Wir nutzen Cookies, um Ihren Besuch auf unserer Website und unseren Service zu optimieren.
Wir betrachten die weitere Nutzung unserer Website als Zustimmung zu der Verwendung von Cookies.
PortalDerWirtschaft.de



Suchmaschinenoptimierung mit PdW
mit Content-Marketing - Ihre News

Weniger Wettbewerb soll Breitbandausbau fördern: Die Union will Telekom aus Regulierung entlassen - Schon drei Wettbewerber könnten reichen

Von Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e. V. (VATM)

Schon bei drei Infrastrukturanbietern und einem vergleichsweise geringeren Marktanteil der Telekom - vor allem in Städten - könnte die Regulierung der Deutschen Telekom aufgegeben werden, so der während der Koalitionsverhandlungen aktuell diskutierte...

Köln, 21.11.2013 - Schon bei drei Infrastrukturanbietern und einem vergleichsweise geringeren Marktanteil der Telekom - vor allem in Städten - könnte die Regulierung der Deutschen Telekom aufgegeben werden, so der während der Koalitionsverhandlungen aktuell diskutierte Vorschlag aus Unionskreisen. "Die Folgen einer solchen regionalen Entlassung aus der Regulierung wären für Verbraucher, Unternehmen und die gesamte Wirtschaft in Deutschland verheerend. In der Konsequenz wäre der Wettbewerb von nur drei Anbietern in den Städten ausreichend - mit entsprechend geringer Auswahlmöglichkeit für die Kunden", sagt VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner.

Die Verbraucher müssten sich mit wenigen Anbietern abfinden, da fast der gesamte Wettbewerb - bis auf die Kabelnetzbetreiber - direkt oder indirekt vom Zugang der Telekom zu den Häusern (Teilnehmeranschlussleitung/TAL) abhängig ist. So sind 95 Prozent der Wettbewerber auf Vorleistungsprodukte der Telekom angewiesen. Bundesweit oder international agierende Unternehmen könnten nur noch von der Telekom versorgt werden oder müssten Verträge mit einer Vielzahl kleinen regional agierenden Unternehmen abschließen.

"Zudem würde das Ziel, gleiche Bedingungen in Stadt und Land zu erreichen, unumkehrbar zerstört", so Grützner.

"Auch dort, wo Wettbewerb festgestellt werden kann, ist dieser ganz überwiegend regulierungsbedingt und nicht selbst tragend. Das heißt, verzichtet man auf Regulierung, gäbe es den Wettbewerb nicht. Ein typischer Zirkelschluss also", mahnt der VATM-Geschäftsführer.

Aber allein die Analyse, wo welcher Wettbewerb herrscht, stellt Regulierer und Unternehmen vor unlösbare Probleme. Denn TV-Breibandkabelnetze und Glasfaseranschlüsse sind in ganz Deutschland straßenzugweise und gar straßenseitig unterschiedlich für die Bürger verfügbar. Statt "Zersplitterung des Marktes", wie von der EU bemängelt, käme es zur Atomisierung, sagt Grützner.

Auch der schrittweise weitere Glasfaserausbau im Lande käme fast vollständig zum Erliegen, da kaum ein Unternehmen dazu in der Lage ist, einen Business Case allein für den Ausbau außerhalb der städtischen oder der Stadtrandbereiche umzusetzen. Die Förderung würde teurer oder der Ausbau würde gestoppt werden.

Nicht zuletzt würde Call-by-Call für Millionen Verbraucher sowie Preselection für kleine und mittelständische Unternehmen entfallen oder wären allenfalls noch regional verfügbar.

"Das isolierte Abstellen auf den Wettbewerb der Infrastrukturanbieter und nicht den funktionsfähigen Gesamtwettbewerb verhindert die dringend erforderliche Internationalisierung der Internet- und Diensteangebote, die in anderen Ländern wie den USA und Asien die Innovationen vorantreiben. Auch sie benötigen Zugang und Wettbewerb, um sich entwickeln zu können. Regionalisierung zu betreiben anstatt sich um Industrie 4.0 zu kümmern, katapultiert uns zurück ins Mittelalter und nicht in die Zukunft", warnt VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner.

21. Nov 2013

Bewerten Sie diesen Artikel

1 Bewertung (Durchschnitt: 5)

Teilen Sie diesen Artikel

Keywords

Hinweis

Für den Inhalt der Pressemitteilung ist der Einsteller, PresseBox.de, verantwortlich.

Pressemitteilungstext: 376 Wörter, 3059 Zeichen. Artikel reklamieren

Über Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e. V. (VATM)


Kommentar hinzufügen

Name*
E-Mail*
Institution
Website
Ihr Kommentar*
Bitte lösen Sie 4 + 6

Weitere Pressemeldungen von Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten e. V. (VATM)


01.06.2021: Berlin/ Köln, 01.06.2021 (PresseBox) - Nach Verlautbarungen des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur soll zügig ein „Digitalisierungszuschuss“ zur Verbesserung der Internetversorgung in Einzel- und Randlagen von Seiten der Bundesregierung auf den Weg gebracht und mit den Ländern abgestimmt werden. „Dies ist ein notwendiger Schritt in die richtige Richtung. Die Regelungen bleiben aber weit hinter dem zurück, was die Bundesregierung als Digitalisierungshilfe noch vor wenigen Wochen den Bürgerinnen und Bürgern versprochen hat. Die Begrenzung der Voucherlösung au... | Weiterlesen

15.02.2021: Köln, 15.02.2021 (PresseBox) - Die United-Internet-Tochter 1&1 Drillisch AG hat heute zwei Vereinbarungen bezüglich VDSL- und FTTH-Vorleistungen und damit die Ausweitung der Zusammenarbeit mit der Telekom im Festnetz bekannt gegeben. Von ihrer Schwestergesellschaft 1&1 Versatel bezieht 1&1 Drillisch langfristig ab 1. April 2021 FTTH- und VDSL-Komplettpakete inklusive Voice und IP-TV. Parallel dazu hat 1&1 Versatel mit der Deutschen Telekom einen Vertrag über die Nutzung deren FTTH- und VDSL-Komplettangebote abgeschlossen. Diese ermöglichen 1&1 Versatel die Bereitstellung von FTTH-/ VDSL-Ko... | Weiterlesen

Deutsche Wirtschaft nicht durch Remonopolisierung schwächen

Forcierter Regulierungsabbau erschwert zunehmend Wettbewerb und Glasfaserausbau

20.08.2020
20.08.2020: Bonn/ Köln, 20.08.2020 (PresseBox) - Der Abbau der Regulierung zugunsten der Deutschen Telekom schreitet immer weiter voran. Gestern hat die Bundesnetzagentur (BNetzA) ihre Analyse zu Markt 3b (Bitstrom) zur Konsultation gestellt. Nachdem die Telekom bereits in 20 Städten aus der Regulierung entlassen wurde, beabsichtigt die BNetzA nun, die Deregulierung um 125 auf 145 Städte mit 13,7 Millionen Breitbandanschlüssen auszuweiten. Der Marktanteil der Telekom liege dort unter 40 Prozent und sie biete ein entsprechendes Vorprodukt (Layer 2) an. Laut der Beratungsgesellschaft seim & partner bede... | Weiterlesen