Diese Webseite verwendet Cookies. Mehr Infos

Suchmaschinenoptimierung
mit Content-Marketing - Ihre News
|

Forderungsverkauf als Finanzierungsinstrument in der Insolvenz

Bewerten Sie hier diesen Artikel:
1 Bewertung (Durchschnitt: 5)


Insolvenzen können viele verschiedene Gründe haben und je nach Insolvenzursache bedeutet die Eröffnung eines Verfahrens nicht automatisch das Ende des Unternehmens. Insbesondere wenn ein eigentlich tragfähiges Geschäftsmodell vorliegt, stehen die Chancen gut, das Unternehmen und damit Jobs und Existenzen retten zu können.

Gerät ein Unternehmen mit einem tragfähigen Geschäftsmodell in eine Zahlungsunfähigkeit, resultiert dies zumeist an den Zahlungszielen beziehungsweise am unzulänglichen Zahlungsverhalten ihrer Kunden. Werden große Aufträge durchgeführt und eine Zahlung verzögert sich, können schnell laufende Kosten nicht mehr gedeckt werden und das Fortbestehen des Unternehmens ist in Gefahr.



Factoring als Garant für Liquidität bei tragfähigen Geschäftsmodellen

Unternehmen, die in Insolvenz geraten, brauchen eine kluge Finanzierungsstrategie“, heißt es in einem Artikel in der Fachzeitschrift FLF - Finanzierung, Leasing, Factoring.

Ein Hilfswerkzeug auf dem Weg zu dauerhafter Liquidität ist der Forderungsverkauf, das sogenannte Factoring. Unternehmen schließen hierbei Rahmenverträge mit einem Factoring-Anbieter, der einem Unternehmen einen gewissen Anteil von offenen Forderungen zu einem festgesetzten Prozentsatz abkauft. Der Vorteil für die Factoring-Kunden: Innerhalb von ein bis zwei Werktagen erhalten sie bis zu 90 Prozent der Rechnungssumme von ihrem Factoring-Anbieter. Sie erhalten somit eine Planungssicherheit und können laufende Kosten problemlos bedienen.

 

Prävention ist besser als Reaktion

Um gar nicht erst in eine finanzielle Schieflage zu geraten, ist es für viele Unternehmen ein gangbarer Weg, Factoring generell bei größeren Aufträgen präventiv einzusetzen. Auch wenn ein Unternehmen bislang keine größeren Zahlungsausfälle zu beklagen hatte – was sehr selten der Fall sein dürfte – ist man für den Fall der Fälle abgesichert und kann sicher mit finanziellen Mitteln planen.

Durch die Zusammenarbeit mit einem Factoring-Anbieter stellt man die Liquidität zudem auf breitere Füße. Für Factoring-Dienstleister sind vorrangig die Tragfähigkeit und die Auftragslage eines Unternehmens entscheidend. Solange es also offene Forderungen und neue Aufträge gibt, können diese verkauft und so innerhalb kürzester Zeit frische finanzielle Mittel ins Unternehmen fließen.

Die meisten Unternehmen setzen übrigens präventiv auf Factoring: So gaben in einer Studie des Deutschen Factoring-Verbandes mit der Universität Köln über 92 Prozent der factoringnutzenden Unternehmen an, dass sie Factoring zur Absicherung und Erhöhung der Liquidität nutzen.

 

Factoring im Vorteil gegenüber Sanierungskrediten

Ist der Worst Case eingetreten und ein Unternehmen insolvent geworden, haben Unternehmen, die präventiv auf Factoring gesetzt haben, einen entscheidenden Vorteil: Stimmt die Auftragslage, können immer wieder neue Gelder für Sanierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen zur Verfügung gestellt werden.

Hat das betroffene Unternehmen bislang nicht auf Factoring gesetzt, wird es ungleich schwerer, wieder liquide Mittel freizumachen herzustellen. Im Gegensatz zu unabhängigen und dadurch dynamischeren Factoring-Dienstleistern sind Banken in der Regel schwierigere Finanzierungspartner. Der Handlungsspielraum einer Bank ist sehr begrenzt, da sich diese vor allem an der Bonität, der Eigenkapitalquote und anderen Sicherheiten orientiert, bevor finanzielle Mittel in Form eines Sanierungskredites zur Verfügung gestellt werden.

Erschwerend hinzu kommt: Von Insolvenzen sind besonders häufig mittelständische Unternehmen betroffen, die auch die Kernzielgruppe der Factoring-Branche ausmachen. Bei diesen Unternehmen ist die eigene Hausbank in der Regel der Hauptgläubiger. Im Falle einer Insolvenz darf diese die Kreditlinien nicht ausweiten – nicht selten der Todesstoß für ein insolventes Unternehmen, da andere Kredithäuser ebenfalls von einer Kreditvergabe absehen.

 

Die Grenzen des Insolvenz-Factorings

Factoring eignet sich für viele Unternehmen in den verschiedensten Situationen, doch gerade im Rahmen eines Insolvenzverfahrens gilt es für alle Seiten – Unternehmen, Insolvenzverwalter und Factor – genau zu prüfen, in welcher Form eine Zusammenarbeit möglich ist. Denn auch für den Factoring-Anbieter müssen betriebswirtschaftliche und rechtliche Risiken betrachtet werden, die es beim regulären Factoring in dieser Form nicht gibt.

Im Insolvenz-Fall ist ein Full-Service-Factoring die lukrativste Form der Zusammenarbeit für die Unternehmen mit einem Factor. Hier wird vom Factoring-Dienstleister das gesamte Handling angefangen bei offenen Forderungen, Ausfallrisikenüber das Debitorenmanagement und das Mahnwesen übernommen. Für in Schieflage geratene Unternehmen bedeutet dies eine enorme Entlastung von administrativen Aufgaben. In der Krise werden so viele Nebenkriegsschauplätze geschlossen und interne Ressourcen werden wieder frei. Ein nicht zu unterschätzender Punkt.

In der Regel wird ein Insolvenzverwalter eine reaktive, also neue Zusammenarbeit mit einem Factoring-Dienstleister nur dann zulassen, solange keine Masseunzulänglichkeit vorliegt beziehungsweise angezeigt wurde. Wenn die Ansprüche des Factors mit der Befriedigung der Massegläubiger kollidieren, ist eine Zusammenarbeit nicht möglich. Hier ist der Factor gezwungen, sich auf die Aussagen des Insolvenzverwalters zu verlassen. Auch Ansprüche betroffener Arbeitnehmer müssen geprüft werden und können eine Zusammenarbeit erschweren.

 

Liquiditätsengpässe überwinden

Prinzipiell lässt sich festhalten, dass sich ein Insolvenz-Factoring vor allem dann für alle Seiten lohnt, wenn Zahlungsengpässe der primäre Grund für die Insolvenz des Unternehmens sind. Liegt ein prinzipiell tragfähiges und laufendes Geschäftsmodell vor, kann Insolvenz-Factoring entscheidend dazu beitragen, das Unternehmen wieder in die Spur zu bringen.

Insolvente Neukunden sind für Factoring-Anbieter aufgrund des höheren Aufwands und damit einhergehend höheren Gebühren finanziell attraktiv, betriebswirtschaftlich und rechtlich jedoch stark risikobehaftet. Vor einer Zusammenarbeit mit bereits insolventen Unternehmen steht also eine sorgfältige Prüfung der Gesamtsituation an.


Pressemitteilungstext: 730 Wörter, 6374 Zeichen. Pressemitteilung reklamieren


Kommentare:

Es wurde noch kein Kommentar zu diesem Thema abgegeben.



Ihr Kommentar zum Thema





Weitere Pressemitteilungen von lesen:

| 17.01.2020

Funktionsprototypen mittels 3D-Druck erstellen – Kunststoff und Metall als Druckmaterialien


3D-Druck mit Kunststoff Bei den 3D-Drucktechnologien lässt sich grob zwischen Kunststoff- und Metallverarbeitung unterscheiden. Beim 3D-Kunststoffdruck können voll einsatzfähige Bauteile innerhalb kürzester Zeit bestellt und erstellt werden. Zuvor schickt das Unternehmen die am PC erstellen CAD-Daten, welche die Werkstücke enthalten, die im Vorhinein in kompletter Design-Freiheit erstellt we...
| 13.01.2020

Business Coaching: der Schlüssel zum Erfolg?


Bildung ist ein Ziel der Bundesregierung Eine kontinuierliche Optimierung der Aus- und Weiterbildung in Deutschland ist ein Top-Thema, das Sie wohl in jedem Koalitionsvertrag finden. Unabhängig von der jeweils aktuellen Regierung schreiben sich alle großen Parteien in ihr Pflichtenheft, die Bildung in Deutschland zu optimieren. Nicht für jede Form der Bildung ist die Bundesregierung zuständig...
| 07.01.2020

3D-Druck: Großes Potenzial für diese Branchen


  Der 3D Druck wird immer bekannter und kostengünstiger, wodurch sich viele Möglichkeiten in den unterschiedlichsten Märkten ergeben. Bereits jetzt wird der 3D Druck für die Produktion von Prototypen sowie Endprodukten in verschiedenen Branchen immer verbreiteter und trotzdem hat dieses Verfahren noch lange nicht die gesamte Entwicklungsmöglichkeit erreicht. Bis zum Jahr 2030, so schätze...