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Liquid Democracy


Nicht nur für Parteien und Volksabstimmungen: Auch Unternehmen, die ihre Mitarbei­ter an Entscheidungen beteiligen möchten, finden in den Programmen Adhocracy und Liquid Feedback passende Lösungen. Während Liquid Feedback die Idee der "Flüssigen Demokratie"...

Hannover, 26.06.2012 - Nicht nur für Parteien und Volksabstimmungen: Auch Unternehmen, die ihre Mitarbei­ter an Entscheidungen beteiligen möchten, finden in den Programmen Adhocracy und Liquid Feedback passende Lösungen. Während Liquid Feedback die Idee der "Flüssigen Demokratie" konsequenter umsetzt, punktet Adhocray vor allem mit einfacher Bedienung, schreibt das IT-Profimagazin iX in seiner Juli-Ausgabe.

Ob Bürger, Mitarbeiter oder Vereinsmitglieder - Meinungen werden in den unterschiedlichsten Formen diskutiert. Doch nicht jede Diskussion führt zu einem Ergebnis. Die im Umfeld des Chaos Computer Club und der Piratenpartei entstandenen Programme Adhocracy und Liquid Feedback sollen helfen, Themen systematisch zu diskutieren, Entscheidungen vorzube­reiten und abzustimmen. In Firmen eingesetzt, können Liquid-Democray-Systeme einen offenen Diskussionsprozess unter­stützen und so das kreative Potenzial der Mitarbeiter erhöhen.

Adhocracy ordnet Vorschläge nach Beliebtheit: Beiträge mit vielen Stimmen listet Adhocracy ganz oben, Nonsens­vorschlä­ge rutschen fast unsichtbar ans Ende. Die Teilnehmer können sich Reputation erarbeiten, die Stimmen anderer auf sich versammeln und in bestimmte Entscheidungen mitnehmen, in denen sie dann mit größerem Gewicht abstimmen können. Die Verschmelzung von Diskussion und Abstimmung macht das Besondere an Adhocracy aus.

Liquid Feedback hingegen arbeitet mit sogenannten "Initia­ti­ven", die verschiedene Phasen durchlaufen. Vorschläge in der Phase "neu" müssen ein vorgegebenes Quorum an Unter­stüt­zern erreichen, um in die zweite Phase, die inhaltliche Diskus­sion, zu gelangen. In der Diskussionsphase können Anregun­gen und Alternativinitiativen eingebracht werden. Nur Nein sagen reicht dabei nicht, da Initiativen ohne Argumente meist wenige Unterstützer finden. Zur Abstimmung werden am Ende nur Initiativen zugelassen, die in der Diskussionsphase ein Unterstützerquorum von 10 Prozent erreicht haben. Vor der endgültigen Abstimmung werden alle Vorschläge eingefroren. Diese Ruhephase soll helfen, eine überlegte Entscheidung zu treffen. »Liquid«, also »flüssig« ist, dass jeder seine Stimme an ein anderes Parteimitglied übertragen, diese Delegation aber auch jederzeit wieder entziehen kann. Dies macht Liquid Feedback transparenter und basisdemokratischer als Adhocracy, denn der dort notwendige Eingriff des Moderators für den Start einer Abstimmung entfällt.

"Liquid Feedback" ist zwar eine recht präzise Umsetzung von Politik 2.0, sieht aber aus wie Web 0.5: Bei der Bedienung sollte sich Liquid Feedback noch die oder andere Anregung bei Adhocracy holen", meint iX-Chefredakteur Jürgen Seeger.


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