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Amazon, Uber, Telekom – große Namen im Depot: Investition oder Spekulation?

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Sobald ein Unternehmen einen Börsengang kommuniziert, geht das Gerede los. Wilde Behauptungen werden in den Raum geworfen – einige wahr, andere eher weniger. Von „unbedingt investieren, hier geht es um Millionengewinne“ bis hin zu „Finger weg, das wird nichts“ ist alles dabei. Da möchten sich die meisten lieber raushalten. Doch ohne eine Beteiligung am Wertpapierhandel hat das Ersparte in unseren Zeiten kaum noch eine Chance. Lohnt es sich denn überhaupt, mit einzelnen Titeln das eigene Portfolio zu erweitern? Und falls ja: lieber in bewährte Blue Chips investieren oder bei jedem neuen Hype mitmachen? Wir beleuchten hier ein wenig die unterschiedlichen Möglichkeiten und bringen Klarheit in die Sache.

Sobald ein Unternehmen einen Börsengang kommuniziert, geht das Gerede los. Wilde Behauptungen werden in den Raum geworfen – einige wahr, andere eher weniger. Von „unbedingt investieren, hier geht es um Millionengewinne“ bis hin zu „Finger weg, das wird nichts“ ist alles dabei. Da möchten sich die meisten lieber raushalten. Doch ohne eine Beteiligung am Wertpapierhandel hat das Ersparte in unseren Zeiten kaum noch eine Chance. Lohnt es sich denn überhaupt, mit einzelnen Titeln das eigene Portfolio zu erweitern? Und falls ja: lieber in bewährte Blue Chips investieren oder bei jedem neuen Hype mitmachen? Wir beleuchten hier ein wenig die unterschiedlichen Möglichkeiten und bringen Klarheit in die Sache.



Der Depotmix macht´s – doch wie bunt sollte die Mischung sein?


 


Zwar befinden sich immer noch um die 40 % aller angesparten Beträge auf niedrig verzinsten Einlagekonten, doch viele Menschen, die bis zur Rente noch ein paar Jahre haben, sind inzwischen aufgewacht. Sie versuchen, durch die Anlage in ein Wertpapierdepot am Wirtschaftswachstum teilzuhaben. Allerdings fehlt häufig das Wissen für das richtige Vorgehen oder aber die Gier siegt über den Verstand. Denn nicht jede „einmalige Gelegenheit“ sollte auch wirklich ergriffen werden. Grundsätzlich gilt: Einzeltitel können, müssen aber nicht gekauft werden. Im Gegenteil: Wer sich für den Kauf von Einzelaktien entscheidet, sollte darauf achten, nur einen kleinen Teil seines Gesamtvermögens zu investieren. Vor allem wissen viele Menschen nicht, was genau eine Aktie ist.


 


Natur einer Aktie


 


Es gibt viele verschiedene Aktien, mit und ohne Stimmrecht, als Vorzugsaktie, Stammaktie oder Inhaberaktie. Allerdings haben sie alle eines gemeinsam: Sie verbriefen ein Teileigentum am Unternehmen. Manche Kleinanleger sagen treffend: „Wenn das Unternehmen Pleite geht, gehört mir ein Bürostuhl.“


 


Ganz so ist es natürlich nicht, doch man stelle sich folgende Situation vor: Ein Nachbar möchte für die Nachmittage im örtlichen Sportheim einen neuen, großen Grill für 1.000,- Euro anschaffen und dort Bratwürstchen anbieten. Dafür sammelt er nun von 4 Nachbarn je ein Fünftel des Anschaffungspreises. Den fünften Teil gibt er selbst dazu. Dafür soll der Gewinn, der durch den Verkauf erzielt wird, an alle Teilhaber gleichmäßig verteilt werden. Weiter nehmen wir an, die Gemeinschaft entscheidet sich im letzten Augenblick für ein etwas größeres Modell für 1.200,- Euro. Das gesammelte Geld reicht nun nicht mehr aus und es muss zusätzlich ein Kredit aufgenommen werden. Was würde passieren, wenn das Vorhaben nun doch nicht in die Tat umgesetzt werden kann, weil beispielsweise Grillen beim Sportheim verboten ist? Die Gemeinschaft müsste das Vorhaben „liquidieren“. Der Grill wird also zum bestmöglichen Preis wieder verkauft. Als Erstes muss natürlich die Bank ihr Geld zurückbekommen, dann kann der Rest an die fünf „Aktionäre“ verteilt werden. Da der Grill nun nicht mehr neu vom Händler verkauft wird, ist der Verkaufserlös wesentlich geringer als der Neupreis. Alle Teilhaber werden einen Verlust hinnehmen müssen.


 


Ja, es handelt sich hier um ein sehr einfaches Beispiel, aber genau das ist es, was das Wesen einer Aktie ausmacht. Und es zeigt ebenfalls, welches Risiko beim Kauf einer neuen Aktie besteht. Niemand weiß zu dem Zeitpunkt, ob das Unternehmen ein Erfolg wird oder nicht. Der Vorteil jedoch: Es gibt erst einmal einen inneren Wert. In diesem Fall den Grill. Durch den Verkauf geht also niemand wirklich leer aus.


 


Schwierig wird es bei Aktien erst, wenn der Kaufpreis den inneren Wert übersteigt. In diesem Fall geht alles in Richtung Spekulation. 


 


Veranschaulichung anhand des Beispiels


 


Das Blatt wandelt sich, es darf nun doch gegrillt werden. Ein neuer Nachbar würde sich ebenfalls gern an dem Unternehmen beteiligen. Da einer der fünf ohnehin keine Lust mehr hatte, sieht er seine Chance: Da Woche für Woche jede Menge Gewinne erzielt werden, bietet er dem Neuen seinen Anteil für 600,- Euro an. Dies übersteigt den Anteilswert an dem nun gebrauchten Grill bei Weitem. Ob es sich also um ein gutes Geschäft handelt, kann niemand genau vorhersagen. Gäbe es jetzt statt einem sogar 10 Interessenten für den Geschäftsanteil, so könnte dies den Preis sogar noch weiter in die Höhe treiben. Richtige Spekulation wäre es sogar, wenn einer der Interessenten den Anteil nur kaufen möchte, um ihn später an jemand anderen weiterzuverkaufen. Es geht dann nicht mehr darum, das Geschäft mit den Bratwürstchen voranzutreiben, sondern nur noch darum, den Anteil am Geschäft für möglichst viel Geld wieder loszuwerden. Bei einer solchen Spekulation besteht für jeden Käufer ein hohes Risiko. Wird das Grillen wieder untersagt oder steigt der Verein ab und kommt niemand mehr zu den Spielen, könnte das Unternehmen quasi „insolvent“ gehen. Für den Grill gibt es nach der häufigen Nutzung kaum noch Geld und so gehen die Anteilseigner fast leer aus.


 


Spekulationen funktionieren demnach immer nur, solange es auch Interessenten gibt, die den geforderten Preis bezahlen wollen. Wer sich also entschließt, Einzeltitel zu kaufen, sollte darauf achten, dass der Preis nicht über dem inneren Wert liegt. Diese Methode nennt sich Value-Ansatz. Im besten Fall kauft man sogar noch günstiger. Der Anlagehorizont sollte immer auch entsprechend  lang sein. Denn es geht darum, an einem Unternehmen tatsächlich beteiligt zu sein, von dessen gutem Geschäft und Wachstum (Bratwürstchenverkauf) zu profitieren und den regelmäßigen Gewinn einzustreichen – nicht darum, den Anteil möglichst teuer wieder zu verkaufen. Eine Aktie sollte demnach gekauft werden, wenn man von dem Erfolg eines Unternehmens überzeugt ist. Ein Risiko besteht jedoch immer, wie unser Verkaufsverbot aus dem Beispiel zeigt.


 


Risikominimierung durch MIX


 


Bei der Geldanlage muss immer „das Gesamte“ betrachtet werden. Das bedeutet, dass jeder Anleger seinen kompletten Besitz einmal analysieren sollte, um festzustellen, wo das Geld angelegt ist. Neben dem Depot zählen dazu auch Sachwerte wie Gold, Immobilien (auch das selbstgenutzte Eigentum) oder Autos dazu. Einzelaktien sollten aufgrund des Risikos immer nur beigemischt werden. Besser ist es, auch im Depot für eine möglichst große Mischung zu sorgen. Dies geht am besten durch die Anlage in Fonds. Statt einen großen Anteil an einem Unternehmen zu kaufen, wirft man sein Geld mit vielen anderen Anlegern in einen großen Topf. Von dem gesammelten Geld werden dann viele verschiedene Wertpapiere gekauft. Sollte ein Unternehmen dann tatsächlich in die Insolvenz gehen, kann meist der Gewinn der anderen Papiere diesen Verlust gut ausgleichen. Der Effekt ist, dass der Gesamtwert des Depots nicht so stark schwankt und somit stabiler ist.


 


Veranschaulichung anhand des Beispiels


 


Die gesamte Siedlung beschließt, das Geschäft mit Bratwürstchen gemeinsam auszubauen. Alle Nachbarn legen zusammen, um weitere 20 Grills anzuschaffen und in den umliegenden Dörfern Würstchen zu verkaufen. Dies könnte man mit einem Fonds vergleichen, der ausschließlich in Unternehmen aus der Automobilbranche investiert. Falls es einem einzigen Unternehmen nicht so gut geht (Beispiel: FSV Musterstadt), können die Einnahmen der anderen Bratwurststände dies ausgleichen. Geht es aber der gesamten Autobranche schlecht (zum Beispiel verbietet es ein neues Gesetz, beim Fußball Bratwürstchen zu verkaufen), so ist der gesamte Fonds in Gefahr.


 


Es gilt also, noch viel weiter zu mixen beziehungsweise zu streuen. Statt ausschließlich Bratwurst könnten auch Pommes angeboten werden. (Entsprechend: Statt nur in die Automobilbranche zu investieren, könnte es sich beispielsweise lohnen, auch den Bereich der Motorboote ins Visier zu nehmen.) Noch besser wäre es jedoch, neben Bratwürstchen und Pommes auch noch Getränke anzubieten und neben Sportplätzen auch vor Supermärkten zu verkaufen. Auch könnte man neben Deutschland auch europa- oder sogar weltweit Verkaufsstände aufbauen. Wird dann in Deutschland der Verkauf verboten, könnte der Handel in den anderen Ländern dies wieder auffangen.


 


Einzelanlagen können also viel Gewinn bringen, wenn es gut läuft, unterliegen aber einem enormen Risiko. Der schlaue Anleger sollte durch eine möglichst breite Streuung (weltweit, verschiedene Branchen, unterschiedliche Währungen, unterschiedliche Risikoklassen) einen möglichst gleichmäßig wachsenden Wert seines Depots beabsichtigen, um langfristig das Gesamtrisiko zu minimieren.


 


 



Keywords: Finanzen, Amazon, Uber, Telekom

Pressemitteilungstext: 1127 Wörter, 8474 Zeichen. Pressemitteilung reklamieren


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