1-Produktion.
Hochgradige Treffer…

Neue Bohrergebnisse liefern starke Hinweise auf Erweiterungs- und Umwandlungspotenzial. Mit jüngsten Umwelt-, Genehmigungs- und Metallurgie-Schritten, geht´s weiter in Richtung Machbarkeitsarbeit.
Amex Exploration / Sierra Madre Gold and Silver

Überall auf der Welt erhöhen Zentralbanken ihre Goldbestände. Ghana, Afrikas größter Goldproduzent, ist da keine Ausnahmen.
OR Royalty / Gold Royalty

Aufgrund der enormen US-Verschuldung wird versucht die Anleihemärkte zu kontrollieren.
Außergewöhnliche Gehalte...

Jüngste Bohrergebnisse liefern mehrere Einzelproben mit über 100 g/t Au sowie mehrere Einzelproben mit über 10 % Sb – und unterstreichen das hochgradige Potenzial dieses australischen Gold-Antimon-Asset.
Neuer Podcast mit Substanz!

Gold auf Rekordjagd, Kupfer als Schlüsselmetall der Energiewende, Uran im Comeback, Lithium zwischen Crash und neuer Chance – und im Hintergrund kämpfen China, die USA und Europa um Versorgungssicherheit.
Im Wachstumsmodus...

Mit der produzierenden Mine, der laufenden Kapazitätserweiterung, dem Hochlauf weiterer sowie einer weiteren geplanten Übernahme bestens gerüstet.
Durchstarten auf Distriktebene

Nach der strategischen Konsolidierung setzt diese Firma seine Bohrer für die Exploration seines gesamten Landpakets in Bewegung - für mehr Mineralressourcen und weiteres Wachstum.
Viele Grüße,
Ihr
Jörg Schulte
Quellen: Marketscreener.com, onvista.de, Reuters.de, eigener Research, Bildquellen: tradingeconomics.com, onvista.de, MinerDeck, Intro Bild: stock.adobe.com,
Gemäß §34 WpHG weise ich darauf hin, dass Jörg Schulte, JS Research GmbH oder Mitarbeiter des Unternehmens jederzeit eigene Geschäfte in den Aktien der vorgestellten Unternehmen erwerben oder veräußern (z.B. Long- oder Shortpositionen) können. Das gilt ebenso für Optionen und Derivate, die auf diesen Wertpapieren basieren. Die daraus eventuell resultierenden Transaktionen können unter Umständen den jeweiligen Aktienkurs des Unternehmens beeinflussen. Die auf den „Webseiten“, dem Newsletter oder den Research-Berichten veröffentlichten Informationen, Empfehlungen, Interviews und Unternehmenspräsentationen werden von den jeweiligen Unternehmen oder Dritten (sogenannte „third parties“) bezahlt. Zu den „third parties“ zählen z.B. Investor Relations- und Public Relations-Unternehmen, Broker oder Investoren. JS Research GmbH oder dessen Mitarbeiter können teilweise direkt oder indirekt für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und andere Dienstleistungen von den besprochenen Unternehmen oder sogenannten „third parties“ mit einer Aufwandsentschädigung entlohnt werden. Auch wenn wir jeden Bericht nach bestem Wissen und Gewissen erstellen, raten wir Ihnen bezüglich Ihrer Anlageentscheidungen noch weitere externe Quellen, wie z.B. Ihre Hausbank oder einen Berater Ihres Vertrauens, hinzuzuziehen. Deshalb ist auch die Haftung für Vermögensschäden, die aus der Heranziehung der hier behandelten Ausführungen für die eigenen Anlageentscheidungen möglicherweise resultieren können, kategorisch ausgeschlossen. Die Depotanteile einzelner Aktien sollten gerade bei Rohstoff- und Explorationsaktien und bei gering kapitalisierten Werten nur so viel betragen, dass auch bei einem Totalverlust das Gesamtdepot nur marginal an Wert verlieren kann. Besonders Aktien mit geringer Marktkapitalisierung (sogenannte "Small Caps") und speziell Explorationswerte sowie generell alle börsennotierten Wertpapiere sind zum Teil erheblichen Schwankungen unterworfen. Die Liquidität in den Wertpapieren kann entsprechend gering sein. Bei Investments im Rohstoffsektor (Explorationsunternehmen, Rohstoffproduzenten, Unternehmen die Rohstoffprojekte entwickeln) sind unbedingt zusätzliche Risiken zu beachten. Nachfolgend einige Beispiele für gesonderte Risiken im Rohstoffsektor: Länderrisiken, Währungsschwankungen, Naturkatastrophen und Unwetter (z.B. Überschwemmungen, Stürme), Veränderungen der rechtlichen Situation (z.B. Ex- und Importverbote, Strafzölle, Verbot von Rohstoffförderung bzw. Rohstoffexploration, Verstaatlichung von Projekten), umweltrechtliche Auflagen (z.B. höhere Kosten für Umweltschutz, Benennung neuer Umweltschutzgebiete, Verbot von diversen Abbaumethoden), Schwankungen der Rohstoffpreise und erhebliche Explorationsrisiken.
Disclaimer: Alle im Bericht veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche. Die Informationen stellen weder ein Verkaufsangebot für die besprochenen Aktien noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Dieser Bericht gibt nur die persönliche Meinung von Jörg Schulte wieder und ist auf keinen Fall mit einer Finanzanalyse gleichzustellen. Bevor Sie irgendwelche Investments tätigen, ist eine professionelle Beratung durch ihre Bank unumgänglich. Den Ausführungen liegen Quellen zugrunde, die der Herausgeber und seine Mitarbeiter für vertrauenswürdig erachten. Für die Richtigkeit des Inhalts kann trotzdem keine Haftung übernommen werden. Für die Richtigkeit der dargestellten Charts und Daten zu den Rohstoff-, Devisen- und Aktienmärkten wird keine Gewähr übernommen. Die Ausgangssprache (in der Regel Englisch), in der der Originaltext veröffentlicht wird, ist die offizielle, autorisierte und rechtsgültige Version. Diese Übersetzung wird zur besseren Verständigung mitgeliefert. Die deutschsprachige Fassung kann gekürzt oder zusammengefasst sein. Es wird keine Verantwortung oder Haftung: für den Inhalt, für die Richtigkeit, der Angemessenheit oder der Genauigkeit dieser Übersetzung übernommen. Aus Sicht des Übersetzers stellt die Meldung keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar! Lesen Sie hier https://www.js-research.de/disclaimer-agb/.
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